Burglengenfelder Gerätehaus soll wachsen

Burglengenfeld. Das hatte sich schon in den Haushaltsberatungen angedeutet: Das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Burglengenfeld soll vergrößert werden. Konkret geht es um einen Anbau für zwei Stellplätze. Kostenpunkt: über 800 000 Euro.
Diese Summe wurde kürzlich im Bauausschuss genannt, der das Projekt mit großer Mehrheit auch abgesegnet hat, obwohl die Summe deutlich über der ersten Kostenberechnung von rund 550 000 Euro liegt.
„Muss es wirklich so teuer sein“?, fragte denn auch BWG-Sprecher Gregor Glötzl. Davon ausgehend, dass die Preise weiter steigen dürften, sei damit zu rechnen, dass für die Maßnahme letztlich eine Million Euro aufgebracht werden müsse, mahnte er. Außerdem deutete er an, im Zusammenhang mit mittlerweile getätigten Neuanschaffungen für die Wehr nicht ganz korrekt informiert worden zu sein. Unter anderem war beispielsweise ein sogenannter Wechselladen gekauft worden. Auf Fragen, ob dafür überhaupt genügend Platz zur Verfügung stünde, habe es laut Glötzl stets geheißen, „das kriegen wir schon unter“. Nun stelle sich das als falsch heraus. Geschäftsleiter und Feuerwehrbeauftragter Wolfgang Weiß widersprach dieser Darstellung deutlich. Die jetzt am Tisch liegende Gebäudeerweiterung habe mit dem Wechsellader, für den im Übrigen ein anderes Fahrzeug ausrangiert worden sei, nichts zu tun. Vielmehr gebe es mehrere andere Aspekte, die eine Rolle spielten.
In den schriftlichen Sitzungsvorlagen war indes sehr wohl auch auf den gewachsenen Fuhrpark Bezug genommen worden: 2006, als das Gerätehaus an der Gutenbergstraße in Betrieb genommen wurde, hatte die Feuerwehr Burglengenfeld demnach sechs Fahrzeuge und einen Anhänger, heute sind es sieben Fahrzeuge und drei Anhänger.
Hinter einem Tor müssen daher zwei Fahrzeuge hintereinander geparkt werden, was einen Verstoß gegen die Vorschriften darstellt. Über die Jahre hinweg sei der erhöhte Bedarf an Stellplätzen stets „unbürokratisch und in Abstimmung mit der Feuerwehrführung“ gelöst worden, heißt es. Dies sei aber nur möglich gewesen, weil die Führung zu Kompromissen bereit gewesen sei. Mittlerweile sei allerdings nicht nur der Fuhrpark größer geworden, auch die Zahl der Aktiven sei von seinerzeit 55 auf 70 gestiegen. Und mehr Personal bedeute eben auch mehr Gerätschaften, mehr Kleidung und so weiter.
Kurzum: Heute sei ein Zustand erreicht, der zu einem Anbau zwinge. Ein solcher sei im Übrigen bereits vor 20 Jahren bei der Planung berücksichtigt worden. Die Räte folgten dieser Argumentation mit großer Mehrheit, obwohl in den zurückliegenden Jahren immer wieder Kritik am Standort des Gerätehauses geäußert worden war. Wegen der Entfernung zu bestimmten Neubaugebieten können die sogenannten Hilfsfristen immer wieder nicht eingehalten werden.
Ausschreibung im WinterTrotz dieses Problems sei es zum gegenwärtigen Zeitpunkt absolut sinnvoll, den Bestand zu ertüchtigen, versicherte Wolfgang Weiß auf Anfrage. Der Terminplan sieht vor, die Planungen bis zum Herbst abzuschließen. Parallel zu diesem Prozess stimme man sich mit der Feuerwehrführung und der Förderstelle der Regierung ab. Im Winter soll die Ausschreibung für die ersten Gewerke erfolgen, um im Frühjahr mit dem Bau loslegen zu können. Die Fertigstellung ist dann für Herbst 2026 vorgesehen.