Rasanter Stellenaufbau in den vergangenen Jahren: Geht das bei Krones so weiter?

Der Oberpfälzer Anlagenbauer Krones aus Neutraubling (Landkreis Regensburg) hat am Mittwoch, 30. Juli, seine Zahlen für das erste Halbjahr vorgestellt. Nicht nur der Umsatz ist gewachsen, auch die Beschäftigtenzahl ist weiter gestiegen. Wie blicken die Verantwortlichen in die Zukunft?
Wie gut es bei der Neutraublinger Krones AG läuft, zeigen nicht nur Umsatz oder Gewinn. Mitte 2022 beschäftigte der Konzern aus dem Kreis Regensburg noch etwa 16 400 Menschen. Ein Jahr später waren es schon über 17 700, im zweiten Halbjahr 2024 wurde dann die Marke von 20 000 Angestellten überschritten. Und es ging weiter nach oben: Vor etwa einem Monat, am 30. Juni diesen Jahres, arbeiteten weltweit 20 712 Personen weltweit für den Anlagenbauer. Allerdings hat das schnelle Wachstum nun erst einmal ein Ende.
„Unser Plan ist es, den Mitarbeiteraufbau in Zukunft zu verlangsamen“, sagte Krones-Finanzvorständin Uta Anders am Mittwoch bei einem Gespräch mit der Mediengruppe Bayern zu den am Morgen veröffentlichten Finanzkennzahlen für das erste Quartal 2025. Man habe in den vergangenen beiden Jahren viele Beschäftigte dazu gewonnen. Ziel sei es jetzt, vorrangig mit dem vorhandenen Personal die Effizienz zu steigern – was aber keinesfalls bedeute, dass Krones nicht weiter einstelle.
Feiertage schmälern den Umsatz bei der Krones AG
Zum Ende des ersten Halbjahres vergrößerte sich die Belegschaft des Herstellers von Abfüllanlagen für die Getränke- und Lebensmittelindustrie im Vergleich zum 30. Juni 2024 um 1178 Personen oder sechs Prozent. Damit entwickelte sich die Beschäftigtenzahl leicht unterdurchschnittlich zum Umsatz. Letzterer lag in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres bei etwa 2,73 Milliarden Euro – ein Wachstum von 6,2 Prozent. Damit setzte sich der Höhenflug der Krones AG auf etwas niedrigerem Niveau als zuletzt fort. Tatsächlich verzeichnete das Unternehmen im ersten Quartal noch einen Umsatzanstieg von 13,2 Prozent. „Kalenderbedingt schwächte sich das Wachstumstempo im zweiten Quartal wie erwartet ab“, schreibt der Konzern dazu in seiner Pressemitteilung zu den neuesten Zahlen.
Uta Anders zufolge sind damit die vielen Feiertage – unter anderem Ostern im April und Pfingsten im Juni – sowie damit verbundene Brückentage gemeint. Es habe deutlich weniger Arbeitstage gegeben als jeweils im ersten Quartal 2025 aber auch im zweiten Quartal 2024. „Und Arbeitstage sind für uns eben wichtig, um Umsatz zu realisieren“, erklärte die Finanzchefin.
Am eigenen Jahresziel – ein Umsatzwachstum von sieben bis neun Prozent – hält Krones aber weiterhin fest. „Wir haben den Auftragsbestand dafür“, sagte Anders. Nach aktuellem Stand sind die Produktionskapazitäten des Oberpfälzer Konzerns eigenen Angaben zufolge bis Mitte 2026 ausgelastet.
Krones aus dem Kreis Regensburg: So wirken sich die US-Zölle aus
Allerdings gab es beim Auftragseingang im ersten Halbjahr einen Rückgang von 2,2 Prozent. „Natürlich wollen wir lieber wachsen“, sagte Vorstandsvorsitzender Christoph Klenk am Mittwoch der Mediengruppe Bayern. „Betrachtet man aber die gesamtwirtschaftlichen Umstände, haben wir hier ein gutes Ergebnis erzielt.“
Insgesamt lag der Wert der Bestellungen im ersten Halbjahr bei 2,73 Milliarden Euro – nach einem laut Mitteilung „sehr hohem Vorjahreswert“ von 2,79 Milliarden Euro. Wie sich hier in Zukunft die Zollverhandlungsergebnisse der EU mit den USA auswirken könnten, ist dem Konzern zufolge noch nicht absehbar. „Mit den 15 Prozent können wir umgehen“, sagte Klenk. Ob das auch für die Kunden gelte, könne man noch nicht genau sagen. „Fakt ist aber, dass die Entscheidung, sollte sie stabil bleiben, für uns bedeutet, dass wir erstmal nicht in großem Maßstab Produktion verlagern müssen.“
Grundsätzlich blickt man bei Krones weiterhin optimistisch in die Zukunft. Am Mittwoch bestätigte der Konzern deshalb unter anderem auch die Prognose für die sogenannte Ebitda-Marge. Die Kennzahl, die das Verhältnis des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zum Umsatz beschreibt, konnte das Unternehmen im ersten Halbjahr deutlich von 10 auf 10,6 Prozent verbessern. Für das Gesamtjahr hatten sich die Neutraublinger hier einen Wert von 10,2 bis 10,8 Prozent als Ziel gesetzt.