Nach über einem Jahr: Lücke im Burglengenfelder Bauamt soll bald geschlossen sein

Von Thomas Rieke · 13. November 2025 um 05:00

Gute Nachricht aus dem Rathaus, allerdings nicht ohne Wermutstropfen: Eine personelle Dauerbaustelle, die die Verwaltung seit über einem Jahr belastet, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit zeitnah aufgelöst werden. Dies bedeutet aber auch, wie Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) auf Anfrage bestätigte, die vorzeitige Trennung von einer ebenso bewährten wie geschätzten Führungsfigur.

Die Rede ist vom bisherigen Leiter der Bauverwaltung. Im September 2024 war er überraschend in den Krankenstand getreten. Bis heute konnte er nicht mehr an seinen Arbeitsplatz zurückkehren. Das wird laut Gesche auch so bleiben. Der Mann sei kürzlich in den Ruhestand versetzt worden – und hat dieser Tage seine Schlüssel abgegeben. Es gibt nicht wenige in Burglengenfeld, die den Abschied bedauern. „Ich bin bei bei dem Amtsleiter mit meinen Anliegen immer auf offene Ohren gestoßen. Er hat mir, soweit es in seiner Macht stand, stets zügig geholfen“, bringt es ein Immobilienbesitzer auf den Punkt.

Über die Hintergründe für die Krankschreibung wollte der Patient selbst nie öffentlich reden, was er freilich auch nicht musste. Dennoch wurde spekuliert. Manche vermuteten einen Zusammenhang mit der Tatsache, dass der Amtsleiter kurz zuvor von einer weiteren zentralen Aufgabe, nämlich der der Geschäftsführung, entbunden worden war. Wie berichtet, war dieser Job geraume Zeit auf zwei Schultern verteilt gewesen. Doch weil die Doppelspitze extern wie intern für Verwirrung gesorgt habe, löste sie Gesche im Sommer 2024 wieder auf.

Herausforderndes Betätigungsfeld

Der Theorie, den Amtsleiter könnte dies derart getroffen haben, dass es ihn aus der Bahn warf, hält Gesche entgegen, der Mitarbeiter habe keine finanziellen Einbußen hinnehmen müssen. „Er blieb in derselben Besoldungsklasse.“ Ansonsten verbiete es sich, die Gedanken öffentlich Kreisen zu lassen.

Herausfordernd war jedenfalls das Betätigungsfeld des Betroffenen. Er hatte unter anderem die Pflicht, an der Aufarbeitung des Förderschadens in Millionenhöhe mitzuwirken. An dem traf ihn zwar selbst keinerlei Schuld, als Geschäftsleiter hatte er aber täglich engen Kontakt zu den Personen, die in die Angelegenheit involviert sind. Ihnen drohen im schlimmsten Fall hohe Regressforderungen. Der Beamte wusste das – und hatte doch immer wieder bohrende Fragen zu stellen, um zum Beispiel die von der Landesanwaltschaft geforderten Stellungnahmen abzuliefern.

Auch das könnte Sie interessieren: Zaschkahof Burglengenfeld: Hohe Kosten für den Landkreis – kaum Chance auf Erstattung

Wie auch immer: Um die Lücke im Bauamt zu füllen, gab es mindestens zwei Anläufe für eine interne Lösung. Dabei baute Gesche bis vor wenigen Monaten auf eine Nachwuchskraft, die eine hohe Qualifikation vorweisen konnte. Aus unterschiedlichen Gründen musste die Idee jedoch verworfen werden, obwohl die Beamtin bereits in die Einarbeitungsphase geschickt worden war. Mittlerweile hat sie sich völlig neu orientiert und einen Arbeitsplatz in einer größeren Stadt gefunden.

Amtsantritt schon am 1. Dezember?

Mitte Oktober wurde die Stelle in der Bauverwaltung daher erneut ausgeschrieben. Laut Gesche war die Resonanz erfreulich. „Es haben sich mehrere Bewerber gemeldet. Darunter sind auch solche, die wir für geeignet halten“, sagte er. Zeitnah würden der oder die Kandidaten dem zuständigen Ausschuss vorgestellt. Man dürfe davon ausgehen, dass alsbald eine Entscheidung getroffen werde. Der oder die neue Amtsleiterin könne voraussichtlich am 1. Dezember oder 1. Januar die Stelle antreten.

Auch das könnte Sie interessieren: Durchbruch für gefördertes Wohnungsbauprojekt in Burglengenfeld

Die leitende Position ist eine Schlüsselstelle für jeden, der sich mit Bauabsichten trägt. Ist sie längere Zeit unbesetzt, liegt es nahe, dass manche Dinge ins Stocken geraten könnten und sich die Aktenberge stapeln.

Dickes Lob für den Stadtbaumeister

Doch die Zahl der Beschwerden sei in den zurückliegenden Monaten nicht signifikant gestiegen, beteuerte der Bürgermeister. Dies sei der „sehr guten Arbeit des Bauamt-Teams zu verdanken. Gesche lobte jeden Einzelnen und allen voran: Franz Haneder. Der Stadtbaumeister habe alle Aufgaben „hervorragend koordiniert“ und mit einem „Höchstmaß an persönlichem Einsatz“ für ein „sehr gutes Funktionieren des Amtes gesorgt“.

Haneder, der im April für 35- jährige Tätigkeit im öffentlichen Dienst ausgezeichnet wurde, ist bekannt als Arbeitstier. Aber auch er ist nicht mehr der Jüngste, so dass bereits Gerüchte kursieren, er könnte sich ebenfalls bald in den Ruhestand begeben.

Gesche gab vorsichtig Entwarnung: Mit „einem Augenzwinkern und freudigem Lächeln“ signalisierte er, „dass uns unser geschätzter Stadtbaumeister sicher noch eineinhalb bis zwei Jahre erhalten bleibt“.