Seltenes Federvieh: Bei der Vogelschau in Abensberg ist die Vogelgrippe noch Randthema

Am Samstag, 15., und Sonntag, 16. November, lädt der Geflügelzuchtverein Abensberg zur Kreisschau ein. Die Vogelgrippe lässt die Mitglieder und Züchter zwar nicht kalt, aber eine andere „grassierende Seuche“ beschäftigt sie mehr.
Im Landkreis Straubing-Bogen ist sie schon angekommen, die Vogelgrippe, in Teilen des Landkreises Regensburg gibt es eine Überwachungszone: Wenn am Wochenende der Geflügelzuchtverein in Abensberg zur Kreisschau einlädt, dann wird sie sicherlich auch dem einen oder anderen Aussteller im Hirn rumspuken. „Bis jetzt sind wir verschont, aber das wäre eine Katastrophe“, sagt beispielsweise Johann Dichtl. Die Veranstalter und Teilnehmer haben auf jeden Fall so gut es geht vorgesorgt.
Rasse wie zu Römerzeiten
Denn nicht nur für Züchter wie Dichtl wäre es bitter, wenn er eines seiner Dorking-Hühner keulen müsste. Zehn davon wird er bei der Schau zeigen. Dorking-Hühner sind eine selten gewordene Rasse, die es schon zu Römerzeiten gab, erkennbar am fünften Zeh. „Es ist nachweislich die älteste bestehende Rasse in Deutschland“, sagt Dichtl. Dichtl hatte erst vor etwa zwölf Jahren mit der Zucht begonnen, sei durch Zufall, durch einen Zeitungsartikel über die Rasse gestolpert. Seither ist die Faszination ungebrochen.
Weltweit gibt es über 2000 Hühnerrassen, europaweit sind immerhin 180 verschiedene Rassen und Farbschläge bekannt. Nicht ganz so viele Rassen sind in Abensberg zu sehen: Zehn Hühner- und 21 Taubenrassen werden gezeigt. Für die Züchter ist die Schau eine gute Gelegenheit, sich auszutauschen.

Außerdem werden Preisrichter die Tiere nach strengen Richtlinien bewerten. Wie ist der Kamm, wie der Schwanz, wie die Federn, wie der gesundheitliche Zustand? Die jeweiligen Rassestandards dienen zur Orientierung.
Die Ausstellung selbst bietet den Gästen dann nicht nur die Möglichkeit, mehr über Hühner und Tauben zu erfahren, sondern auch, sich über Pflege und Fütterung der gefiederten Freunde zu informieren. Freuen würde man sich außerdem über neue Mitglieder im Verein, egal ob Züchter oder Geflügelhalter.

Denn obwohl es noch nie so viele Hühnerhalter gab wie derzeit – das Halten von Hühnern wird nicht zuletzt auch in den sozialen Medien gefeiert – verzeichnen Geflügelzuchtvereine rückläufige Zahlen und geben gar auf. „Das ist eine grassierende Seuche“, meint Dichtl, selbst Mitglied im Abensberger Verein, dazu. Viele Hühnerhalter würden nach ein, zwei Jahren wieder aufgeben, so seine Erfahrung, „denn wenn man ein Huhn im Garten hat, steht nach einem Jahr nix mehr. Es macht außerdem Lärm und viel Arbeit“, weiß Dichtl, der zwar selbst in einer Landwirtschaft groß geworden ist, aber erst spät zum Huhn kam. Platz und Zeit, das bräuchte man, beides fehle oft, vor allem bei der Jugend: „Es ist sehr schwierig, junge Leute kommen wenig nach“, sagt auch Vereins-Vorsitzender Josef Wachter auf Nachfrage.
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Dichtl aber, der nimmt sich die Zeit für seine Hühner, behandelt sie wie „Schönheitsköniginnen“, wie seine Frau witzelt. Bevor es auf den „Laufsteg“ , sprich zur Schau geht, steht das „Styling“ ganz oben auf der Liste. Das Huhn muss gebadet werden, schön weiß soll das Federkleid strahlen, die Zehen müssen sauber sein. Dann erst ist es bereit für den „großen Auftritt“.
Zucht braucht Zeit
Viel Zeit verbringt Dichtl bisweilen auch mit der Suche nach dem einen Hahn, der die richtigen Merkmale für die Zucht mitbringt. Dichtl hat sich in all den Jahren viel Wissen angeeignet, ein Verein zum Erhalt der Dorking-Rasse dient ebenfalls dem Austausch.
Nach der Schau geht es für Dichtls goldhalsige, goldwildfarbene oder weiße Dorking-Hühner zurück in den Stall beziehungsweise aufs Feld - bisweilen aber auch in den „Suppentopf“, wie Dichtl sagt.
Tauben und Hühner
Wann: Am 15. und 16. November findet die Kreisschau im Heim des Geflügelzuchtvereins Abensberg im Bad Gögginger Weg 16 statt. Am Samstag um 10 Uhr eröffnet Bürgermeister Bernhard Resch die Schau. Die Ausstellung kann am Samstag von 10 bis 17 Uhr und am Sonntag von 9 bis 14 Uhr bei freiem Eintritt besucht werden.
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Sollte es zu einem Geflügelpestfall in einem Hausgefügelbestand kommen, so werden eine Schutz- (3 km) und eine Überwachungszone (10 km) um den Ausbruchsbetrieb festgelegt. In diesen Zonen dürfen bis zu einer bestimmten Frist keine Vögel verbracht werden. Veranstaltungen wie Geflügelmärkte und Ausstellungen würden in diesen Zonen abgesagt werden.