Katastrophaler Zustand: Wird der Regensburger Dultplatz endlich saniert?

Es wurde oft besprochen, einmal sogar beschlossen – doch passiert ist bislang nichts: Der Regensburger Dultplatz muss dringend saniert werden. Nun schaut es so aus, als könnte das bald passieren.
CSU-Chef Michael Lehner brachte das Thema wieder aufs politische Tableau der Domstadt. Die Sanierung des Dultplatzes müsse „zwingend drin“ sein, sagte er unlängst mit Blick auf den kommenden Haushalt der Stadt.
Horcht man bei der Verwaltung nach, scheint das auch zwingend notwendig. Stadtsprecherin Katrin Butz redet erst gar nicht um den heißen Brei herum: „Der Dultplatz ist sanierungsbedürftig.“ Die Betriebs- und Sanitäranlagen seien „abgewirtschaftet“, sagt sie mit Verweis auf das Baujahr 1971. Man diskutiere derzeit Pläne – die zeitliche Umsetzung sei allerdings von politischen Entscheidungen abhängig.
Regensburger Dultplatz muss dringend saniert werden: Stadt hat lange Vorhaben-Liste
Die Liste der nötigen Sanierungsarbeiten ist indes lang, wie aus der Antwort der Stadtsprecherin hervorgeht. Baustellen sind unter anderem die Elektroversorgung, die Beleuchtung, das Wassernetz, die Löschwasserversorgung, die Toilettenanlagen, die Technikräume und die Oberfläche. Darüber hinaus will die Stadt ein neues Servicegebäude bauen, in dem das Rote Kreuz, die Marktwache und andere ihre Stützpunkte aufbauen könnten.
Die Stadt hat also ambitionierte Pläne – und das nicht erst seit gestern. Schon 2019 beschloss der Stadtrat die Sanierung des Dultplatzes. Passiert ist danach allerdings nichts. Ändert sich das jetzt? Zieht die Politik mit?
CSU-Chef Michael Lehner unterstreicht noch einmal, wie dringend der Dultplatz aus seiner Sicht saniert werden muss. Bei Regen gebe es einen Rückstau aus der Kanalisation, die Elektronik sei ebenfalls hinüber „und die Dultwache ist eine absolute Katastrophe“. 2019 hat der Stadtrat beschlossen, den Dultplatz zu sanieren. „Seitdem ist nichts passiert“, kritisiert Lehner. „Wir haben immer gesagt: Warum macht man das nicht während Corona?“
Nun, so Lehner, habe man nämlich ein ganz neues Problem: „Wenn wir die Mobilitätsdrehscheibe bauen, können wir ja nicht gleichzeitig den Dultplatz sanieren. Wo sollen die Arbeitnehmer denn sonst parken? Das muss man gut koordinieren.“ Lehners Forderung: Das Geld für die Dultplatzsanierung muss in den Haushalt für 2026. „Es muss jetzt etwas vorwärtsgehen.“ Andernfalls komme man irgendwann an den Punkt, an dem die Dult ausfallen müsse. „Das wäre ein riesiger Imageschaden.“

Auch die grüne OB-Kandidatin Helene Sigloch betont, dass der Dultplatz dringend saniert werden müsse. „Das ist ja auch keine CSU-Idee.“ Aus dem Ordnungsamt habe man dahingehend „sehr deutliche Hilferufe“ vernommen. „Die haben wir gehört. Es muss etwas gemacht werden.“ Besonders drastisch ist in ihren Augen die Rettungswache. „Das ist kein Zustand.“ Die Frage sei nur: „Macht man das am Stück oder teilt man das auf?“ Wichtig sei, dass keine Dult ausfallen muss. „Die Einschränkungen sollen so gering wie möglich sein“, betont Sigloch. Die Grüne geht davon aus, dass die Stadtverwaltung mit Blick auf die Mobilitätsdrehscheibe ein tragfähiges Konzept erarbeite, damit sich beide Baustellen nicht in die Quere kommen. Einen Parkplatzmangel befürchte sie nicht, sagt Sigloch.
Kommt die Dultplatz-Sanierung in den nächsten Haushalt: Brücke ist skeptisch
Thomas Burger, OB-Kandidat der SPD, betont, dass auch seine Partei stets hinter einer Sanierung des Dultplatzes stand. „Es ist aber immer wieder nach hinten geschoben worden.“ Er könne nicht erkennen, dass die CSU dahingehend mal etwas angeschoben habe. Die Warnung vor einem Park-Kollaps der CSU wertet Burger indes als Wahlkampfmanöver. „Ich sehe das nicht so. Man kann die Maßnahmen entsprechend eintakten. Wir müssen ja nicht alles auf einmal aufreißen.“
Brücke-OB-Kandidat Thomas Thurow sieht den Sanierungsbedarf indes als nicht so groß an. Sicherlich müsse man etwas machen, aber nicht alles auf einmal. Dringend müsse man allerdings die Rettungswache angehen. „Dieser Container ist furchtbar.“ Gleiches gelte für die Toiletten. Thurow ist skeptisch, dass es die Dultplatz-Sanierung in den kommenden Haushalt schafft – weil er davon ausgeht, dass es keinen Haushalt geben wird. „Ich denke, das wird Sache der kommenden Koalition.“
Mal sehen, wer das dann ist.