Feuerwehrhaus, Rathaussanierung, Hammerviertel: Große Projekte stehen in Schmidmühlen an

Von Paul Böhm · 18. November 2025 um 19:00

Viel wurde im Markt Schmidmühlen (Landkreis Amberg-Sulzbach) bereits umgesetzt, doch große und kostenträchtige Baustelle warten in den nächsten Jahren. Dazu gehören der Feuerwehrhausbau, die Rathaussanierung, die Revitalisierung des Hammerviertels, die Weiterverwendung des Baywa-Geländes und die Aufwertung des Ortskerns samt Glasfaserausbau. Deutlich wurde dies bei der Bürgerversammlung im Schloss-Stadl.

Breit gefächert waren die Informationen, die 2. Bürgermeister Mathias Huger (CSU) in seiner Präsentation bei der sehr gut besuchten Versammlung zusammengefasst hatte. Anstelle von Bürgermeister Peter Braun, der wegen eines Trauerfalls in der Familie verhindert war, sprach Huger über abgeschlossene Arbeiten, Planungen und Zukunftsaussichten in der Gemeinde. Auf den sonst üblichen Rückblick wurde verzichtet. Diesen wird Peter Braun aber Anfang nächsten Jahres noch nachholen.

Neues Gerätehaus im Bereich des früheren Wertstoffhofes geplant

Mit Blick auf die Zukunftsprojekte im Markt geht es vor allem um Sicherheit und Infrastruktur. Das Feuerwehrgerätehaus entspreche sowohl baulich als auch sicherheitstechnisch nicht mehr den geforderten Standards, sagte Huger.

Der Neu-, Um- oder Anbau eines Gerätehauses für die Feuerwehr Schmidmühlen am bisherigen Standort sei aber in allen Bereichen problematisch. Bei einem Bau im Bereich des alten Wertstoffhofes an der Bahnhofstraße schaffe man Sicherheit für die Bürger. Und mit der Investition setze man auch ein Zeichen der Wertschätzung für die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute und First Responder, erklärte Huger. Noch in diesem Jahr solle ein Architekturbüro mit den Planungen für ein neues Gerätehaus beauftragt werden.

BayWa-Gelände: Jetzt laufen Gespräche mit Edeka

Zum BayWa-Gelände informierte der 2. Bürgermeister, dass es nach einem jahrelangen Rechtsstreit gelungen sei, eine auf den Grundstücken lastende wirtschaftsrechtliche Beschränkung aus dem Weg zu räumen. Aufgrund der langwierigen Auseinandersetzung hätten sich sowohl der ursprüngliche Projektentwickler IBS, als auch der Rewe-Konzern zurückgezogen. „Dies ist ein Rückschlag für die Attraktivität und Entwicklung des Marktes gewesen“, so Huger.

In den vergangenen Wochen habe man bereits konstruktive Gespräche mit Edeka-Süd für ein Nachfolgeprojekt führen können. Allerdings müsse das Bauleitverfahren neu gestartet werden.

Konzeptstudie für das Rathaus soll noch heuer erstellt werden

Eine große Investition wird die zwingend notwendige Sanierung des Rathauses. „Schäden am Bauwerk und im Dachbereich machen eine Sanierung unbedingt erforderlich“, so Huger weiter. Dabei soll auch ein Aufzug zur Barrierefreiheit angebaut werden. Ziel sei es, bis Ende des Jahres eine Konzeptstudie zu haben, damit im nächsten Jahr eine Ausschreibung auf den Weg gebracht werden kann.

Beim Glasfaser- und Breitbandausbau seien alle Ortsteile nahezu vollständig erschlossen. Allein für den Glasfaserausbau in den Außenbereichen seien etwa 420 000 Euro ausgegeben worden. Die Förderquote nach der Bayerischen Gigabit-Richtlinie betrage etwa 90 Prozent. „Nur der Ortskern wartet noch auch den Glasfaserausbau“, so Huger. Nach Aussagen der Telekom könne frühestens 2027/2028 damit gerechnet werden.

Investor will Nutzungskonzept erarbeiten

Ein großes Projekt wird die weitere Belebung des Ortskerns: Als erfreulich bezeichnete es Huger, dass ein Investor konkretes Interesse bekundet habe, sich an diesem Vorhaben zu beteiligen. Das Herzstück sei die Sanierung des Goldenen Ankers. Gemeinsam mit dem Hammer-Areal biete dies neue Nutzungsmöglichkeiten, sei es für Wohnen, Gastronomie, Gewerbe oder soziale Angebote.

„Derzeit wird vom Investor ein Nutzungskonzept erarbeitet, um dann dem Marktgemeinderat vorgelegt zu werden“, so der 2. Bürgermeister. Detaillierte Informationen dazu wird Anfang nächsten Jahres Bürgermeister Braun bei einer Bürgerversammlung geben, kündigte Huger an.

Ein weiteres Thema war die Kommunale Wärmeplanung in Zusammenarbeit mit der ILE Oberpfälzer Jura. Norbert Bleisteiner von Triesdorf Consult informierte über verschiedene Wärmeversorgungsoptionen und deren Umsetzung. Nächste Schritte seien Informationsveranstaltungen für die Bürger und die Vorstellung von Möglichkeiten für die Wärmeversorgung. Nötig sei auch eine Bestandsaufnahme der Energieträger, erklärte Bleisteiner. Dann könne über ein Betreibermodell entschieden werden, verbunden mit dem Erstellen einer Machbarkeitsstudie und eines finalen Businessplanes für die Umsetzung.

Wärmetolerante Bäume sollen den Wald zukunftssicher machen

Zur derzeit laufenden Maßnahme „Waldumbau im Gemeindewald Schmidmühlen“ informierte Beratungsförster Anton Preischl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg -Neumarkt. Durchforstungsmaßnahmen habe es demnach im Bereich des Golfplatzes (acht Hektar), im Bereich der Heimkehrer-Kapelle (vier Hektar) und des Tummelplatzes (zehn Hektar) gegeben. Derzeit würden Maßnahmen im Bereich des Theilberges laufen.

Die Durchforstungsarbeiten beinhalten laut Preischl eine allgemeine Waldverjüngung mit wärmetoleranten Laubhölzern. auf ausgewählten Teilflächen sollen etwa 1000 Pflanzen trockenresistenter Baumarten sollen gesetzt werden. Diese Gesamtmaßnahme habe auch die Anlage von Rücke-Wegen im Bereich des Theilberges notwendig gemacht“, erklärte Preischl.