Sozialer Wohnungsbau: Spatenstich für Vorzeigeprojekt in Burglengenfeld verzögert sich erneut

Von Thomas Rieke · 16. April 2025 um 05:00

Bei einem Vorhaben mit Vorzeigecharakter ist weiter Geduld gefragt. Die Rede ist vom sozialen Wohnungsbauprojekt in der Burglengenfelder Vorstadt. Die Bayern-Heim und die Gebrüder Donhauser Bau GmbH wollen es gemeinsam realisieren. Doch der Spatenstich wurde nun ein zweites Mal verschoben.

Wie berichtet, war dem Stadtrat vor zwei Jahren ein Konzept vorgelegt worden, das nach Auffassung der großen Mehrheit zumindest einen Teil der Vorstadt deutlich aufwerten würde. Auf einem 7500 Quadratmeter großen Grundstück in der Schmidmühlener Straße 11, auf dem einst die BayWa zuhause war, sollten über einer Tiefgarage 75 hochwertige Wohnungen entstehen.

Ausgerechnet der Erfolg wurde zum Problem

Der signifikante Unterschied zu vielen anderen Projekten: Die Errichtung sollte nach einem bestimmten Modell staatlich gefördert werden, das auch Familien mit Kindern und gutem Einkommen eine Chance eröffnet, Mieter zu werden.

Doch gerade darin liegt offenbar das Problem: Das Modell des Freistaats erfreute sich so großer Beliebtheit, dass die Mittel im vergangenen Jahr schnell vergriffen waren. 2025 aber sollte der Fördertopf bestimmt rasch wieder gut gefüllt sein, so die Hoffnung von Bayern-Heim-Geschäftsführer Ralph Büchele im Dezember vergangenen Jahres.

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Bis heute hat sich diese Hoffnung nicht erfüllt. „Momentan sind die Töpfe bei der Regierung leer“, bestätigte Büchele auf Anfrage der Redaktion. Man habe auch noch keine Zusage für die Förderung, arbeite aber daran. Auch wenn man also derzeit nicht wisse, wann die Bewilligung erteilt werde, bleibe man zuversichtlich, betonte Büchele. Allen, die sich mit ähnlichen Projekten befassten, steckten momentan in derselben Situation und müssten sich gedulden. Das Vorhaben für Burglengenfeld , so der Geschäftsführer weiter, genieße bei Bayern-Heim unverändert „Priorität A“.

Donhauser stünde in den Startlöchern

„Wir sind bereit – sowohl planerisch, als auch organisatorisch“, betonte Claudia Donhauser, Geschäftsführerin des gleichnamigen Bauunternehmens in Schwandorf, auf Anfrage. „Sobald die Auszahlung der Fördergelder möglich ist, starten wir mit dem Bau. Die Öffentlichkeit wird selbstverständlich umgehend informiert.“ Das Projekt sei ein „wichtiger Baustein für bezahlbaren Wohnraum in Burglengenfeld“.

Wie bereits im Dezember berichtet, wurde das ursprüngliche Konzept leicht verändert. Statt 75 Wohnungen sollen jetzt 68 entstehen. Zugunsten größerer Einheiten wurden sieben kleinere gestrichen, erklärte Büchele. Die ursprüngliche Gesamtnutzfläche bleibe aber erhalten. Binnen 24 Monaten soll die Anlage bezugsfertig sein.

Es gibt auch kritische Stimmen

Ganz unumstritten ist das Projekt allerdings nicht: BWG-Sprecher Gregor Glötzl gab von Beginn an, zu bedenken, dass es in der Vorstadt um die Nahversorgung schlecht bestellt sei. Die städtebauliche Situation sei „sehr unglücklich“. Gleichzeitig unterstellte er den Projektentwicklern, ihnen fehle es an der Motivation, sich um die Integration von Geschäften zu kümmern, die die Dinge für den täglichen Bedarf bieten würden.

SPD-Stadtrat Siegfried Klopp, der selbst jahrelang in der Schmidmühlener Straße gelebt hat, äußerte grundsätzliche Zweifel, ob der Standort für Wohnen tauge. Die Belastung durch den Verkehr und das nahe Zementwerk sei für Anlieger nach seinen Erfahrungen viel zu groß.