Polizei würde Alkoholverbotszone am Schwandorfer Bahnhof begrüßen

Der Bahnhof in der Großen Kreisstadt sorgte zuletzt nach zwei Raubdelikten für Negativschlagzeilen. Wie kann man für ein höheres Sicherheitsgefühl auf dem Areal sorgen? Über die Möglichkeiten sprachen kürzlich hochrangige Vertreter von Bundes- und Landespolizei.
Eine Umfrage der Katholischen Jugendstelle hatte kürzlich Verbesserungsvorschläge für den Bahnhof thematisiert. Wie berichtet, sprachen sich dutzende Teilnehmer dafür aus, dass eine bessere Beleuchtung und Notrufknöpfe in der Gleisunterführung sowie an den Bahnsteigen installiert werden sollen. Mehr noch: Auch die Wiederbelebung der Leerstände in der Wartehalle, die Präsenz von Streetworkern sowie mehr Sicherheitspersonal waren unter anderem Forderungen.
OB-Kandidat Andreas Weinmann (SPD) fordert Bahnpolizeistation
In diese Kerbe schlug auch der OB-Kandidat der SPD, Andreas Weinmann (54). Der Polizeibeamte hatten sich in seiner Bewerbungsrede bei der Nominierungsversammlung Mitte September für mehr Sicherheit an dem Knotenbahnhof ausgesprochen. „Bahnhöfe sind oft Brennpunkte der Straßenkriminalität“, sagte Weinmann. Er forderte daher die Rückkehr der Bundespolizei an den Schwandorfer Bahnhof samt eigener Bahnpolizeistation.
Bahnhöfe sind oft Brennpunkte der Straßenkriminalität.
Andreas Weinmann, OB-Kandidat der SPD
Ein Polizeischild sucht man am örtlichen Bahnhof derzeit tatsächlich vergeblich. Räumlich gibt es die Bundespolizei auf dem Areal in der Innenstadt aber noch. Beamten der Bundespolizei steht dort ein sogenannter Dienstverrichtungsraum zur Verfügung. Auch der Zoll und die Landespolizei haben dafür einen Schlüssel, um hier beispielsweise Verdächtige zu durchsuchen.
Kürzlich tauschten sich die Spitzen der für den Bahnhof zuständigen Inspektion der Bundespolizei in Waldmünchen sowie Vertreter der Polizeiinspektion Schwandorf zur Sicherheitslage aus. Für Ersten Polizeihauptkommissar Martin Huber, den stellvertretenden Inspektionsleiter der Bundespolizei Waldmünchen, ist der Schwandorfer Bahnhof mit Blick auf die Zahl der Straftaten aktuell kein Kriminalitätsschwerpunkt. Am Hauptbahnhof in Regensburg sei die Lage eine ganz andere. „Das ist ein absoluter Brennpunkt“, berichtete Huber.

Seine Inspektion sei derzeit in ihren Aufgabengebieten Bahn und Grenze stark gefordert. In Schwandorf sei, anders als in Regensburg, kein festes, stationäres Revier der Bundespolizei vorgesehen. Das heiße aber nicht, dass seine Inspektion nicht auch in Schwandorf Präsenz zeige, sagte Huber. Im Rahmen des Streifendienstes seien Bundespolizisten immer wieder in Schwandorf anzutreffen.
Der Erste Polizeihauptkommissar stellte dabei die hervorragende Zusammenarbeit seiner Beamten mit der Polizeiinspektion Schwandorf hervor. Man sorge gemeinsam für Präsenz. „Das geht Hand in Hand“, so Huber wörtlich beim Pressegespräch.
Trinkerszene und Suchtkranke tummeln sich am Bahnhof Schwandorf
Der stellvertretende Inspektionsleiter der Bundespolizei fasste auch die Situation am Bahnhof zusammen. Leerstände, ein schlechter Zustand der Gebäude und ein fehlender Schalter würden zum Gesamtbild beitragen.
Dann seien da noch Suchtkranke an den Bahnsteigen, die oftmals wegen ihrer Krankheit in einem verwahrlosten Zustand auftreten. Und auch eine Trinkerszene gebe es am Schwandorfer Bahnhof. „So lange die Leute nur dasitzen und ihr Bier trinken, können wir nichts machen“, stellte Huber fest.

Erst bei Verstößen gegen die Hausordnung oder Straftaten könnte die Polizei aktiv werden. Würde womöglich eine Alkoholverbotszone wie am Regensburger Hauptbahnhof helfen? „Die Einrichtung einer solchen Verbotszone wäre in Schwandorf grundsätzlich zu befürworten“, sagte der Vize-Chef der Bundespolizei Waldmünchen.
Dieser Schritte müsste aber zunächst mit der Deutschen Bahn (DB) gesondert besprochen und bewertet werden. Die DB bestätigte auf Anfrage der MZ, dass es dazu bereits Gespräche mit der Bundespolizei gebe, diesen wolle man allerdings nicht vorgreifen, so eine Sprecherin.
Polizei Schwandorf: Bahnhof kein Kriminalitätsschwerpunkt
Auch Polizeihauptkommissar Florian Meier, Vize-Chef der Schwandorfer Inspektion, würde eine Alkoholverbotszone am Schwandorfer Bahnhof begrüßen. In seinen Augen trifft sich dort „eine bunte Mischung der Gesellschaft“, darunter auch einige sozial benachteiligte Menschen.
Auch Meier betonte, dass der Schwandorfer Bahnhof kein Kriminalitätsschwerpunkt sei. „Aufgrund der objektiven Sicherheitslage kann man hier ein gutes Gefühl haben“, konstatierte er. Konfliktbereite oder aggressive Passanten seien am örtlichen Bahnhof „in der absoluten Minderheit“.