Gerätehaus Burglengenfeld: Kosten klettern auf über eine Million Euro

Das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Burglengenfeld ist längst zu klein geworden und soll deshalb um einen Anbau wachsen. Was sich banal anhört, ist in Wahrheit eine komplizierte Geschichte. Im Bauausschuss, der am Mittwoch tagte, wurde deutlich, was es bei dem Vorhaben alles zu beachten gilt. Am Ende war klar: Die Planer müssen nacharbeiten.
Wie berichtet, entspricht das 2006 in Betrieb genommene Gerätehaus an der Gutenbergstraße nicht mehr den Erfordernissen. Hinter einem Tor müssen schon länger zwei Fahrzeuge hintereinander geparkt werden, was einen Verstoß gegen die Vorschriften darstellt. Außerdem ist mit dem Fuhrpark auch die Zahl der Aktiven gestiegen, was den Platzbedarf ebenfalls erhöhte.
Mit einem Erweiterungsbau, der schon vor 20 Jahren in die Überlegungen mit einbezogen worden sein soll, will die Stadt nun möglichst bald die Probleme aus der Welt schaffen.Mitte des Jahres wurde die Objektplanung in Auftrag gegeben. Das Schwandorfer Planungsbüro Hiller lieferte nun konkrete Vorschläge.
Alles kam auf den Prüfstand
Dabei wurde schnell klar, dass es um weit mehr als nur zwei Stellplätze mit Dach und Garagentoren geht. Die Angelegenheit ist viel komplexer. Denn: Nachdem vor allem die technischen Einrichtungen des Bestands doch schon etwas in die Jahre gekommen und bestimmte Ziele des Feuerwehrbedarfsplans zu beachten sind, schien es ratsam, eine Globalbetrachtung anzustellen.
Ein Thema, das die Experten besonders beschäftigt, ist die Energieversorgung. So wurde zum Beispiel untersucht, wie die bestehende PV-Anlage auf dem Dach, für die Ende 2027 die Einspeisevergütung ausläuft, künftig am besten genutzt werden könnte – nämlich zur Deckung des eigenen Strombedarfs. Außerdem sollte sie durch Module auf dem Dach des Neubaus sowie Speicher ergänzt werden.
Heizung: Nicht nur die Anschaffungskosten zählen
Für die Heizung wurden drei Varianten vorgelegt. Eine sogenannte Gas-Hybrid-Variante (94 000 Euro), eine monoenergetische Version mit Wärmepumpe (rund 149 000 Euro) und eine Pelletheizung (circa 117 000 Euro ). Bei den Varianten zwei und drei kann dem Vernehmen nach mit einer Förderung von bis zu 30 000 Euro gerechnet werden, was die Preisunterschiede zur Gas-Hybrid-Lösung in einem Fall mehr als egalisieren würde.
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Allerdings gilt es auch die laufenden Betriebskosten zu berücksichtigen, und hier scheint das rein auf Strom basierende Konzept am teuersten zu sein. Die jüngste Energiekrise habe freilich gezeigt, dass eine seriöse Kostenschätzung für die Zukunft nahezu unmöglich sei, sagte Marion Hiller.
In der Diskussion meldet sich als Erster Markus Bäuml (CSU) zu Wort. Er reklamierte, dass die Planer keinen Vorschlag für die Nutzung von Wärme aus dem Zementwerk gemacht hätten. Hiller erklärte dies damit, dass eine solche Betrachtung keinen Sinn gemacht habe, weil die Anschlussmöglichkeit derzeit ja noch fehle.
CSU-Rat warnt vor Schnellschuss
Thomas Hofmann, ebenfalls CSU, warnte vor einem Schnellschuss. Wörtlich sagte er, es wäre „Schwachsinn“, den Auftrag für eine Heizung jetzt zu vergeben. Schließlich existiere die Idee, eine Fernwärmeleitung vom Zementwerk bis zum Bulmare zu verlegen. Vielleicht lasse sich das Gerätehaus schon in wenigen Jahren dadurch versorgen.
Sollte diese Variante ausscheiden, gäbe es laut Hofmann eine weitere Möglichkeit: ein Heizkraftwerk für das komplette Gewerbegebiet, gespeist durch Holzhackschnitzel. Auch dies sollte unbedingt in Betracht gezogen werden, sagte der CSU-Rat. Insofern müsse man darüber nachdenken, ob die bestehende Gastherme für eine Übergangszeit von ein paar Jahren nicht noch ihren Dienst erfüllen könne.
Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) verwies in diesem Zusammenhang auf die Kommunale Wärmeplanung (KWP), welche die Stadt in Auftrag gegeben hat. Bis Ende März sollte die Bayernwerk Netz Inormationen liefern, welche Gebiete in Burglengenfeld grundsätzlich für die Nutzung von Fernwärme in Betracht kämen.
Beschlussvorlage war der SPD „zu schwammig“
Sebastian Bösl, Sprecher der Fraktionsgemeinschaft von SPD, Grünen und Die Linke, hielt die von der Verwaltung vorgelegten Beschlussvorlage für zu schwammig. Von einem konkreten Heizungskonzept war darin überhaupt nicht die Rede. Stadtbaumeister Franz Haneder räumte ein, man habe den Vorschlag bewusst „so offen wie möglich“ gehalten, weil bestimmte Daten noch nicht vorlägen. Man sei aber froh, wenn man den Auftrag bekomme, weiterplanen zu dürfen.
Hans-Edmund Glatzl (Bürgerforum) sprach von einer hohen Belastung, der die Räte so kurz vor der Kommunalwahl ausgesetzt seien. Er spielte damit insbesondere auf die zu erwartenden Ausgaben für das Feuerwehrprojekt an. In einer ersten Planung sei von rund 500 000 Euro die Rede gewesen, im Juni habe sich die Summe auf über 800 000 Euro erhöht, und nun erfahre er, dass die Stadt mit Aufwendungen in Höhe von 1,4 Millionen Euro rechnen müsse. Allein für Planungsleistungen sei ein Betrag von 250 000 Euro veranschlagt.
Schließlich wurde der Beschlussvorschlag der Verwaltung fast einstimmig ergänzt: Das Büro Hiller soll auch für die Nutzung von Fernwärme eine Berechnung liefern. Und vor einer Entscheidung über die Heizung will man das Ergebnis der Wärmeplanung abwarten.