Webasto streicht wieder Hunderte Jobs: Auch die Standorte in Ostbayern trifft es

Erst im Frühjahr hatte der bayerische Autozulieferer Webasto angekündigt, 650 Stellen in Deutschland zu streichen. Nun der nächste Schock für die Belegschaft: 300 zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen gehen. Größere Standorte hat das Unternehmen auch in Ostbayern – in Hengersberg im Kreis Deggendorf und in Schierling im Kreis Regensburg.
Der Schwerpunkt des erneuten Stellenabbaus liege auf „Führungspositionen in der Verwaltung“, heißt es in der Webasto-Pressemitteilung vom Dienstag. Betroffen sind demnach vor allem die Zentrale in Stockdorf sowie der Standort Gilching (beides Landkreis Starnberg). Allerdings werden auch am Standort Hengersberg, der bereits von dem im Frühjahr angekündigten Abbau stark betroffen war, erneut Jobs gestrichen. Das erklärt ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage der Mediengruppe Bayern: „In Hengersberg kommen zu den im April mitgeteilten knapp 200 Stellen leider nochmals rund 20 dazu.“
Werk in Schierling mit „guten Perspektiven“
Ein Werk betreibt der Zulieferer, dessen Hauptprodukte Schiebe- und Panoramadächer sind, auch in der Oberpfalz. In Schierling fertigt Webasto Batteriesysteme für Nutzfahrzeuge. Während der Standort im April noch vom Stellenabbau verschont blieb, stehen nun Jobs im Feuer. Die Anzahl der Arbeitsplätze, die wegfallen sollen, ist aber überschaubar: „Von den nun kommunizierten Maßnahmen sind in Schierling lediglich zwei Stellen betroffen“, heißt es auf Nachfrage. Damit bleibe die Anzahl der Mitarbeitenden in dem Werk „stabil bei rund 350 Kolleginnen und Kollegen“. „Der Standort hat nach wie vor gute Perspektiven und das Geschäftsfeld mit Batteriesysteme entwickelt sich gut“, erklärt der Sprecher.
Mit dem nun angekündigten Stellenabbau wolle man die eigene Organisation aufgrund der „herausfordernden Marktsituation“ vereinfachen, heißt es in der Webasto-Pressemitteilung. „Die Veränderungen auf dem Automobilmarkt erfordern eine schlankere und kosteneffizientere Organisation mit weniger Komplexität und schnellen Entscheidungswegen. Nur so bleiben wir wettbewerbsfähig”, wird Jörg Buchheim, Vorstandsvorsitzender der Webasto SE, zitiert. Der Stellenabbau sei entscheiden dafür, das Unternehmen „zukunftsfähig aufzustellen“.
Standort in Niederbayern soll so nicht weiter bestehen
Umgesetzt werden soll der Abbau „möglichst sozialverträglich“, wie es in der Mitteilung heißt. Mitarbeitern werde angeboten, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Diese unterstützt laut Webasto über einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten bei der beruflichen Neuorientierung.
Webasto war im vergangenen Jahr in finanzielle Schieflage geraten. Im August vereinbarten zwischen Vorstand, Eigentümern, Banken und Autoherstellern ein Rettungspaket in Höhe von knapp zwei Milliarden Euro. Im Zuge seiner Restrukturierung schließt der Zulieferer auch Werke: So wird beispielsweise der Standort Hengersberg in der aktuellen Form nicht fortgeführt. Stattdessen soll ein Entwicklungszentrum entstehen – mit deutlich weniger Arbeitsplätzen. Ende 2024 beschäftigte Webasto weltweit noch 15.300 Mitarbeiter an über 50 Standorten.