Osram ist auf dem Weg zum LED-Weltmarktführer – auch dank Regensburger Werk

Von Lorenz Nix · 31. Juli 2025 um 15:54

Der deutsch-österreichische Halbleiterhersteller ams Osram nähert sich der Spitzenposition im weltweiten LED-Markt. Das teilte der Vorstandsvorsitzende Aldo Kamper im Rahmen einer Pressekonferenz zu den Quartalszahlen des Unternehmens mit. Ihn freue das auch ganz persönlich, sagte der Firmenchef – unter anderem aufgrund seiner Verbindung zu Regensburg.

Das Osram-Werk in der Oberpfalz ist seit Jahrzehnten ein zentraler Standort für die Entwicklung und Fertigung der LED-Technologien des Unternehmens. Kamper startete dort 1994 seine berufliche Laufbahn und stieg bis zum Leiter des unter anderem in Regensburg beheimaten Bereichs für optoelektronische Halbleiter auf.

Teil dessen ist eben auch das Geschäft mit Leuchtdioden beziehungsweise kurz LEDs. Hier ist das japanische Unternehmen Nichia Weltmarktführer. Seit kurzem sei ams Osram aber „auf Augenhöhe mit dem langjährigen Konkurrenten“, sagte Kamper. Der Konzernchef bezog sich dabei auf eine Analyse des taiwanesischen Marktforschungs- und Beratungsunternehmen TrendForce. Derzufolge hätten sowohl Nichia als auch ams Osram mittlerweile zwölf Prozent Marktanteil, heißt es vom deutsch-österreichischen Halbleiterhersteller. „Wir haben stetig auf dieses Nummer-1-Ziel hingearbeitet und sind froh, dass wir das jetzt erreicht haben“, freute sich Kamper.

Dabei lief es für den LED-Bereich des Unternehmens in der Vergangenheit alles andere als rund. Anfang 2024 stornierte ein großer Kunde – wohl der US-Konzern Apple – überraschend einen Micro-LED-Auftrag. Ams Osram hatte dafür sogar ein eigenes Werk in Malaysia gebaut. Die Folgen der Apple-Absage waren gewaltig: Ende 2024 stand ein Rekordverlust für ams Osram.

Vorstandschef von ams Osram zufrieden mit zweitem Quartal

Sparmaßnahmen – unter anderem ein im November angekündigter Stellenabbau in Regensburg – zeigen dem Unternehmen zufolge aber Wirkung. „In einem schwierigen Marktumfeld haben wir geliefert“, sagte Kamper am Donnerstag über das zweite Quartal. Der Umsatz ist im April, Mai und Juni allerdings im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 775 Millionen Euro zurückgegangen. Verantwortlich dafür macht das Unternehmen laut Pressemitteilung unter anderem den schwächelnden US-Dollar. Bei einem unveränderten Wechselkurs zum Euro wäre der Umsatz um etwa 35 Millionen höher gewesen, teilte ams Osram mit.

Mit 18 Millionen Euro fiel dafür das bereinigte Nettoergebnis positiv aus – nach einem Verlust von einer Million Euro im zweiten Quartal 2024 und sogar 23 Millionen Euro in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres. Der Grund ist allerdings ein Sondereffekt: Normalerweise jedes Quartal anfallende Kosten „wurden durch einen einmaligen positiven Effekt aus der Beilegung eines jahrzehntelangen Rechtsstreits über missbräuchliche Verwendung von Geschäftsgeheimnissen seitens der Gegenpartei reduziert“, heißt es vom Unternehmen.

Kamper blickte bei der Pressekonferenz positiv in die Zukunft. US-Zölle würden ams Osram kaum direkt belasten, sagte er. Zwar produziere der Konzern beispielsweise LEDs nicht direkt in den Vereinigten Staaten, mit den Kunden habe man aber vereinbart, dass diese die Zollkosten tragen würden. Ob sich die Nachfrage nach Autos oder Handys durch die Zölle verändere, sei allerdings noch nicht absehbar. „Im Moment ist der US-Markt recht normal“, sagte Kamper.