Verkauf der Kaiser-Therme in Bad Abbach: Ausschreibung ist online

Die Spannung steigt: Findet sich ein privater Käufer für die Kaiser-Therme in Bad Abbach? Die Ausschreibung des Objekts ging jetzt EU-weit online. Der aktuelle, öffentliche Träger, der Zweckverband Kurmittelhaus Bad Abbach, hofft bis Mitte 2026 den Zuschlag erteilen zu können. Klappt das nicht, steht das Ende des Heilbads bevor.
Der „Verkauf der Kaiser-Therme Bad Abbach“ ist auf der Internet-Plattform „Aumass“ öffentlich ausgeschrieben. „Aumass unterstützt nationale sowie europaweite Ausschreibungen digital und rechtskonform“, erläutert Katrin Landes, Geschäftsführerin des Zweckverbands Kurmittelhaus Bad Abbach. Der Zweckverband, gehalten von Bezirk Niederbayern, Landkreis Kelheim und Marktgemeinde, ist der „Beschaffer“, sprich Verkäufer.
Der öffentliche Träger sieht sich - wie mehrfach berichtet - nicht mehr in der Lage, die Therme weiterzuführen. Als Hauptgrund wird eine anstehende 50 Millionen Euro teure Sanierung angegeben, die nicht zu schultern sei. Zuständige Gremien beschlossen mehrheitlich eine Privatisierung bis Ende September 2026. Findet sich kein Investor, steht das Heilbad vor der Schließung, eingedenk einer vor 30 Jahren gebauten Einrichtung ohne Nachnutzung.
Weiterbetrieb für Allgemeinheit mit bezahlbarem Eintritt
Diesen „worst case“ sehen Landes und Bad Abbachs Bürgermeister Benedikt Grünewald nicht heraufziehen. „Wir hoffen auf möglichst viele Interessenten“, sagen sie. Bisher war vage von mehreren potenziellen Investoren die Rede. Durch die Ausschreibung wissen sie und andere Interessenten nun um die konkreten Kriterien für den Verkauf.
Der Zweckverband schreibt in der Offerte klar: „Dabei soll der Betrieb als öffentliche Bade- und Wellnesseinrichtung und die Zugänglichkeit für die Allgemeinheit (7 Tage wöchentlich) zu bezahlbaren Konditionen langfristig gesichert werden.“ Damit soll verhindert werden, dass die Therme künftig nur zahlungskräftiger Klientel vorbehalten bleibt. Dies fürchtet unter anderem die BI „ProTherme“.
Mit dem Investor soll „eine Bau-, Sanierungs- und Betriebspflicht vereinbart werden“, heißt es in der Ausschreibung weiter. Die Angabe „Laufzeit: 1825 Tage“ übersetzt Landes: „Das drückt aus, wie lange die Therme nach Erwerb mindestens betrieben werden muss. Diese Betriebspflicht beträgt fünf Jahre.“ Was nach Ablauf dieser Zeit geschehen könnte, bleibt offen.
Der Käufer kann auch Grundstücksflächen des Marktes rund um die Therme erwerben – muss er aber nicht. „Die Flächen, auf denen die Kaiser-Therme betrieben wird, sind zwingend zu erwerben. Zusätzlich können Flächen von bis zu 2,3 Hektar erworben werden“, sagt die Zweckverbands-Geschäftsführerin. Auf diesen Arealen könnten, so wurde es in einem Exposè skizziert, Hotel, Appartements oder Freizeiteinrichtungen entstehen.
Ein Investor muss Erfahrungen im Betrieb einer Therme nachweisen. Wir wollen keine Spekulanten.“
Benedikt Grünewald, Bürgermeister Bad Abbach
Schon frühzeitig hatte Bürgermeister Grünewald klar gemacht, „dass ein Investor Erfahrungen im Betrieb einer Therme nachweisen muss. Wir wollen keine Spekulanten.“ Dies tritt auch in der Ausschreibung zutage. So müssen Interessenten eine „Angabe des Umsatzes im Tätigkeitsbereich des Auftrags (Betrieb einer Therme oder ähnlichen Einrichtung) für die letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahre“ vorlegen.
Auch „Referenzen über vergleichbare Leistungen im Bereich des Betriebs von Thermen, Bädern, Wellness- oder Gesundheitseinrichtungen in den letzten zehn Kalenderjahren“ werden gefordert. Und ein Bewerber muss zudem schon jetzt „mindestens zwei Führungskräfte, die für den Betrieb der Therme eingesetzt werden sollen“, benennen.
Möglicher Verkaufswert bleibt geheim
Das künftige Konzept inklusive Sanierung und die Qualitätskriterien fließen in die Gesamtwertung zu 80 Prozent ein – der Verkaufspreis spielt nur zu 20 Prozent eine Rolle. Damit wird deutlich: Der Zweckverband rechnet nicht mit einem hohen Erlös für die Therme. Was sie einbringen könnte, war Teil eines erstellten Wertgutachtens. Allein, öffentlich wurde es nicht kolportiert, was „ProTherme“ scharf kritisierte.
Landes und Grünewald sagen, man dürfe dies aus rechtlichen Gründen nicht kund tun, würde gar den Verkauf gefährden. Die Geschäftsführerin verweist auf die Bayerische Gemeindeordnung, wonach „Vermögensgegenstände in der Regel nur zu ihrem vollen Wert veräußert werden dürfen“. Doch ein möglicher Verkaufswert ist wie erwähnt nie nach außen gedrungen.
Bis zum 3. November 2025, 12 Uhr, können potenzielle Investoren nun ihre Kauf-Angebote und Konzepte abgeben. „Wir betonen, dass unser oberstes Ziel ein erfolgreiches Verfahren ist – und damit der langfristige Erhalt der Kaiser-Therme sowie die Sicherung der Arbeitsplätze“, sagen Landes und Grünewald. Die Zahl der Mitarbeiter in der Therme wurde zuletzt mit etwa 45 angegeben.