Die FreiRäume in Bad Kötzting feiern zwei Jahre Leerstands-Erfolg

Von Stefan Weber · 26. März 2025 um 15:00

Zwei Jahre ist es her, dass Christian Skrodzki gemeineinsam mit Lisa Ditz und Lisa Späthe von der Initiative „Heimatunternehmen“ (Bayerische Verwaltung für Ländliche Entwicklung) zum ersten Mal mit offenen Augen durch die Stadt gegangen sind. Eingeladen hatten sie Matthias Wutz und Carola Höcherl-Neubauer, um sich mit den Experten gemeinsam Gedanken darüber zu machen, wie die Innenstadt von Leerständen befreit werden könnte. Herausgekommen ist ein nun schon zwei Jahre andauernder Austausch, die Initiative FreiRäume und die Belegung von sieben bis dahin leerstehenden Flächen in der Innenstadt.

Gründe gab es als mehr als genug zum Feiern am Dienstagabend, und das natürlich auch in einem FreiRaum, dem der ehemals Jungen Mode bei Gartner an der Herrenstraße. „Was ihr in zwei Jahren geschafft habt, das hätte ein angestellter City-Manager niemals leisten können“, gratulierte Bürgermeister-Stellvertreter Wolfgang Kerscher.

Leistung (noch) unbezahlbar

Das Engagement, das die Stadt zuletzt auch mit der Bereitstellung der Räume in der ehemaligen Metzgerei Schoierer an der Herrenstraße aktiv unterstützt habe, sei „beispielhaft“.

Das konnte auch Christian Skrodzki nur bestätigen: „Ich habe es noch nie erlebt, dass eine Gemeinde alles in diesem Tempo umsetzt – hättet ihr bis heute drei Läden neu vermitteln können, hätte ich schon gesagt, ,das ist unbezahlbar‘ – aber so muss ich mit Neid sagen: Erste Sahne!“

Vor allem die kreativen Werbe-Ideen lobte Christian Skrodzki, mahnte aber auch: „Die Marke kann noch so schön sein, der Erfolg geht immer über die Menschen.“ Genau das könne sich in den kommenden Jahren auch zum Problem entwickeln, gab er zu bedenken. Zum einen sei es nicht möglich, das Konzept aus Bad Kötzting in andere Orte zu exportieren. Mit Blick zum Bürgermeister-Stellvertreter sagte er aber auch: „Ehrenamt ist etwas Tolles, aber die Menschen dahinter beuten sich selber aus.“ Die Stadt werde mittelfristig auch ohne Citymanager nicht darum herum kommen, eigene Strukturen aufzubauen, „sonst läuft sich die Sachte tot“. Das gelte nicht nur dafür, Leerstände neu zu beleben, sondern hinsichtlich der bestehenden Geschäfte, die es zu halten gelte. Darum galt bei allem Lob für das Engagement der Ehrenamtlichen in der Initiative FreiRäume der eindringliche Appell an die Stadt: „Lassen sie die Leute nicht zu lange im Ehrenamt werkeln, sonst kosten die Folgen später viele 100 000 Euro.“

FreiRäume gibt es nur einmal

Viel Lob für die Mitglieder der Initiative, die an diesem Abend natürlich auch noch selbst einen Blick zurück auf das vergangene Jahr warfen, bei dem nicht nur Geschäftsflächen wiederbelebt, sondern die FreiRäume auch noch ausgezeichnet worden sind. „Es wäre schön, überall Leute wie euch zu finden“, sagte Lisa Ditz: „Aber das ist sauschwer, euch gibt es nicht zweimal.“

Schüler entwickeln Ideen für Leerstand

Immobilie: Das Gebäude des ehemaligen Schuhauses Schödlbauer (Müllerstraße).

Vorschlag: Entstehen könnte ein Raum für nachhaltige Kreativität und Entspannung.

Aufteilung: Der langgestreckte Raum könnte in zwei Bereiche gegliedert werden, so Ashton Jahn und Sofia Bücherl bei ihrer Präsentation. In der Werk- und Workshop-Zone vor den Scheiben könnten sich Taschen und Beutel, Schmuck, Patchwork-Kleidung, Stirnbänder und Scrunchies sowie Geschenkverpackungen finden. In der Chill-Zone im kleineren Bereich könnte Platz für einen Buch- und Leseclub sein, für einen philosophischen Gesprächskreis oder für Spieleabende.

Kosten: rund 14 000 Euro