Stellenabbau bei Benteler in Schwandorf: Noch keine Einigung in Sicht

Von Vanessa Ebert · 10. November 2025 um 15:35

Eine bittere Nachricht hatten die Mitarbeiter am Benteler-Standort in Schwandorf vergangene Woche zu verkraften: 122 Stellen will der Autozulieferer dort zeitnah abbauen. Am Montag trafen sich Arbeitnehmervertreter und Unternehmen erneut am Verhandlungstisch. Zu einer Einigung kam es dabei nicht, zu weit liegen die Parteien auseinander. Betriebsrat und IG Metall schließen Aktionen und Proteste nicht aus.

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Mit einer E-Mail hatte der Betriebsrat vergangene Woche die Mitarbeiter über den geplanten Abbau von 122 Stellen informiert. Nicht alle betroffenen Mitarbeiter, so heißt es in dem Schreiben weiter, seien von einer Kündigung bedroht. Die Stellen sollen auch durch Fluktuation, Renteneintritt, Versetzungen, Ringtausch sowie Aufhebungsverträge reduziert werden. So steht es in dem Schriftstück, das der Mittelbayerischen vorliegt. In den ersten drei Verhandlungsrunden sei man noch nicht zu einem Ergebnis gekommen, ließ der Betriebsrat die Mitarbeiter Ende der Woche wissen.

Angebot war keine Option

Am Montagvormittag hatten sich der Betriebsrat sowie Vertreter von IG Metall und Benteler daher erneut am Runden Tisch getroffen. Doch eine Einigung blieb aus, die Verhandlungen sind somit vorerst gescheitert.

Wie ein Unternehmenssprecher von Benteler auf Nachfrage der MZ mitteilte, sei man den Arbeitnehmervertretern bei dem Gespräch am Montag mit einem neuen, verbesserten Angebot entgegengekommen. „Leider liegen die Vorstellungen noch immer auseinander, sodass wir zu keiner Einigung gekommen sind“, hieß es aus der Unternehmenszentrale.

Für die Arbeitnehmervertreter war das Angebot des Unternehmens dabei keine Option, wie einer Presseerklärung der IG Metall Regensburg zu entnehmen ist. Darin wird Markus Zapf, Betriebsratsvorsitzender bei Benteler, zitiert: „Der Arbeitgeber rückt weder von seinen Abbauplänen ab, noch bietet er den vom Stellenabbau betroffenen Kolleginnen und Kollegen angemessene Ausgleichszahlungen.“ Der Betriebsrat nehme es nicht hin, „dass die berechtigten Forderungen der Belegschaft einfach ignoriert werden“.

Arbeitnehmervertreter üben scharfe Kritik

Die IG Metall Regensburg und der Betriebsrat von Benteler in Schwandorf üben in der Mitteilung scharfe Kritik an den Plänen des Unternehmens, Arbeitsplätze am Standort Schwandorf abzubauen. In einer Zeit, in der die Automobilindustrie ohnehin unter massivem Transformationsdruck steht, sende Benteler damit ein fatales Signal an die Beschäftigten und die Region, teilte die IG Metall Regensburg mit.

„Unser Ziel ist, den Stellenabbau soweit wie möglich zu begrenzen und sozialverträglich zu gestalten. Wir hinterfragen die geplanten Maßnahmen genau und suchen nach Alternativen. Ein Stellenabbau ist keine zukunftsfähige Lösung, sondern eine kurzfristige Reaktion, die langfristig nicht weiterhilft,“ stellte Betriebsratsvorsitzender Zapf klar.

Auch die IG Metall Regensburg positioniert sich klar gegen den geplanten Abbau und fordert tragfähige Perspektiven für den Standort. „Benteler muss Verantwortung übernehmen“, erklärte Rico Irmischer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg. „Die Belegschaft ist das Fundament des Erfolgs. Wer jetzt Personal abbaut, gefährdet nicht nur die Zukunft des Standorts, sondern auch die Innovationskraft der gesamten Branche.“

Wird der Druck erhöht?

Aus der Unternehmenszentrale von Benteler heißt es: „Wir sind nach wie vor überzeugt, dass Lösungen im Dialog entstehen. Deshalb werden weitere Gespräche zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern stattfinden.“ Ziel sei es, möglichst zügig eine Einigung zu erreichen. Die Zeit der Unsicherheit wolle Benteler für die Mitarbeiter möglichst kurz halten.

Weniger optimistisch äußerte sich dagegen die IG Metall Regensburg. Die nächsten Gespräche, die Ende November stattfinden sollen, würden unter denkbar schlechten Vorzeichen stehen. „Unsere Forderungen sind klar und keineswegs überzogen“, betonte Rico Irmischer. „Das Unternehmen hat jetzt Zeit, sich vorzubereiten. Wir werden das ebenfalls tun – gemeinsam mit den Beschäftigten. Und wir schließen nicht aus, den Druck deutlich zu erhöhen.“

Bereits vergangene Woche hatten IG Metall und Betriebsrat angekündigt, das auch Proteste und Aktionen möglich seien.