Auf dem Weg zur Wärmeplanung in Burglengenfeld

Von Mittelbayerische Zeitung · 25. September 2025 um 21:51

Burglengenfeld. Die Kommunale Wärmeplanung für Burglengenfeld nimmt Fahrt auf. Im Rathaus haben kürzlich Fachleute, Vertreter aus Verwaltung, Gewerbe, Industrie und von Behörden sowie Mitglieder des Stadtrats beim sogenannten Akteurstreffen über Möglichkeiten einer klimaneutralen Wärmeversorgung diskutiert. Das geht aus einer Mitteilung des Bayernwerks hervor.

„Uns ist es wichtig, alle relevanten Gruppen vor Ort möglichst frühzeitig in den Planungsprozess einzubinden“, sagte Projektleiterin Christina Albrecht von der Bayernwerk Netz GmbH. Die Bestandsanalyse im Zuge der Kommunalen Wärmeplanung ist laut der Mitteilung bereits abgeschlossen. Ziel des Akteurstreffens war es laut Albrecht nun, diese Ergebnisse sowie den Stand der derzeit laufenden Potenzialanalyse zu diskutieren.

Die Wärmeplanung verfolge das Ziel, eine nachhaltige, kosteneffiziente und technologieoffene Wärmeversorgung für das gesamte Stadtgebiet zu entwickeln. Wichtigstes Zwischenergebnis: Es gibt ein beachtliches Potenzial für Erneuerbare Energien in der Stadt – insbesondere bei Photovoltaik, Solarthermie, Umweltwärme und Biomasse. Die Nähe zum Naabtaler Grüngasring sowie zum vom Bund geplanten Wasserstoff-Kernnetz eröffne langfristige Perspektiven für grüne Gase, so die Mitteilung.

„Ich bin beeindruckt, wie viele Fachleute am Akteurstreffen teilgenommen haben“, sagte Albrecht. Von Seiten der Burglengenfelder Verwaltung waren dies die Projektleiterin im Rathaus, Diplom-Ingenieurin Anja Krieger, Klimaschutzmanager Dominik Kerner, Johannes Ortner in seiner Doppelfunktion als Vorstand der Stadtwerke und Bulmare-Geschäftsführer sowie Bautechniker Jürgen Stegerer, bei der Stadtverwaltung zuständig für den Gebäudeunterhalt.

Dazu kamen Fachleute wie Kaminkehrermeister und Ingenieur Michael Hebauer, Yvonne Wolfrum, Geschäftsführerin der Waldbesitzervereinigung Nabburg-Burglengenfeld, Förster Reinhold Weigert (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regensburg-Schwandorf) und Grit Dobmann vom Sachgebiet Hochbau am Landratsamt Schwandorf mit Blick auf Großverbraucher wie Gymnasium und Realschule. Lukas Heming von Heidelberg Materials vertrat das Zementwerk.

Auch im Stadtrat und seiner Arbeitsgruppe Klima & Energie war das Interesse groß. Neben 3. Bürgermeister Sebastian Bösl, Hans Deml, Hans Glatzl, Alexander Schön und Norbert Wein brachten August Steinbauer (als Produzent von Holzhackschnitzeln) und Markus Bäuml (Regionalreferent beim Fachverband Biogas) ihre Expertise ein. Eingebunden ist ferner Thomas Hofmann, der in Dirnau unter anderem eine Biogas-Anlage betreibt.

Beim Treffen wurden laut Mitteilung daher auch Fragen zur Zukunft des Gasnetzes, zur Nutzung von Abwärme, zur Verfügbarkeit von Holz und Biomasse sowie zur Rolle von Wärmepumpen im Gebäudebestand diskutiert. Um die Herausforderungen und Schwierigkeiten machten die Teilnehmer bei der Diskussion keinen Bogen – etwa die hohen Kosten für den Bau eines Wärmenetzes, die Furcht der Bürger vor Liefer-Abhängigkeiten oder eine komplexe Preisgestaltung. Politische Diskussionen etwa über die künftige Rolle von Biogas erschwerten zudem eine langfristige Planung. Im Oktober sollen die bisherigen Erkenntnisse dem Stadtrat vorgestellt werden.