Vogelgrippe im Landkreis Kelheim: Betriebe in Sorge – Geflügelschauen finden statt

Es war nur eine Frage der Zeit: Die Vogelgrippe hat auch den Landkreis Kelheim erreicht. Bei einer toten Wildgans konnte das Friedrich-Löffler-Institut das Virus nachweisen. „Jetzt ist die Geflügelpest auch uns nahe gerückt“, sagt eine Geflügelhalterin.
Die Vogelgrippe kam sukzessive näher. Nach dem Nachweis der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) in einem Betrieb in Geiselhöring, wo 24 Hühner verendeten und Dutzende gekeult werden mussten, hat das Veterinäramt Kelheim „diese Woche Kenntnis über das Virus bei einer Wildgans (Fundort Gemeinde Neustadt a. d. Donau, Schwaig) erlangt“, teilt das Landratsamt mit. Die Bestätigung des Friedrich-Löffler-Instituts, dass es sich um HPAI-Viren handelt, liege vor.
Das verendete Tier war vor zwei Wochen in Schwaig gefunden worden. Dass es 14 Tage bis zum Ergebnis dauerte, rühre daher, „dass die Untersuchung von verendetem oder seuchenverdächtigem Hausgeflügel Priorität hat“, erklärt das Landratsamt auf Anfrage. Da es sich um den Ausbruch bei einem Wildvogel handelt, hat es für Betriebe noch keine konkreten Folgen. „Zurzeit müssen auch noch keine Veranstaltungen mit Geflügel im Landkreis Kelheim abgesagt werden.“
Aber die Halter sind in Sorge. „Es ist schon blöd, dass die Vogelgrippe jetzt so nahe ist“, sagt Claudia Mayrhofer, die mit ihrem Mann einen Geflügelhof in Weltenburg bewirtschaftet. „Mittlerweile ist fast jede Region betroffen.“ Sie und andere Betriebe haben wie berichtet schon vor Wochen Vorkehrungen getroffen. Die Mayerhofers halten ihre Legehennen in Zelten von der Außenwelt abgeschirmt. „Ich rate jedem Geflügelhalter zu größtmöglicher Vorsicht“, bekräftigt Michael Mayrhofer erneut.

Nach dem ersten Vogelgrippe-Befund im Landkreis weist das Veterinäramt darauf hin, dass alle Geflügelhalter, auch Hobbyhalter, grundsätzlich verpflichtet sind, ihre Tiere beim Landwirtschafts- und Veterinäramt sowie bei der Tierseuchenkasse zu melden. Alle Betriebe seien auch aufgefordert, Haltungen gegen unbefugtes Betreten abzusichern, Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen samt Schuh- und Kleiderwechsel zu beachten sowie den Kontakt zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln zu unterbinden.
Die Vogelgrippe zeigt sich bei Hühnervögeln in Leistungsabfall, Apathie, Atemnot, Ödemen der Kopfregion, Durchfall und erhöhter Sterblichkeit. Halter sollten sich auf eine mögliche Stallpflicht in geschlossenen Ställen oder unter einer Schutzvorrichtung vorbereiten, so das Veterinäramt.
Geflügelschau in Abensberg läuft wie geplant
Die Nachricht vom Ausbruch platzt mitten in die Vorbereitung einer Geflügelschau, die am Wochenende in Abensberg geplant ist. Eine Absage steht nicht im Raum. „Die ersten Tiere wurden bereits angeliefert“, sagt Josef Wachter, der Vorsitzende des Geflügelzuchtvereins Abensberg. Am Freitag seien die Preisrichter vor Ort, um Zuchttauben und -hühner zu bewerten. Am Samstag und am Sonntag ist die Schau auch für Besucher geöffnet.
Auch der Rassegeflügelzüchterverein hält an einer Taubenschau am 22./23. November in Kelheim fest. „Unsere Tauben leben in Volieren, ein Kontakt zu Wildvögeln ist faktisch unmöglich“, erklärt der Kelheimer Hans Spielmann, Vorsitzender für Niederbayern-West. Da derzeit „Horden“ von Wildgänsen über den Landstrich hinwegziehen, kommt der Vogelgrippe-Ausbruch für ihn nicht überraschend.
Das Friedrich-Löffler-Institut stuft das Risiko des Eintrags von HPAI-Viren in Geflügelhaltungen und Vogelbestände in Zoos durch Kontakte mit Wildvögeln als hoch ein. Sollten verendete Wildvögel aufgefunden werden, bittet das Landratsamt um Meldung beim Veterinäramt unter Tel. 09441/207-7100 oder E-Mail-Adresse: veterinaerabteilung@landkreis-kelheim.de. Verendete Tiere sollten keinesfalls berührt werden.