Osram schließt ein Werk in Bayern: So viele Jobs werden nach Regensburg verlagert

Von Lorenz Nix · 25. Oktober 2025 um 17:00

Der deutsch-österreichische Halbleiterkonzern ams Osram hat angekündigt, sein Werk in Schwabmünchen bei Augsburg bis Ende 2027 zu schließen. Aktuell werden dort unter anderem LED-Leuchtstoffe entwickelt und produziert. Das soll künftig der Standort Regensburg übernehmen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Dafür werden neue Stellen in der Oberpfalz geschaffen.

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Wie Pressesprecher Volker Gieritz auf Anfrage der Mediengruppe Bayern mitteilt, bekommen 60 der rund 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Schwabmünchen das Angebot, in die Oberpfalz zu wechseln. In Regensburg würden diese dann offenbar eine komplett neue Abteilung aufbauen, die dort so bisher noch nicht existiert: In dem großen Werk im äußersten Südosten der Stadt „gibt es derzeit keine LED-Leuchtstoff-Fertigung und -Entwicklung“, so Gieritz.

Mit LEDs, also Leuchtdioden, kennen sich die Regensburger Osram-Angestellten aber dennoch sehr gut aus. Das Werk sei „der wichtigste Forschungs- und Entwicklungsstandort für optoelektronische Halbleiter in Europa“, sagt Gieritz. Dabei handelt es sich um Halbleiterbauelemente, die mit Licht interagieren, es aussenden oder erkennen. LEDs sind ein Teil davon, außerdem gehören dazu unter anderem Laser und bestimmte Sensoren.

Schwabmünchen: Verkauf des Osram-Werks scheiterte

In Schwabmünchen hingegen entstehen LED-Leuchtstoffe – die Vorprodukte, die die Dioden überhaupt zum Leuchten bringen. Davon abgesehen produziert das Werk unter anderem spezielle Metallpulver für die Industrie. Ausschlaggebend für die Schließung des Standorts seien Auftragsrückgänge sowie „ein zunehmender Kostendruck durch günstig produzierende Wettbewerber aus Asien“, heißt es in der Mitteilung von ams Osram. Auch sei es gescheitert, das Werk zu verkaufen. Die „Bündelung“ des LED-Bereichs in Regensburg ist dem Unternehmen zufolge deshalb „aus strategischer Sicht erforderlich und sinnvoll“.

Laut Gieritz handelt es sich bei dem großen Oberpfälzer Werk – aktuell sind dort etwa 2800 Mitarbeitende beschäftigt - um den „Innovationsstandort für optische Emitter“, also für LED- und Laser-Dioden, von ams Osram. Die Entscheidung, Teile des Schwabmünchner Standorts nach Regensburg zu verlagern, erklärt der Sprecher damit, dass die Entwicklung und Fertigung einer LED mehrere Wertschöpfungsschritte habe. Dazu gehöre auch das Thema Leuchtstoffe. Mit der Verlagerung bringe man die Stufen enger zusammen. „Das ermöglicht uns künftig schnellere und effizientere Neuentwicklungen als auch Synergien in der Produktion“, erklärt Gieritz.

Osram-Chef mit Regensburger Vergangenheit

Erstere sind für ams Osram notwendig, um seine Marktstellung bei LED-Technologien zu festigen. Im Sommer hatte der Halbleiterkonzern mitgeteilt, hier einer Analyse zufolge mittlerweile gleichauf mit dem langjährigen Konkurrenten Nichia zu sein. Das japanische Unternehmen war bislang alleiniger Weltmarktführer im LED-Bereich.

„Wir haben stetig auf dieses Nummer-1-Ziel hingearbeitet und sind froh, dass wir das jetzt erreicht haben“, sagte Aldo Kamper, ams-Osram-Vorstandsvorsitzender, damals in einer Pressekonferenz. Der Konzernchef hat auch eine persönliche Verbindung zu dem LED-Geschäft des Unternehmens: Kamper startete 1994 in Regensburg seine berufliche Laufbahn und stieg bis zum Leiter des unter anderem in der Oberpfalz beheimaten Bereichs für optoelektronische Halbleiter auf.