Großeinsatz am Hauptbahnhof Regensburg: Ninja-Schwert sichergestellt – Mann in Fesseln

Eine Schwerpunktkontrolle am Hauptbahnhof Regensburg hat am Wochenende vor allem „gefährliche Gegenstände“ zutage gefördert, die eigentlich erlaubt sind. Für einen Mann endete der Einsatz dennoch in Fesseln, für einen anderen im Gefängnis.
Sechs Polizisten stehen am Samstagabend am Bahnhofseingang und beobachten eine Zeit lang das Treiben. Einem Jugendlichen, der Richtung Stadt will, stellt sich einer der Beamten in den Weg. Da lacht er noch, der Teenager; als er wenig später durchsucht wird, versteinert sich die Miene schlagartig. Der junge Afghane hat ein Tierabwehrspray einstecken – und verstößt damit gegen eine Allgemeinverfügung der Polizei.
Von Freitag bis Sonntag durfte man am Regensburger Hauptbahnhof keine „gefährlichen Gegenstände“ dabei haben. Sprich, Werkzeuge oder Messer, die das Waffengesetz eigentlich nicht tangiert. Das Verbot war Teil eines bundesweiten Schwerpunkteinsatzes an insgesamt 41 Bahnhöfen. Ziel war es, Gewaltdelikte zu verhindern, Verdächtige früh zu erkennen und das Sicherhetisgefühl zu stärken.
In Bayern konzentrierten sich die Beamten auf München, Nürnberg, Aschaffenburg und eben Regensburg. „Für den Einsatz rückten insbesondere die Bahnhöfe in den Fokus, die immer wieder durch eine erhöhte Zahl von Gewaltdelikten auffallen“, erklärt Sylvia Hieninger von der für Regensburg zuständigen Bundespolizeiinspektion Waldmünchen auf Nachfrage. Bis zu 300 Polizisten waren an den vier Bahnhöfen zeitgleich im Einsatz. Wie viele Streifen in Regensburg vor Ort waren, wollte Hieninger aus „taktischen Gründen“ nicht sagen.
Schwerpunkteinsatz am Hauptbahnhof Regensburg: Polizei zieht Bilanz
Gravierende Zwischenfälle gab es in Regensburg nicht: Insgesamt stellten die Beamten laut ihrer Bilanz bei einem 15-jährigen Deutschen ein verbotenes Butterflymesser und sechs weitere Verstöße gegen die Allgemeinverfügung fest, allesamt begangen von Deutschen: Die Polizisten kassierten noch zwei Tierabwehrsprays, ein Teppich- und zwei Taschenmesser, einen Multitool-Hammer und ein Ninja-Schwert aus Holz ein. Was der Mann mit dem Schwert vorhatte, konnte ein Bundespolizist auf Nachfrage nicht sagen. Aber wenn gerade eine Allgemeinverfügung gelte, könne man so einen Gegenstand nicht dulden, so der Bundespolizist.

Für einen 39-jährigen Deutschen endete eine Kontrolle in Fesseln. Auf die Frage nach gefährlichen Gegenständen meinte der aggressive Mann, er habe „noch etwas in den Schuhen“. Weil er sich weigerte, diese auszuziehen, fesselten ihn die Polizisten, um ihn durchsuchen zu können. Sie fanden nichts, erteilten dem Mann aber einen Platzverweis.
Auch abseits der Schwerpunktkontrolle hatte die Bundespolizei viel Arbeit. Am Samstagnachmittag randalierte ein 53-Jähriger in einem Regionalexpress aus München. Mit „massiver Gewalt“ drückte er eine Tür zu einem Sitzabteil aus der Verankerung. Den Polizisten, die ihn in Regensburg in Empfang nahmen, erklärte der Deutsche, er habe zwei kleine Flaschen Prosecco getrunken. „Der Grund für den Ausraster konnte bislang jedoch nicht herausgefunden werden“, heißt es im Pressebericht.
Bewaffneter Diebstahl am Hauptbahnhof Regensburg – und ein offener Haftbefehl
Nicht nur die Polizei war am Wochenende im Einsatz: Ein Ladendetektiv erwischte am Sonntagabend einen Dieb auf frischer Tat. Der 16-Jährige hatte aus dem Supermarkt Getränkedosen, Bierflaschen und ein Deo-Spray mitgehen lassen. Hinzugezogene Polizisten durchsuchten den Rucksack des Deutschen und fanden in einer Außentasche ein Cuttermesser – „griffbereit“, wie es in der Pressemitteilung heißt. Die Beamten leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen Diebstahls mit Waffen ein.
Am Sonntagabend stellte sich heraus, dass ein 34-jähriger Deutscher, der nach dem Konsum von Heroin hilflos in einem Rollstuhl saß, wegen eines besonders schweren Falls des Diebstahls zur Festnahme ausgeschrieben war. Er musste ins Gefängnis.