Teenager sorgen in Nittenau für Frust: Anwohner klagen über gefährliches Verhalten

Dass am Nittenauer (Landkreis Schwandorf) Jahnweg viele Kinder und Jugendliche unterwegs sind, ist kein Wunder – schließlich befinden sich hier das Schulzentrum und eine Sportanlage. Doch Anwohner sind der Auffassung, dass einige Teenager dort in letzter Zeit über die Stränge schlagen – und klagen über Lärmbelästigung und Gefahrensituationen.
In den sozialen Medien war in Sachen Jahnweg kürzlich die Rede von Zuständen, die „nicht mehr tragbar“ seien: In der Tempo-30-Zone rund um den Sportplatz und die Schule seien Kinder und Jugendliche mit frisierten Mopedrollern unterwegs – „ohne Helm, ohne Kennzeichen, ohne Rücksicht auf andere“, hieß es in etwa in einer Facebook-Gruppe.
Mehr Kontrollen gefordert
Überall könne man vor Ort mittlerweile auch Ölflecken sehen. Doch damit nicht genug: Familien mit Kindern, die dort spazieren gehen wollten, würden von Jugendlichen „massiv gefährdet und mit Absicht bedrängt“. Besonders schlimm sei es am Wochenende. Stadt und Polizei müssten handeln und Kontrollen durchführen. „Das ist kein harmloser Spaß mehr, sondern eine ernsthafte Gefährdung mitten im Wohngebiet und Schulumfeld“, so ein Anwohner.
Bei der Polizeistation Nittenau ist bislang nichts von solchen Vorfällen im Bereich des Jahnwegs bekannt. „Von Bürgern wurde bisher auch nichts an uns herangetragen“, sagt Stationsleiter Mario Mühlbauer. Man schaue im Rahmen von Streifenfahrten regelmäßig am Jahnweg vorbei, denn schließlich seien im Bereich des Schulzentrums viele Jugendliche unterwegs. „Wir sind hier schon dahinter“, sagt Mühlbauer weiter.
Polizei stoppte Rollerfahrer
Deshalb habe man beispielsweise auch vor gut zwei Wochen im Rahmen einer Streifenfahrt einen 15-jährigen Rollerfahrer entdeckt. Dieser sei am Jahnweg ohne Versicherungskennzeichen unterwegs gewesen und vor den Beamten geflohen.
Im Rahmen der Weiterentwicklung der Angerinsel werden derzeit verschiedene Nutzungsmöglichkeiten geprüft. Ideen wie eine Pumptrack-Anlage werden dabei weiterhin mitgedacht.Alexandra Oppitz, Rathaussprecherin
Sicherheitswacht nimmt in Nittenau bald ihren Dienst auf
Von einem Problembereich am Jahnweg will man bei der Polizei derzeit aber keinesfalls sprechen. Überhaupt gebe es im Stadtgebiet „keinen richtigen Brennpunkt“, sagt Mühlbauer. Dennoch werde bald die neue Sicherheitswacht ihren Dienst antreten. Mühlbauer geht davon aus, dass die Ehrenamtlichen noch heuer zum ersten Mal in Nittenau unterwegs sein werden.
Wie schätzt man bei der Stadt die Situation am Jahnweg ein? Rathaussprecherin Alexandra Oppitz erklärt auf Nachfrage der Mittelbayerischen, man habe dort lediglich „immer wieder vereinzelt Müll festgestellt“. Es sei empfehlenswert, sich unmittelbar an die Polizei zu wenden, wenn man konkrete Beobachtungen zu Verkehrsverstößen oder gefährlichem Verhalten mache, damit dort die nötigen Maßnahmen eingeleitet werden könnten.
Junit soll fester Treffpunkt für Nittenauer Jugendliche werden
Im Zuge der Facebook-Diskussion um mögliches Fehlverhalten von Teenagern am Jahnweg schlug diesen aber auch einiges an Sympathie entgegen. So beklagten einige User, dass es in Nittenau zu wenig Beschäftigungsmöglichkeiten für diese Altersgruppe gebe. „Wo sollen sie denn hin? Was haben wir denn in Nittenau? Meine 12-Jährige langweilt sich auch fast täglich, weil hier für die Kids einfach nix geboten ist“, kritisierte beispielsweise eine Mutter.
Bei der Stadt betont man derweil, hier bereits aktiv geworden zu sein. „Mit dem neu eröffneten Jugendzentrum Junit wurde ein wichtiger Schritt hin zu einer offenen und verlässlichen Jugendarbeit gemacht“, kommentiert Oppitz. Der Treff habe seit Ende Oktober regelmäßig geöffnet und werde bereits gut angenommen. Die Öffnungszeiten würden flexibel an den Bedarf und die Wünsche der Jugendlichen angepasst. Man wolle das Junit als festen Treffpunkt etablieren.
Ehrenamtliche gesucht
Um die Einrichtung künftig regelmäßiger öffnen zu können, sucht die Stadt Nittenau derzeit nach ehrenamtlichen Unterstützern ab 18 Jahren, die das Team vor Ort verstärken können. Das Ziel sei, den Jugendlichen dauerhaft einen sicheren, betreuten Raum zu bieten, an dem sie sich aufhalten können.
Wie Oppitz weiter erklärt, solle auch langfristig das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche in Nittenau weiter ausgebaut werden. „Im Rahmen der Weiterentwicklung der Angerinsel werden derzeit verschiedene Nutzungsmöglichkeiten geprüft. Ideen wie eine Pumptrack-Anlage werden dabei weiterhin mitgedacht“, so Oppitz.