Burglengenfelder Räte zeigen Herz für die Stadtkirche und gewähren Zuschuss

Als Stadtpfarrer Michael Hirmer vor zwei Wochen seinen 50. Geburtstag feierte, konnte sich der Geistliche über ein volles Gotteshaus mit rund 600 Gästen freuen. Das hatte es länger nicht gegeben. Nach dieser eindrucksvollen Sympathiebezeigung auf sozialer Ebene gab es für Hirmer jetzt auch auf der kommunalpolitischen Bühne Unterstützung.
Wie berichtet, befindet sich die St.-Vitus-Kirche im Herzen der Stadt in bedenklichem Zustand. Für den maroden Dachstuhl über dem Langhaus war Ende 2023 sogar eine größere Notmaßnahme erforderlich gewesen. Die Gesamtkosten beliefen sich, wie jetzt erst bekannt wurde, auf rund 157 500 Euro. Die Hälfte davon übernahm das Bistum.
Doch auch der Rest stellt für die Kirchenstiftung eine erhebliche Belastung dar, zumal sie eigentlich eine Generalsanierung des Gotteshauses anstrebt. Um die finanzielle Situation ein klein wenig zu entspannen, reichte die Stiftung Mitte September einen Zuschussantrag ein. Eine konkrete Summe wurde darin bewusst nicht genannt, so Pfarrer Hirmer.
Stadt hat klare Regeln aufgestellt
Die Stadt aber hat schon vor vielen Jahren einen Grundsatzbeschluss gefasst, wonach in solchen Fällen bis zu 10 000 Euro gewährt werden können. So lautete nun auch der Beschlussvorschlag am Mittwoch im Stadtrat – und bis auf zwei Mandatsträger votierten alle dafür.
Das ist keine Selbstverständlichkeit. Zur Erinnerung: Vor einigen Jahren hatte Hirmers Vorgänger, Pfarrer Franz Baumgartner, die Sanierung des Pfarrhofs in der Kirchenstraße in Angriff genommen. Als die Kosten immer weiter stiegen, bat auch er die Kommune um Unterstützung. Baumgartners Zuschuss-Gesuch wurde mehrheitlich abgelehnt. „Die Kirche“ verfüge über genug Mittel, um sich selbst zu helfen, hieß es seinerzeit vor allem aus den Reihen der SPD.
Diesmal war aus dieser Fraktion keine Kritik zu hören. Nur zwei ihrer Räte votierten mit „Nein“. Beinahe hätte es allerdings auch eine dritte Gegenstimme gegeben, die aber wegen eines menschlichen Bedürfnisses nicht zustande kam.
Kurze Abwesenheit und die Folgen
Siegfried Klopp hatte, kaum dass der Tagesordnungspunkt in Angriff genommen worden war, den Saal verlassen, um sich zu erleichtern. Er war, wie er später versicherte, fest davon ausgegangen, dass sich zu dem Zuschussgesuch eine längere Debatte entwickeln würde. Daran wollte er sich unbedingt beteiligen. Doch als er an seinen Platz zurückkehrte, musste er feststellen, dass die Abstimmung bereits gelaufen war.
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Das wurmte Klopp noch eine ganze Weile. Nach der Sitzung verriet er dem Berichterstatter, was er alles zum Besten hätte geben wollen. Nämlich dass das Bistum trotz steigender Kirchenaustrittszahlen finanziell noch immer gut aufgestellt sei. Der „Konzern“ Diözese Regensburg habe im Geschäftsjahr 2023 über 84,5 Millionen Euro an liquiden Mitteln verfügt.
Die Finanzlage der Kommunen sei indes katastrophal, mahnt Klopp und beruft sich dabei auf Angaben des Bayerischen Städtetags. Im Jahr 2024 hatten sie ein Defizit von 5,3 Milliarden angehäuft, Tendenz weiter steigend.Vor diesem Hintergrund hätte es Siegfried Klopp nicht verantworten wollen, der Stadtkirche aus der Stadtkasse einen Zuschuss zu bewilligen. Wörtlich sagte er: „Wie sollte ich diese Großzügigkeit den Bürgern erklären?“