Volle Kirche war das schönste Geschenk: Pfarrer Michael Hirmer feierte 50. Geburtstag

Von Martin Kellermeier · 12. Oktober 2025 um 19:00

Wenn der Stadtpfarrer zur Sause lädt, dann kommen sie alle: Am Samstagabend feierte Michael Hirmer seinen 50. Geburtstag. Und er durfte an diesem Freudentag einige Hände schütteln. Rund 600 Gäste fanden den Weg ins Pfarrzentrum St. Josef in Burglengenfeld und machten dem umtriebigen Seelsorger ein besonderes Geschenk.

Hirmer strahlte übers ganze Gesicht, als er nach der Vorabendmesse mit seinen Mitbrüdern aus der Pfarrkirche auszog. War das Gotteshaus an seinem Ehrentag doch bis auf den letzten Platz besetzt! Der Andrang war sogar derart groß, dass sich einige Gläubige mit einem Stehplatz zufrieden geben mussten. „Die volle Kirche war das größte Geschenk“, sagte der Jubilar danach. Er habe sich sehr gefreut, dass Menschen aus allen Bereichen seines Lebens gekommen sind.

Der Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Josef war bestens besucht. Nicht nur in den Kirchbänken wurde es eng, auch am Altar standen einige Geistliche aus dem Dekanat Schwandorf und darüber hinaus. - Foto: Martin Kellermeier
Sorgten für den richtigen Ton: die Mitglieder der Musikkapelle St. Vitus unter der Leitung von Dirigent Adolf Huttner. - Foto: Martin Kellermeier

9000 Euro kommen Kinderkrippe in Indien zugute

Schon auf der Einladungskarte hatte Hirmer darauf hingewiesen, dass er keine Geschenke möchte. Stattdessen bat er um Spenden für eine Kinderkrippe in der indischen Heimat seines Pfarrvikars Kumar. Viele waren dem Aufruf gefolgt, und so kam die stolze Summe von 9000 Euro zusammen.

Auch auf Reden und Grußworte beim Stehempfang nach dem Gottesdienst hatte der Stadtpfarrer bewusst verzichtet. Es sollte eine lockere Zusammenkunft bei guten Gesprächen sein. Fleißige Helfer hatten dazu Leberkäs-, Fleisch- und Käsesemmeln vorbereitet. Ein Lagerfeuer loderte, und ein Fass Bier sorgte für volle Gläser.

Der Teublitzer Bürgermeister Thomas Beer (l.) und Michael Hirmer kennen sich gut. - Foto: Martin Kellermeier
Sie bewachten die Spendenbox: Monsignore Hans Amann, Stadtwerke-Chef Johannes Ortner und Notarzt Wolfgang Schreiber (v. l.). - Foto: Martin Kellermeier

Michael Hirmer, der älteste der drei Söhne von Brigitte und Karl Hirmer, wuchs in Pfreimd auf. Nach dem Besuch der Realschule in Nabburg und der FOS in Schwandorf studierte er in Eichstätt Religionspädagogik und in Regensburg, Rom und München Theologie.

Seit 2022 ist Michael Hirmer der Dekan im Dekanat Schwandorf

1997 trat er ins Priesterseminar ein, 2004 folgte die Weihe. Nach Kaplansjahren in Ergolding und Abensberg wurde er Pfarrer von Teublitz. 2023 trat er dann seine Stelle in Burglengenfeld an, um dort die katholische Stadtkirche zu formen. Seit 2022 ist Hirmer zudem der Schwandorfer Dekan.

Michael Hirmer ist ein angenehmer und sympathischer Mensch, dem ich nur das Beste wünsche.

Thomas Ebeling, Landrat des Landkreises Schwandorf

Unter Hirmers Gratulanten waren Weggefährten von all diesen Stationen. Aber auch einige Ehrengäste, darunter Landrat Thomas Ebeling (CSU), schauten vorbei. „Ich danke dem Herrn Pfarrer ausdrücklich anlässlich seines Geburtstags für seinen Einsatz in der Notfallseelsorge und für die Feuerwehren im Landkreis Schwandorf“, sagte der Landkreischef. Hirmer sei „ein angenehmer und sympathischer Mensch“, dem man „nur das Beste“ wünsche.

Als Feuerwehrseelsorger im Landkreis Schwandorf unterwegs

Die Feuerwehr war am Samstagabend im Pfarrzentrum stark vertreten. Schließlich engagiert sich Hirmer als Feuerwehrseelsorger im Landkreis Schwandorf. Die Delegation führte Kreisbrandrat Christian Demleitner an. Weitere Führungskräfte der Kreisbrandinspektion, darunter Kreisbrandmeister Christoph Spörl, schlossen sich an. Letzterer stellte fest: „Michael Hirmer lebt und stirbt für die Feuerwehr.“

Beim Fassanstich bekam der Jubilar Unterstützung von Kreisbrandmeister Christoph Spörl. - Foto: Martin Kellermeier
Die Spitze der Feuerwehr im Landkreis Schwandorf, angeführt von Kreisbrandrat Christian Demleitner (l.), gratulierte. - Foto: Martin Kellermeier

Nur lobende Worte für den Jubilar fand auch Leitender Notarzt Dr. Wolfgang Schreiber. Er bezeichnete Hirmer im Gespräch mit der MZ als einen Menschenfänger. „Er holt die Menschen dort ab, wo sie sind. Das ist eine große Gabe“, sagte der Allgemeinmediziner.

Würde Hirmer als Patient in seine Hausarztpraxis in Burglengenfeld kommen, dann hätte er ihn auf 39 geschätzt. Damit er auch den 100. Geburtstag feiern kann, sollte der Seelsorger „weniger Süßigkeiten essen und den Motor seines E-Bikes ab und an ausschalten“, so der Rat des Arztes.