Nachfolger für Restaurant „Die Tomate“ gesucht – FreiRäume warnen vor Schnellschuss

Wird es in Bad Kötzting (Landkreis Cham) bald einen neuen Gastronomen geben? Über ein Kleinanzeigen-Inserat im Internet sucht Dieter Meier für sein Lokal „Die Tomate“ am Veitsplatz nämlich einen Nachfolger. Zudem möchte er einen Irrtum aus der Welt schaffen, der sich derzeit in Bad Kötzting verbreite.
Wie Meier auf Nachfrage bestätigt, sucht er jemanden, der sein Restaurant übernehmen möchte. Auf die Frage nach dem Warum, sagt er: „Weil ich 71 Jahre alt bin.“ Kürzlich sei sein Lokal für einige Tage aus gesundheitlichen Gründen geschlossen gewesen. Wie Meier sagt, würden viele Gäste deshalb meinen, dass es mit dem Restaurant bereits zu Ende ist. Dem sei nicht so. „Ich war ein paar Tage krank, deswegen hatte ich das Restaurant zu“, sagt er. Doch das sei nur vorübergehend der Fall gewesen. Schon bald wolle er „Die Tomate“ wieder öffnen. „Ich koch’ auch noch genau so schlecht wie früher“, witzelt er.
In der Gastro-Szene bekannt
Dieter Meier ist in der Gastro-Szene kein Unbekannter. Wie er selbst sagt, ist der gebürtige Straubinger seit 50 Jahren Wirt. In dieser Zeit habe er unter anderem 35 Jahre lang das „Nap“ – eine Kultdisco in Viechtach – betrieben. Später habe er auf der Insel Mallorca gekocht und dort Ikonen wie Costa Cordalis und Jürgen Drews getroffen. Auch in Straubing habe er mehrere Lokale geführt. Seit 2018 lebe er in Bad Kötzting und betreibe seither das Restaurant inmitten der Pfingstrittstadt. Und zwar alleine. Kochen, bedienen, ausschenken, abspülen – um all das kümmere sich Meier selbst, denn Personal habe er keines gefunden. „Ich habe alles alleine gestemmt. Irgendwann geht’s auf die Gesundheit.“

Deshalb suche er jetzt nach jemandem, der das Lokal übernehmen möchte. Dieter Meiers Nachfolger könne die gesamte Einrichtung übernehmen. Einige Interessenten hätten sich bereits gemeldet, doch „spruchreif“ sei noch nichts, sagt er. „Es wäre schon schön, wenn sich jemand finden würde. Ich habe mein Herzblut hineininvestiert“, sagt Meier, der voll des Lobes über seinen Vermieter Clemens Pongratz, dem die Immobilie gehört, ist. „Der Nachfolger wird mit dem Hausbesitzer keine Probleme haben. Herr Pongratz war immer korrekt zu mir und während der Corona-Pandemie ist er mir auch entgegengekommen. Er ist ein angenehmer Vermieter, mit ihm kann man reden.“
Büro oder Wohnung
Clemens Pongratz lässt es noch offen, was mit der rund 90 quadratmetergroßen Fläche passieren soll. Wie er auf Nachfrage sagt, könne er sich vorstellen, die Räume wieder zu Wohnungen oder in ein Büro umzuwidmen, sollte sich kein nachfolgender Restaurantbetreiber finden. Als die Initiative FreiRäume davon erfahren habe, hätte die sich bei ihm gemeldet. „Die FreiRäumler haben mich gebeten, keinen Schnellschuss zu machen. In ihren Augen wäre der Platz für Gastro besser, das kann ich nachvollziehen. Deswegen komme ich ihnen da auch entgegen und lege mich noch nicht fest“, sagt Pongratz.
Sollte sich daraus aber ein Leerstand entwickeln, wäre er dazu bereit, wieder eine Wohnung aus den Räumen zu machen, in denen Pongratz früher selbst gelebt habe.