Gesund bleiben trotz Schmuddelwetter: Regensburger Experten geben Tipps gegen Erkältung

Nasses Herbstwetter, niesende Kollegen und trockene Heizungsluft: Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit haben Erkältungen leichtes Spiel. Experten aus Regensburg und Umgebung verraten, wie sie möglichst gesund durch die kommenden Monate kommen – und was ihnen hilft, wenn die Erkältung doch zugeschlagen hat.
■ Trockene Luft? Der Apothekerin hilft ein Hausmittel
Ein altbewährtes Hausmittel empfiehlt Birgit Specht, Inhaberin der Königsapotheke und Sprecherin des Bayerischen Apothekerverbands für Regensburg. Um möglichst gar nicht erst richtig krank zu werden, setzt sie auf Nasenspülungen mit isotonischer Kochsalzlösung. „Bei beginnendem Schnupfen hilft das sehr gut“, sagt sie. „Die Nasenschleimhäute werden feucht gehalten, und Viren werden ausgespült. Wenn die Schleimhäute abschwellen, bekommt man auch wieder besser Luft.“
Auch vorbeugend sei die Nasendusche in der kalten Jahreszeit und bei trockener Heizungsluft eine gute Sache: „Am besten regelmäßig benutzen.“ Ist der Schnupfen bereits schlimm und die Nase richtig zugeschwollen, helfe ein Nasenspray aus der Apotheke. „Aber zur Vorbeugung ist so ein natürliches Mittel sinnvoll.“
■ Die Heilpraktikerin bringt ihren Körper in Schwung
Gerade in der kalten Jahreszeit kommt es darauf an, wie man den Tag beginnt, sagt Heilpraktikerin Christina Berger. Der Körper müsse am Morgen erst einmal in Schwung gebracht werden – und das am besten mit Licht, Bewegung und Atemübungen. „Statt direkt den PC anzumachen und Mails zu checken, sollte man erst einmal bei sich selbst anfangen.“ Auch Körperkontakt helfe, da dabei Oxytocin ausgeschüttet werde.

„Man kann sich selbst umarmen, den Partner umarmen oder die Kinder knuddeln – das alles ist hilfreich.“ Während es am Morgen gerne etwas „Spannung“ geben darf – auch die kalte Dusche helfe, das Immunsystem zu stärken –, sei abends Entspannung wichtig. „Dann ist Wärme gut, zum Beispiel mit einem Fußbad. Generell empfehle ich für den Abend wenig Licht, nicht zu spätes Essen und zum Schlafen ein kühles Schlafzimmer“, sagt die Heilpraktikerin, die eine Naturheilpraxis in Burgweinting betreibt. „Einen gesunden Körper darf man gerne mit Kälte- oder Wärmereizen fordern“, erklärt sie. „Wenn man dagegen schon krank ist, sollte man sich wirklich Zeit nehmen zu genesen und langsam wieder in den Alltag zu starten, damit es keinen Rückfall gibt.“
■ Auf die Ernährung kommt es an, sagt der Kinderarzt
Täglich hat Dr. Stephan Döring in seiner Kinderarztpraxis in Nittendorf mit kleinen Patienten zu tun. „Ich werde permanent geboostert“, sagt der Mediziner. „Durch den ständigen Kontakt mit Viren und Bakterien ist mein Immunsystem gut trainiert.“ Grundsätzlich sei es falsch, andere Menschen aus Angst vor Ansteckung zu meiden. „Quarantäne führt dazu, dass unser Immunsystem heruntergefahren wird – das haben wir in der Corona-Zeit gemerkt.“ Kinder sollten im Herbst und Winter weiterhin den Kindergarten besuchen, sich möglichst viel an der frischen Luft bewegen und viel trinken. „Bei einem Kindergartenkind sind bis zu 14 Erkältungen pro Jahr noch normal“, sagt Döring. Bei Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen sei außerdem Händehygiene wichtig. „Finger aus dem Gesicht“, rät er.
Die Ernährung habe ebenfalls einen Effekt auf das Immunsystem. „Viele Menschen essen zu viele Kohlenhydrate und zu wenig Proteine. Generell sollte man so wenig hochverarbeitete Produkte wie möglich zu sich nehmen.“ Wer die Genesung bei einer Erkältung mit Nahrungsergänzungsmitteln wie Zink oder Vitamin C beschleunigen will, den enttäuscht Döring:„Es gibt zahlreiche Daten, die zeigen, dass die Krankheitsdauer dadurch nicht verkürzt wird.“
■ Der Hausarzt rät: Rausgehen bei Wind und Wetter
Auch erwachsenen Patienten tut Bewegung an der frischen Luft gut – „auch bei Wind und Wetter“, sagt Dr. Gerhard Haas, Facharzt für Innere Medizin aus der Gemeinschaftspraxis Dr. Gerhard Haas, Sabine Haas und Sebastian Hartwig in Kumpfmühl. Kommen in geschlossenen Räumen große Menschenansammlungen zusammen, ist regelmäßiges Lüften wichtig. „Draußen sind die Erreger maximal verdünnt“, erklärt er. „Drinnen dagegen, in geschlossenen und überheizten Räumen, ist die Erregerkonzentration sehr hoch.“
Ist man bereits angeschlagen, sollte man, wenn möglich, zu Hause bleiben. „So heilen Infekte schneller ab, man steckt niemanden an – und außerdem handelt man sich so weniger schnell Komplikationen wie etwa eine bakterielle Superinfektion ein.“ Gerade für ältere Menschen und Risikopatienten sind Impfungen gegen Grippe, Corona, Pneumokokken und das RS-Virus besonders wichtig. „Sie haben ein schwächeres Immunsystem und sind oft den ganzen Tag drinnen“, so der Mediziner.