Durchbruch für gefördertes Wohnungsbauprojekt in Burglengenfeld

Was lange währt, wird endlich gut: Der Bayern-Heim GmbH ist es nun doch gelungen, das mit viel Vorschusslorbeeren garnierte Wohnbauprojekt in Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf) auch finanziell abzusichern. Die Neubauarbeiten an der Schmidmühlener Straße werden „zeitnah“ beginnen, heißt es jetzt. Der Boden dafür ist bereitet.
Wie berichtet, hatte der damalige Geschäftsführer des staatlichen Unternehmens Bayern-Heim, Ralph Büchele, im April 2023 im Stadtrat ehrgeizige Pläne vorgestellt. Zusammen mit der Schwandorfer Baufirma Gebr. Donhauser GmbH & Co. KG wolle man in der Vorstadt auf einem einst von der BayWa genutzten, 7500 Quadratmeter großem Grundstück eine Wohnanlage mit Vorzeigecharakter realisieren, hieß es.
Das Echo der Mandatsträger war weitgehend positiv, das Genehmigungsverfahren schritt zügig voran. Und trotzdem musste der Spatenstich mindestens zweimal verschoben werden. Der Grund: Der staatliche Fördertopf war plötzlich leer.
Geschäftsführer Büchele vertröstete ein ums andere Mal. Dabei wirkte er zuletzt im Frühjahr dieses Jahres fast verzweifelt. Denn schließlich wurde er immer wieder auch mit dem Vorwurf konfrontiert, „sein“ Unternehmen erfülle die von der Staatsregierung gesteckten Ziele nicht. Statt 10 000 neuer Wohnungen bis Ende dieses Jahres wird nach Informationen der MZ nur ein Bruchteil fertiggestellt sein.
Neuer Geschäftsführer und Verlagerung der Befugnisse
Schnee von gestern. Seit 1. Oktober hat die Bayern-Heim mit Fabian König einen neuen Chef. Büchele hat das Unternehmen angeblich auf eigenen Wunsch verlassen. Zuletzt gab es allerdings Gerüchte, er habe nicht mehr den nötigen Rückhalt aus der Politik genossen. Außerdem wurde die Bayern-Heim zusammen mit den beiden anderen staatlichen Wohnungsbaugesellschaften Stadibau und Siedlungswerk Nürnberg unter dem Dach der Holding Baunova Bayern zusammengefasst, wodurch sich Befugnisse verlagerten.
Ob die personellen und strukturellen Veränderungen mit schuld daran sind, dass das Projekt ins Stocken geriet, ließ sich nicht zweifelsfrei klären. Fest steht, dass die Pläne leicht modifiziert worden sind. Ursprünglich waren 75 Einheiten geplant, heute sind es 68 in unterschiedlicher Größe. Das eigentlich Besondere aber ist, dass es sich um einkommensorientiert geförderte (EOF) Wohnungen handelt. Das heißt: Nicht nur Menschen mit schmalem Geldbeutel sollen eine Chance haben, Mieter zu werden, sondern auch Familien mit Kindern und einem jährlichen Bruttoeinkommen von 70 000 Euro.
Die Wärme soll aus dem Zementwerk kommen
Außerdem betonen die Verantwortlichen, welch großen Wert man auf bauliche wie architektonische Qualität lege. Auch den Klimaschutz habe man fest im Blick. Eine Photovoltaikanlage auf den Dächern soll ein Mieterstrommodell ermöglichen. Außerdem soll die Anlage im KfW-55-Standard über eine Nahwärmeleitung des Zementwerks umweltfreundlich beheizt werden.
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Ob Letzteres überhaupt realisierbar sein würde, war ebenfalls lange ungewiss. Werkleiter Bernhard Reindl bestätigte aber jetzt die Vereinbarung und erklärte en détail, wie die Versorgung funktionieren werde: Die am Klinkerkühler gewonnene Wärme werde über eine Thermoölleitung ausgekoppelt, die zur Heizzentrale auf dem Werksgelände führe. Von dort werde 85 Grad heißes Wasser durch das Leitungsnetz bis zu einem Wärmetauscher an den neuen Gebäuden fließen. Von hier aus verteile Bayern-Heim die thermische Energie auf die Wohnungen.
Laut Reindl liegt es eine klassische Win-win-Situation vor. Heidelberg-Materials finanziere und betreibe das Leistungssystem für die Nahwärme. Durch die Erweiterung könne das Werk nun die komplette Kapazität seiner Heizzentrale ausnutzen und gleichzeitig für eine sinnvolle Verwendung seiner Abwärme sorgen.
Bayern-Heim-Boss spricht von „Stärkung der Region“
Ein Termin für einen symbolischen ersten Spatenstich an der Schmidmühlener Straße existiert (noch) nicht. Bayern-Heim lässt aber wissen, dass die Bautätigkeit „zeitnah“ beginnen werde. Bis Mitte 2028 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.
Von verschiedenen Seiten wird das Projekt weiter in höchsten Tönen gelobt. Es stehe „für Lebensqualität und für die Stärkung der Region“, lässt sich Fabian König zitieren. Baunova-Geschäftsführerin Kristina Frank erklärte: „Architektur, Freiraum und Energiekonzept greifen sinnvoll ineinander. So gelingt verantwortungsvolle Stadtentwicklung in gewachsener Umgebung.“

Auch Bayerns Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Christian Bernreiter (CSU), hat zu dem Vorhaben eine klare Meinung: „Die Bayern-Heim schafft in Burglengenfeld ein attraktives Angebot für Alleinstehende, Paare und Familien. Das Projekt ist ein gutes Beispiel für geförderten Wohnungsbau mit sozialem Anspruch und zukunftsweisender Planung. Damit zeigen wir: Wir schieben beim Wohnungsbau mit ganzer Kraft an.“
Bürgermeister freut sich über „Leuchtturmprojekt“ für die Vorstadt
Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) erklärte auf Anfrage, er freue sich sehr, dass das Bayern-Heim-Projekt nun tatsächlich realisiert werde, und das mehreren Gründen: Erstens handle es sich um ein „Leuchtturmprojekt“, das einen Gewinn für die gesamte Vorstadt darstelle. Zweitens werde der angespannte Wohnungsmarkt in Burglengenfeld entlastet, und drittens sei durch die einkommensorientierte Förderung eine besondere Sozialverträglichkeit gewährleistet.
Dass sich das Vorhaben verzögert hat, „hat uns natürlich nicht gefreut“, ergänzt der Chef der Stadtverwaltung. Wichtig sei aber, dass es jetzt endlich losgehe. Damit gelte: „Ende gut, alles gut“.