Das AQACUR in Bad Kötzting blickt auf 20 sehr erfolgreiche Jahre zurück

Von Stefan Weber · 19. Oktober 2025 um 15:00

Die Nacht auf den 13. August 2002 brachte die Wende. Was als die größte Hochwasserkatastrophe in die jüngere Stadtgeschichte eingegangen ist, beschädigte neben vielen anderen Gebäuden auch das damals schon sehr in die Jahre gekommene Hallen- und Wellenfreidbad – und weil das schon so sanierungsbedürftig gewesen war, machte der 13. August den Weg frei für einen Neuanfang.

13 Millionen Euro – so viel wie heute der Neubau des Parkhauses in der Innenstadt – hat der weitgehende Neubau der Bade- und Saunawelt AQACUR vor zwei Jahrzehnten gekostet. Der Zweckverband, über den sich Stadt und Landkreis die Betriebskosten aufteilen (wie bei jedem anderen Bad auch), erhielt für den Neubau 3,1 Millionen Euro aus Mitteln zur Wiederherstellung der Infrastruktur nach Hochwasserschaden und gut fünf Millionen Euro, verteilt auf die Jahre 2004 bis 2006.

Bis zu 1000 Besucher pro Tag

Das Besondere am neuen AQACUR, das war die Sauna. Die wurde richtig groß, optisch ansprechend mit viel Holz gefertigt, und ist seitdem der „Bringer“ für das „Zugpferd“ AQACUR. Ein Umstand, der so natürlich nicht vorherzusehen gewesen war. Wie viele Gäste würden kommen, wenn die neue Bade- und Saunawelt eröffnen würde?

Die Schlagzeilen ließen nicht auf sich warten. Am 11. Januar 2006, etwas mehr als zwei Monate nach der Eröffnung, titelte unser Medienhaus: „Im AQACUR: 1000 Besucher pro Tag“. Seit Beginn der Weihnachtsferien sei das Stadtgespräch damals gewesen, heißt es in dem Bericht. „Nicht zu glauben, aber wahr“, bestätigte der damalige und auch aktuelle Geschäftsführer Karl-Heinz Lummer auf Nachfrage – die Besucherzahlen bis dahin entspreche aber auch den Erwartungen. Bis zum Ende des ersten Jahres waren es ganze 188 110 Besucher in Sauna, Sportbad, Badewelt und Gesundheitsbad, und damit gut 8000 Besucher mehr als vor Eröffnung des Bades geschätzt worden war.

Wer nun befürchtet hatte, dass die Zahlen wieder sinken könnten, wenn „alle das neue Bad einmal gesehen haben“, der irrte sich. Über 190 000 Besucher waren in den Folgejahren die Regel – zumindest, bis in den Betrieb eingegriffen wurde.

Denn zur bald 20-jährigen Geschichte des AQACUR gehören nicht nur regelmäßige Jahresabschlüsse, bei denen der Betrieb (Umlage von Stadt und Landkreis mit einberechnet) nicht defizitär war, sondern auch, dass immer wieder investiert worden ist. So wurde im Jahr 2009 bereits die Sauna um einen Liegebereich, eine Sauna, Dampfbad und Gradierwerk erweitert, 2011 wurde in eine große Reifenrutsche investiert. Ab 2013 lagen die Besucherzahlen dann mit traumwandlerischer Sicherheit jedes Jahr über der „magischen Grenze“ von 250 000 Besuchern. Eine Zahl, die wohl keine andere permanent betriebene touristische Einrichtung im Landkreis Cham für sich verbuchen kann.

Erweiterung bereits geplant

Nach zehn Jahren – die damals übrigens im August mit einem Open-Air und Essen vom Grill im Freibad sowie Musik und Buffet für die Saunagäste gefeiert wurde – war klar: Das AQACUR hat die Erwartungen mehr als erfüllt, und so ließ der Geschäftsführer schon damals anklingen, dass eine Erweiterung der Sauna „im Bestand“ notwendig geworden war, ein Anbau ihm aber noch lieber wäre.

Wenige Jahre später lagen die Pläne für eine Sauna-Erweiterung dann auch schon vor, und dann kam die Corona-Pandemie im Jahr 2020. Geschlossene Bäder waren die Folge, und als die wieder öffnen durften, schossen die Energiekosten durch die Decke.

Das AQACUR ist, obwohl die Wärme seit Beginn über eine eigens errichte Hackschnitzel-Anlage geliefert wird, der einzeln für sich betrachtet größte Stromverbraucher in der Stadt. Ein Umstand, der sich mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 auch in den Rechnungsbüchern der Bade- und Saunawelt schmerzlich bemerkbar machte. Damals waren die Energiekosten von rund 350 000 Euro jährlich auf rund 1,2 Millionen Euro gestiegen.

Darum fiel letztlich der Beschluss, den Anbau, für den in den vergangenen Jahren das Geld bereits zur Seite gelegt worden war, auf Eis zu legen und für rund vier Millionen Euro mehrere Photovoltaikanlagen samt Speicher mit einem Megawatt anzuschaffen. Dadurch sollen ab diesem Jahr etwa 60 Prozent der notwendigen Energie selbst erzeugt werden, um zukunftsfähig bleiben zu können. Aber, das muss ja nicht bedeuten, dass nicht doch irgendwann doch noch erweitert werden kann in den kommenden Jahren ...

So wird gefeiert

■ Geburtstagsfeier: Am 28. Oktober gibt es ganztägig Aktionen rund um den 20. Geburtstag der Bade- und Saunawelt AQACUR, und zwar in allen Bereichen.

■ Glücksrad: Los geht es am Eingang: Hier haben schon zu Beginn des Besuchs alle Gäste die Möglichkeit, am Glücksrad kleine und größere Preise zu gewinnen.

■ Sauna: Hier bietet die Küche besondere Speisen an, es gibt ganztägig ausgefallene Rituale und Aufgüsse sowie „schmackhafte Zugaben“, Peelings und Masken.

■ Nachlass: 20 Prozent auf alle vor Ort gebuchten Massagen vom 28. bis 31. Oktober.

■ Für Kinder gibt es um 15 Uhr Kuchen und Steckerleis im Schwimmbad. wf