Grausiger Fund in Pettendorf: Toter Wolf wohl erschossen – Polizei ermittelt

Von Philip Hell · 7. November 2025 um 19:00

Wende um einen toten Wolf im Landkreis Regensburg: Das Tier, das vor rund einem Jahr im Gemeindegebiet Pettendorf gefunden wurde, ist allem Anschein nach nicht überfahren worden. Die Behörden gehen von einem Verbrechen aus.

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Eine Landwirtin hatte den Wolf Anfang Oktober 2024 auf ihrem Hof im Gemeindegebiet Pettendorf gefunden. Auf dem Anwesen waren Blutspuren zu sehen, das Tier muss sich mit letzter Kraft zu einem Holzstoß geschleppt haben. Dort starb der Wolf.

Toter Wolf im Landkreis Regensburg: Untersuchung bringt die Wende

Die Behörden tauften das Tier auf den Namen „GW4416m“. Zunächst deutete viel darauf hin, dass der Wolf überfahren wurde.

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Nun die Wende: Auf MZ-Nachfrage teilt ein Sprecher des Landesamts für Umwelt mit, dass die Untersuchungen an dem Tier abgeschlossen sind. Laut Behördensprecher stehe der Verdacht einer Straftat im Raum. Dabei geht es demnach um einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Aufgrund dessen habe man den Fall an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden abgegeben.

Polizei: Wolf wurde durch einen Schuss getötet

Auf Nachfrage bestätigt Jonas Krauß, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, dass der Wolf nach jetzigem Kenntnisstand der Behörden wohl erschossen wurde. Am Anfang der Ermittlungen sei man davon ausgegangen, dass das Tier einem Verkehrsunfall zum Opfer fiel. Die Behörden wollten das allerdings genau klären – und beauftragten das Leibniz-Institut für Zoologie und Wildtierforschung in Berlin. Die Experten sollten den Kadaver sezieren und machten allem Anschein nach eine erschreckende Entdeckung: Im August 2025 teilte das Institut in der Bundeshauptstadt den bayerischen Behörden mit, dass das Tier mutmaßlich durch einen Schuss getötet wurde, sagt Polizeisprecher Krauß.

Ein Wolfs-Abschuss ist kein Kavaliersdelikt. Das Tier steht in Deutschland nämlich unter einem besonderen Schutz. Gemäß Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, den Tieren nachzustellen, sie zu fangen, sie zu verletzen – oder zu töten. Laut Bußgeldkatalog droht dem Schützen eine Geldstrafe von bis zu 50 000 Euro oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Ein Abschuss ist nur in ganz bestimmten und gesetzlich geregelten Fällen erlaubt. Beispielsweise, wenn sich ein Wolf gefährlich für den Menschen verhält, wie das Landesamt für Umwelt (LfU) schreibt.

Die Behörden gingen zunächst von einem Unfall aus: Der Wolf im Landkreis Regensburg wurde allerdings wohl erschossen. - Foto: privat

Im Fall des Wolfes von Pettendorf ermittelt nach wie vor die Polizeiinspektion Regenstauf, teilt Sprecher Krauß mit. Bislang allerdings ohne Ergebnisse. Die Ermittlungen seien inzwischen weitgehend abgeschlossen – aber: „Noch immer werden Zeugenhinweise auf den oder die Verursacher entgegengenommen“, betont der Polizeisprecher. Bislang werde gegen Unbekannt ermittelt.

Tote Wölfe in Lam und in Oberfranken: Fall erinnert an verendetes Tier im Landkreis Regensburg

In den vergangenen Tagen haben mehrere tote Wölfe Schlagzeilen gemacht. In Oberfranken wurde etwa ein junges Tier mit einer Schusswunde gefunden. Der Fall erinnert stark an den toten Wolf im Landkreis Regensburg. Auch das in Franken verstorbene Tier wurde von den Experten in Berlin seziert. Auch bei diesem Wolf fand das Institut eine Schussverletzung. Und auch das tote Jungtier starb wohl nicht sofort an der Schussverletzung, es schleppte sich noch ein wenig weiter und verendete schließlich.

In der Oberpfalz gibt es derzeit ebenso einen Fall eines toten Wolfes. In Lam (Landkreis Cham) fand ein Wanderer ein verendetes Tier. Der Kadaver wies Medienberichten zufolge Verletzungen auf, die den Schluss zulassen, dass auf den Wolf geschossen wurde. In diesem Fall halten sich die Behörden allerdings noch recht bedeckt. Unlängst bestätigte die Polizei nur, dass es sich bei dem Wildtier tatsächlich um einen Wolf handelt.

Zurück in den Landkreis Regensburg: Auch rund um die Domstadt werden ab und an Wölfe gesichtet. Das Umwelt-Landesamt veröffentlicht diese Nachweise im Internet. Demnach stammt der letzte Wolfsnachweis von Anfang Mai dieses Jahres. Das Tier wurde fotografiert – zu weiteren Details schweigt die Behörde.

Weitere Informationen zum Wolf im Landkreis Regensburg: Das ist GW4416m

• Geschlecht: Der Wolf GW4416m, der in Pettendorf gefunden wurde, war ein Männchen.

• Herkunft: Er stammt aus einer zentraleuropäischen Population. Das gilt für die meisten Wölfe, die zweifelsfrei identifiziert werden können. Es gibt allerdings auch Tiere, die aus der Alpenpopulation stammen. Solche wurden beispielsweise in Rosenheim und Traunstein, also im südlichen Oberbayern, gefunden.

• Rudel: Zu welchem Rudel der Pettendorfer Wolf gehört, ist laut Umwelt-Landesamt unklar.