Zaschkahof Burglengenfeld: Hohe Kosten für den Landkreis – kaum Chance auf Erstattung

Von Thomas Rieke · 11. November 2025 um 17:00

Das gescheiterte Wohnbau-Projekt am Zaschkahof beschäftigte jetzt auch den Kreisausschuss des Kreistags. Die Verwaltung des Landratsamts informierte am Montag die Mandatsträger, dass die Behörde auf Drängen der Stadt Burglengenfeld heuer tätig geworden war, um eine akute Gefahr für Nachbarn der Bauruine und für Passanten zu beseitigen.

Wie berichtet, waren im Oktober Arbeiter angerückt, um den maroden Dachstuhl einer historischen Scheune und Mauerwerk abzutragen. Bereits Ende vergangenen Jahres waren einige Steine herabgefallen. Anlieger schlugen Alarm.

Vorher hatte das Landratsamt versucht, den Eigentümer des Grundstücks in die Pflicht zu nehmen. Doch die niederbayerische Projektentwicklung-GmbH ist Pleite, das Insolvenzverfahren nach Informationen der MZ noch immer nicht beendet. Und so ließ die Geschäftsführung weder das vom Landratsamt geforderte Tragwerksgutachten erstellen, noch folgte sie dem Appell, am Gebäude mehrere Sofortmaßnahmen durchzuführen, heißt es im Bericht der Kreisverwaltung.

Nur eine einzige Firma legte Angebot vor

Das Gutachten, das deshalb der Landkreis erstellen ließ, sowie Beratungen durch ein Ingenieurbüro kosteten rund 16 500 Euro und bestätigten die Einschätzung, dass akuter Handlungsbedarf bestand. Für die erforderlichen Maßnahmen lieferte das Bauunternehmen Hampel als einzige Firma ein Angebot ab. Die Rechnung belief sich auf rund 28 600 Euro.

Auch das könnte Sie interessieren: Finale Kostenberechnung für die neue Sporthalle des TV Burglengenfeld naht

SPD-Rat Peter Wein bedankte sich im Gremium dafür, dass der Landkreis aktiv geworden ist und ein Sicherheitsrisiko beseitigt hat. Landrat Thomas Ebeling (CSU) versicherte, seine Behörde ließe nichts unversucht, die Ausgaben erstattet zu bekommen. Die Chance, zu Geld zu kommen, sei aber relativ gering, meinte der Landrat.

Burglengenfelder wünschten sich noch mehr

Unterdessen mehren sich in Burglengenfeld wieder kritische Stimmen. Auch der jetzige Zustand am Baugrundstück des Zaschkahofs sei eine Zumutung, zumal es sich bei dem Ensemble um einen der vier Burglengenfelder Urhöfe aus der karolingischen Zeit handle. Ein Bürger sagte, es sei für ihn völlig unverständlich, weshalb die abgetragenen Steine und Reste des Dachstuhls nicht abtransportiert und entsorgt worden seien. Nun stehe man buchstäblich vor einem Trümmerberg.

Behördensprecher Manuel Lischka erklärte dazu, umfangreichere Arbeiten seien rechtlich ausgeschlossen gewesen. Schließlich handle es sich um Privateigentum. Darüber hinaus habe man selbstredend die Pflicht, mit Steuergeldern, möglichst sparsam umzugehen.

Seitens der Stadt erklärte Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) einmal mehr, die Einflussmöglichkeiten der Kommune seien „leider sehr eingeschränkt“. Allerdings träfen sich er und der Stadtbaumeister in Kürze mit dem Landesamt für Denkmalschutz, um weitere Schritte auszuloten und doch zu einem positiven Ergebnis für die Stadt zu kommen.