Schwandorfs Oberbürgermeister Feller will mit eigener Liste den Stadtrat aufmischen

Von Martin Kellermeier · 17. Oktober 2025 um 19:00

Dass er als parteiloser Kandidat und nicht mehr für die CSU bei der anstehenden Kommunalwahl 2026 das Schwandorfer Rathaus erneut erobern will, hatte Oberbürgermeister Andreas Feller bereits erklärt. Doch dabei bleibt es nicht. Der OB will zusammen mit seinen Unterstützern auch eine eigene Stadtratsliste an den Start bringen. Unter seinen Mitstreitern seien vor allem politische Neulinge, sagte Feller im MZ-Gespräch.

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Wie berichtet, hatte der 56-Jährige mehrere Monate nach seiner Schlappe bei der CSU-Nominierungsversammlung entschieden, selbst seinen Hut in den Ring zu werfen und eine parteilose OB-Kandidatur anzustreben. Dafür benötigt er bekanntlich 190 Unterstützerunterschriften.

Eine entsprechende Liste liegt voraussichtlich ab Mitte Dezember im Schwandorfer Rathaus aus. „Ich habe schon viele positive Rückmeldungen erhalten und gehe guten Mutes ins Rennen“, sagte Feller am Donnerstag im MZ-Interview. Der Sprung in die Stichwahl sei für ihn „möglich“ und wäre „ein erster Erfolg“.

Neben den 190 Unterstützerunterschriften braucht Feller auch einen Wahlverein, der ihn für die OB-Wahl vorschlägt. An einer solchen Gruppierung arbeitet der OB derzeit und spricht dabei auffällig oft in der Wir-Form. „Wir machen uns durchaus schon Gedanken, wie wir den Zusammenschluss nennen“, sagte Feller beispielsweise.

Auch amtierende Stadträte seien unter den Listen-Aspiraten

Der Wahlverein soll den 56-Jährigen nicht nur erneut in den Chefsessel des Rathauses bringen, er soll künftig auch selbst im Stadtrat mitmischen. Gegenüber der MZ teilte Feller nun mit, dass auch eine eigene Stadtratsliste von ihm und seinen Mitstreitern zu erwarten sei.

Noch sei offen, ob alle 30 Listenplätze gefüllt werden können, doch etliche Unterstützer stünden schon jetzt parat. „Zu einem überwiegenden Teil sind es politische Neueinsteiger“, erklärte der OB. Doch auch amtierende Stadträte seien unter den Aspiranten. Auch für die Stadtratsliste sind 190 Unterstützerunterschriften notwendig.

In der zweiten Novemberhälfte will der 56-Jährige „unter Einhaltung aller Regularien“ eine Versammlung abhalten und der Öffentlichkeit sowohl Wahlverein als auch Stadtratsliste präsentieren. Es sei „denkbar“, so Feller wörtlich, dass er als OB-Kandidat auch die Liste anführe.

Sollte er nicht erneut OB werden und „nur“ als Stadtrat gewählt werden, wolle er trotzdem im Gremium mitwirken. „Man ist gewählt, das verpflichtet“, kommentierte der amtierende Rathauschef. Er sei zusammen mit seinen Mitstreitern an einer konstruktiven Mitarbeit im Stadtrat interessiert.

Zusammenarbeit mit der CSU im Schwandorfer Stadrat denkbar

Dabei sei auch einen Austausch mit der CSU freilich nicht ausgeschlossen, denn diese sei immer noch seine „politische Heimat“. Feller: „Im Stadtrat ist man immer auf Zusammenarbeit angewiesen, man braucht immer einen Konsens.“ Er denke weiter nicht an einen Austritt aus der CSU, so der OB. „Es müssen andere entscheiden, ob ich ausgeschlossen werde.“

Im Stadtrat ist man immer auf Zusammenarbeit angewiesen, man braucht immer einen Konsens.Andreas Feller, Oberbürgermeister

Die CSU hatte bekanntlich den Alleingang ihres einstigen Parteifreunds scharf kritisiert, schließlich werde damit eine demokratische Entscheidung der Partei mit Füßen getreten. Für CSU-Mandatsträger passte Fellers Vorgehen ins Bild, das sie in der zurückliegenden Zeit immer mehr von ihm gewonnen hätten. „Herr Feller war schon lange kein Teamplayer mehr“, erklärte beispielsweise der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hans Sieß.

CSU reagierte verärgert auf Fellers Pläne

Alleingänge, fehlenden Absprachen, Kritik an der Amtsführung und nicht zuletzt „wiederholte Verstöße gegen Regeln und Gesetze“ – all das warf die CSU dem amtierenden OB in einer Pressemitteilung im vergangenen September vor.

Mit Fellers Ankündigung, auch eine Stadtratsliste an den Start bringen zu wollen, ist das nächste Kapitel erreicht. „Die Schwandorfer CSU hat sich zu den Plänen von Andreas Feller bereits in der Vergangenheit mehrfach zu Wort gemeldet. Darüber hinaus werden wir das nicht weiter kommentieren“, erklärte Stadtverbandsvorsitzender Christoph Götz am Freitag auf Anfrage der MZ.