Brand in der Küche des Aqacurs – Badegäste beschimpfen Einsatzkräfte

Hunderte Einsatzkräfte wurden am Montagabend zum Aqacur in Bad Kötzting (Landkreis Cham) beordert. Um kurz vor 17 Uhr war ein Notruf abgesetzt worden: Brand im Küchenbereich des Restaurants.
Die ersten Polizeikräfte vor Ort bestätigten auch Rauchentwicklung aus dem Gebäude. Weil die Situation vor Ort zunächst völlig unklar war, rückte ein Großaufgebot aus.
Allein 45 Fahrzeuge mit 200 Feuerwehrleuten waren vor Ort, die auch sofort damit begannen, verbliebene Badegäste aus dem Gebäude zu holen. Viele hatten schon selbst das Bad verlassen – ein Segen und ein Fluch zugleich. Denn durch die Flut an Menschen, die möglichst schnell aus dem Aqacur herauswollten, mussten sich die Rettungskräfte erst einmal einen Weg zum Gebäude bahnen.
Hier finden Sie den Blog zum Großeinsatz nach Brandalarm im Aqacur in Bad Kötzting zum Nachlesen.
Doch relativ schnell konzentrierte sich der Einsatz auf den ersten Stock, wohin eine Löschwasserversorgung aufgebaut wurde.
Angst vor vielen Verletzten
„Das ist schon eine Hausnummer, wenn man mit einer Vielzahl von Personen, vielleicht verletzter Personen, rechnen muss“, erklärte Kreisbrandrat Michael Stahl den Großeinsatz.
Wegen der befürchteten Verletzten waren auch fast 20 Rettungsdienst-Fahrzeuge und 32 Einsatzkräfte des BRK vor Ort. Am Jahnplatz wurde wegen des beengten Platzes vor dem Aqacur ein Bereitstellungsraum eingerichtet, wo unter anderem auch die Badegäste betreut wurden. Bürgermeister Markus Hofmann eilte ebenfalls an den Einsatzort, um sich ein Bild von den Vorgängen zu machen. Die Polizei war laut Bad Kötztings Polizeichef Christian Pongratz mit acht Fahrzeugen im Einsatz und übernahm vordringlich die Verkehrsleitung.







Sechs Personen wurden ambulant behandelt, eine Küchenangestellte musste wegen einer leichten Rauchvergiftung versorgt werden.
Um die 400 Badegäste hatten sich den Zählungen zufolge zum Zeitpunkt des Feuerausbruchs im Bad befunden.
Helfer wurden beschimpft
Recht schnell konnte jedoch noch vor 19 Uhr wieder Entwarnung gegeben werden. Das Feuer war ersten Erkenntnissen zufolge im Bereich der Fritteusen ausgebrochen – ob es sich dabei um menschliches Versagen handelt oder ob ein technischer Defekt Ursache für das Feuer war, ist noch unklar. Die Ermittlungen dazu laufen.
Am Ende zeigten sich die Verantwortlichen, allen voran Kreisbrandrat Michael Stahl und Kreisbrandmeister Florian Heigl zufrieden darüber, dass der Einsatz noch einmal glimpflich verlaufen sei. Unverständnis äußerten die Feuerwehrleute, dass nicht alle Badegäste Verständnis für die Einsatzkräfte gezeigt hätten. Im Gegenteil: Manche beschimpften die Helfer. Dennoch hieß es bei der anschließenden Pressekonferenz: „Aus Feuerwehrsicht ist der Einsatz mitsamt Räumung und Brandbekämpfung sehr gut abgelaufen, eine richtige Gefährdung von Personen war zu keiner Zeit gegeben.“






Stahl betonte auch, dass gerade im Hallenbadbereich keine Gefahr bestanden hatte, und selbst die Kinder, die dort gerade Schwimmtraining hatten, das Bad nicht einmal verlassen mussten. Die Eltern seien darüber informiert worden, dass es den Kindern gutgehe. Wer angezogen war, sollte das Bad verlassen, die übrigen Badegäste durften bleiben.
Bürgermeister Markus Hofmann bedankte sich bei den Einsatzkräften für das rasche Handeln und äußerte sein Unverständnis darüber, wie manche Badegäste reagiert hätten. „Einige Leute haben gefragt: Was passiert jetzt mit meinem Eintritt, den ich gezahlt habe.“

Die Schadenshöhe war zum Ende des Einsatzes noch nicht bekannt. Ob das Bad am morgigen Dienstag öffnet, stand am Abend noch nicht fest. Eigentlich sollte an dem Tag die große 20-Jahr-Feier stattfinden...