Störenfriede abschrecken

Nittenau. Nittenau soll eine Sicherheitswacht bekommen: Das hat der Stadtrat kürzlich beschlossen – auf erneute Anregung der Polizei hin. Ist das ein Hinweis darauf, dass sich die Kriminalität gestiegen ist – zum Beispiel auf der Angerinsel? Polizeichef Christian Allgeier erklärt die Hintergründe für seine Empfehlung.
Immer wieder tauchte in den vergangenen Wochen die Angerinsel in der öffentlichen Diskussion auf. In den sozialen Medien beklagten sich regelmäßig Bürger über herumliegenden Müll und eine zweifelhafte Klientel, die dort zu finden sei. Auch einige Stadträte äußerten in der jüngsten Sitzung die Meinung, dass es in Nittenau mittlerweile Bereiche wie den Anger gebe, wo man besonders als Frau nicht mehr gern allein unterwegs sei.
Sieht man bei der Polizei Nittenau die Lage in der Stadt mittlerweile auch kritischer als etwa noch vor ein paar Wochen bei der Präsentation der jüngsten Kriminalstatistik Ende Mai? Bei diesem Termin hatten die Verantwortlichen einen Rückgang der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr vermeldet. An dieser guten Sicherheitslage in Nittenau habe sich auch nichts geändert, sagen Allgeier und der stellvertretende Leiter der übergeordneten Polizeiinspektion Burglengenfeld, Florian Beck.
Statistik ist unauffällig
Allerdings, so betonen die beiden auch, weiche das subjektiv empfundene Sicherheitsgefühl von den objektiv guten Zahlen oftmals ab.
Am Anger beispielsweise gebe es beim Blick in die aktuelle Statistik keinen Hinweis auf eine steigende Zahl an Straftaten. Natürlich komme es hier ab und an zu Fällen von Sachbeschädigung. „Aber das war’s auch schon. Man kann hier nicht von einem Kriminalitätsschwerpunkt sprechen“, sagt Allgeier. Dennoch: Um das Sicherheitsgefühl der Bürger – nicht nur am Anger – zu verbessern, ist aus seiner Sicht die Installation einer Sicherheitswacht eine gute Lösung.
Diese ehrenamtlichen Helfer der Polizei würden allein durch ihre sichtbare Anwesenheit in der Öffentlichkeit potenzielle Straftäter und Störenfriede abschrecken. „Die Sicherheitswacht ist kein Ersatz für die Polizei, sondern ein zusätzlicher Baustein“, sagt Allgeier. Auch Beck hält die Einrichtung einer Sicherheitswacht in Nittenau für sehr sinnvoll. In Burglengenfeld etwa habe man damit in den vergangenen Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht, sagt er – und appelliert an die Bürger. „Es ist ein Ehrenamt ähnlich wie bei der Feuerwehr: Man kann dazu beitragen, dass sich die Leute im Ort sicherer fühlen“, sagt er.
Schulung für die Mitarbeiter
Wann Mitarbeiter der neuen Sicherheitswacht zum ersten Mal in Nittenau auf Streife gehen werden, ist derzeit noch unklar. Interessierte Bewerber, die die erforderlichen Kriterien – zum Beispiel ein Alter von 18 bis 62Jahren – erfüllen, werden nach dem erfolgreich durchlaufenen Bewerbungsverfahren in Bereichen wie Recht, Erste Hilfe, Kommunikation oder Selbstverteidigung geschult.
Allgeier hofft, dass sich genügend Kandidaten bei der Polizeistation Nittenau bewerben, um am Ende ein kleines Team bilden zu können.