„ProTherme“ schießt gegen Millionen-Zahlungen an Bad Abbach vor Verkauf

Von Martin Rutrecht · 4. August 2025 um 15:00

Der Fortbestand der Kaiser-Therme in Bad Abbach bleibt ein heiß diskutiertes Thema. Die Aktionsgruppe „ProTherme“ stemmt sich gegen eine Privatisierung und bringt erneut die Idee einer Genossenschaft aufs Tableau. Und sie kritisiert Millionen-Zuschüsse an den Markt – bevor der Verkauf der Therme überhaupt in trockenen Tüchern ist.

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Bei der jüngsten Zusammenkunft der Bürgerinitiative (BI) wurden die sieben Millionen Euro Strukturausgleich für Bad Abbach ins Fadenkreuz genommen. Wie mehrfach berichtet zahlen Bezirk Niederbayern (5,25 Mio.) und Landkreis Kelheim (1,75 Mio.) diese Gelder als Abfederung für den Ausstieg des Zweckverbands Kurmittelhaus Bad Abbach als öffentlicher Träger der Therme. „Diese hohen Zahlungen fließen teilweise weit vor Abschluss eines Kaufvertrages für die Kaiser-Therme bzw. vor einer vertraglichen Regelung hinsichtlich des Fortbestandes“, moniert „ProTherme“-Sprecher Ralph Schäfer in einer Pressemitteilung.

Nicht nur in der Geschäftswelt gelte der eiserne Grundsatz: kein Geldfluss vor Vertragsabschluss. Man erwäge eine rechtliche Überprüfung der Zahlungen. „Das Bayerische Innenministerium hat den Zuschuss für rechtens erklärt“, sagte indes jüngst Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich gegenüber der Mediengruppe Bayern.

Aus den Geldern von Bezirk und Landkreis will Bad Abbach den neuen Investor – der bis Ende September 2026 gefunden werden muss, dann scheidet der Zweckverband als Betreiber aus – mit 1,8 Millionen Euro unterstützen, so Bürgermeister Benedikt Grünewald kürzlich gegenüber unserer Zeitung, 800.000 Euro davon würden über staatliche Fördertöpfe refinanziert.

Gibt der Bürgermeister Vertragsinterna preis?

Dies sei „anscheinend eine Information aus einer nichtöffentlichen Sitzung, die Gespräche über den Fortbestand der Kaiser-Therme wesentlich beeinflussen können“, befindet „ProTherme“. Einerseits erhalte die Bevölkerung keine Einsicht in das Wertgutachten zur Therme, andererseits trage der Bürgermeister Vertragsinterna nach außen. Das sei nicht stimmig, erklärt Schäfer.

Auch die aus Sicht von „ProTherme“ sehr kurze Phase von Ausschreibungsbeginn (30. September 2025) bis Ende der Angebotsabgabe von potenziellen Investoren (30. November) stößt der BI sauer auf. „Jeder, der schon einmal einen Umbau getätigt hat, weiß genau, welche Vorlaufzeiten in betriebswirtschaftlicher und planerischer Hinsicht – sprich für die Kaiser-Therme ein Betreiberkonzept – beachtet werden müssen", so Sprecher Schäfer. Dieser Zeitraum sei „eine Farce“.

Alternativ zur Privatisierung bringt „ProTherme“ eine Übernahme in die bereits bestehende Marktentwicklungsgesellschaft ins Spiel. Auch die Gründung einer Genossenschaft könnte eine Option sein, schreibt die BI. „Der Erhalt der Kaiser-Therme ist für das Gesundheitswesen und den Standort Bad Abbach von elementarer Bedeutung.“