Ursache für Brand im Aqacur Bad Kötzting noch unklar – Küche im Badbereich „Totalschaden“

„Brand im Aqacur“ – dieser Notruf hielt die Bad Kötztinger (Landkreis Cham) am Montagabend in Aufruhr. Dort ist ein Feuer im Bereich der Fritteuse ausgebrochen. Sechs Personen zogen sich dabei leichte Verletzungen zu und wurden ambulant behandelt. Ob es sich um menschliches Versagen oder einen technischen Defekt handelte, war zunächst unklar. Am Tag danach gibt es nur wenige neue Erkenntnisse. Trotz alledem steht ein möglicher Termin für die Wiedereröffnung der Sauna- und Badewelt im Raum.
Christian Pongratz, Leiter der Polizeiinspektion Bad Kötzting, teilte auf Nachfrage unseres Medienhauses am Dienstag mit, dass noch unklar ist, wie es zu dem Brand im Küchenbereich des Aqacurs kam. Wie er aber sagte, sei es keine vorsätzliche Brandstiftung gewesen. Auch werde nicht von einer fahrlässigen Brandstiftung ausgegangen, vielmehr von einem technischen Defekt. Um die genaue Ursache zu klären, werden die Kriminalpolizei sowie Gutachter von Versicherungen hinzugezogen.

Hier finden Sie den Blog zum Großeinsatz nach Brandalarm im Aqacur in Bad Kötzting zum Nachlesen.
Derzeit gehen die Ermittler von einer niedrigen bis mittleren sechsstelligen Schadenssumme aus.
Erneut zu brennen begonnen
Wie Bad Kötztings Feuerwehrkommandant Michael Weiß ebenfalls auf Nachfrage sagte, habe es kurz nach der Alarmierung am Montag um 16.56 Uhr geheißen: „Das Feuer ist aus“. Da es aber erneut zu brennen begonnen habe, musste die Feuerwehr den Brand löschen. Dies erfolgte über einen „Innenangriff durch die Küche“, sagte Weiß. Weil aus dem Kamin für den Dunstabzug laut des Kommandanten Flammen herausloderten, sei die Drehleiter zum Einsatz gekommen. Die Aktiven konnten so die Temperatur um den Kamin herum kontrollieren. Zudem habe man über die Lüftungsschächte CO2 zugeführt, um das Feuer zu ersticken und so „den Wasserschaden möglichst gering“ zu halten, erklärte Weiß.
Wie er sagte, seien die letzten Einsatzfahrzeuge um circa 20 Uhr abgerückt. Für ihn wurde es ein längerer Abend. Kommandant Weiß habe sich noch mit Bürgermeister Markus Hofmann, der Polizei, dem Aqacur-Geschäftsführer Karl-Heinz Lummer und den Angestellten der Badewelt besprochen, ob die Einrichtung am Dienstag öffnen kann. Dann sollte nämlich eigentlich die 20-Jahr-Feier stattfinden. Die Verantwortlichen entschieden, das Fest abzusagen. Dies gab die Stadt noch am Montag um 22.50 Uhr in einer Meldung über ihren WhatsApp-Channel bekannt. Darin bedankte sich Bürgermeister Markus Hofmann bei „allen Rettungskräften, Feuerwehrleuten, der Polizei, dem Rettungsdienst und der gesamten Blaulichtfamilie für ihren schnellen, professionellen und besonnenen Einsatz. Ihr habt großartige Arbeit geleistet und Schlimmeres verhindert!“ Zudem war zu lesen: „Eigentlich wollten wir morgen gemeinsam das 20-jährige Jubiläum der Aqacur Badewelt feiern. Leider müssen wir dieses Fest verschieben.“
Warum die Feier, die eventuell Anfang Dezember nachgeholt werden soll, letztlich abgesagt wurde, erklärte Aqacur-Geschäftsführer Karl-Heinz Lummer auf Nachfrage: „Wir können das Geplante nicht umsetzen, weil keine Gastronomie möglich ist.“ Die Bad-Küche sei ein „Totalschaden“, sagte Lummer. Deswegen sei das Aqacur bis auf Weiteres geschlossen.
Ziel: Öffnung am Freitag
Ziel sei es, die Pforten für Sauna- und Badegäste am Freitag wieder zu öffnen – „aber ohne Gastro im Badbereich“, so Lummer. Auch die Küche im Saunabereich ist laut Geschäftsführer durch die Rauch- und Rußentwicklung „in Mitleidenschaft gezogen“ worden. Dort würden die Mitarbeiter nun alles wieder auf Vordermann bringen.








Wie Lummer sagte, sei das Schwimmbad nicht vom Brand betroffen gewesen, und auch die Patienten des integrierten Rehazentrums Uschi Martin konnten das Bad am Dienstag schon wieder nutzen. Einen vergleichbaren Einsatz in der Aqacur Sauna- und Badewelt habe es laut Karl-Heinz Lummer und Feuerwehrkommandant Michael Weiß bisher nicht gegeben. Die Aktiven hätten dort in der Vergangenheit lediglich Übungen und Begehungen abgehalten.
Unschöne Szenen: Badegäste beleidigen Einsatzkräfte und Badpersonal
Dennoch zeigten sich die Verantwortlichen der Blaulichtorganisationen – allen voran Kreisbrandrat Michael Stahl und Kreisbrandmeister Florian Heigl – bereits am Montagabend zufrieden über den Verlauf des Einsatzes, der mehr als 200 Aktive forderte und bei dem etwa 400 Badegäste betroffen waren.
Dennoch hätten sich auch einige unschöne Szenen abgespielt. Wie bereits am Montag während des Einsatzes zu hören war und Kommandant Weiß auf Nachfrage bestätigte, hätten manche Badegäste mit Unverständnis auf die Evakuierung reagiert, weil sie nun „beim Baden gestört“ würden. Andere Besucher hätten ihr Eintrittsgeld zurückgefordert und manche die Einsatzkräfte sowie das Badpersonal sogar beleidigt.
Bürgermeister Hofmann schrieb dazu im WhatsApp-Channel: „Leider mussten unsere Einsatzkräfte und Mitarbeitenden aber auch erleben, dass einige Personen sehr respektlos und ungeduldig reagierten. Dafür fehlt uns jedes Verständnis – gerade in Notfällen ist gegenseitiger Respekt und Vertrauen in die Einsatzkräfte entscheidend.“