Hundephysiotherapeutin und Altenpflegerin: Berchingerin hilft Menschen und Tieren

Von Bernhard Neumayer · 3. Oktober 2025 um 15:00

Als ihr Hund Finn sechs Jahre alt ist, hat er erste Probleme: Sein Bein schmerzt so sehr, dass er kaum Gassi geht. Weil auch ein Tierarzt nicht helfen kann, fährt Eva Neumeyer mit ihrem Hund zum Physiotherapeuten. Dass die Altenpflegerin aus Berching (Landkreis Neumarkt) später selbst in diesem Beruf landet, hätte sie damals nicht gedacht.

Video ansehen

Vier Monate war die gelernte Altenpflegerin mit ihrem Australian Shepherd Finn, mit dem sie seit 2014 eng verbunden ist, beim Hundephysiotherapeuten. „Seitdem hat er keine Probleme mehr mit seinem Bein“, sagt Neumeyer, die mit Leyla, einer früheren Straßenhündin aus Montenegro, einen zweiten tierischen Vierbeiner besitzt.

Die Arbeit des Therapeuten faszinierte sie so sehr, dass sie selbst auf den Geschmack gekommen ist. Über eine Recherche im Internet stieß Neumeyer auf eine Weiterbildung bei der Döpfer Akademie in Regensburg. Knapp ein Jahr lang – von Mai 2022 bis April 2023 – bildete sie sich jeweils samstags und sonntags im Bereich Hundephysiotherapie fort.

Die Teilnehmer erfuhren dabei in 224 Unterrichtseinheiten Grundlagen in Anatomie, Physiologie, Psychologie und Pathologie des Hundes. Außerdem ging es um Befunde, Behandlungsmethoden, Erste Hilfe und Verhaltensauffälligkeiten. Nach einer schriftlichen und praktischen Abschlussprüfung erhielt Neumeyer ein Zertifikat. Es bestätigt, dass sie erfolgreich an der Weiterbildung zur Hundephysiotherapeutin teilgenommen hat.

Hundephysiotherapie Canis Amor in Berching

Seitdem ist Neumeyer die vergangenen zweieinhalb Jahre als mobile Hundephysiotherapeutin unterwegs – im Umkreis von circa 50 Kilometern von ihrem Wohnort Plankstetten aus gesehen. Am 1. November eröffnet die gebürtige Berchingerin nun einen kleinen Praxisraum in Rappersdorf (Adresse: Am Kalten Brunn 15).

Aussie Finn auf der Massagebank von Hundephysiotherapeutin Eva Neumeyer im Berchinger Ortsteil Rappersdorf - Foto: Bernhard Neumayer

Als Hundephysio gefällt ihr der Kontakt zu Menschen und Tieren. Und wenn sie mit ihrer Arbeit Hunden zu einem Leben mit weniger Schmerzen verhelfen kann, macht sie das umso glücklicher.

Ihre große berufliche Liebe bleibt aber die Altenpflege, sagt Neumeyer, die als Hundephysiotherapeutin nebenberuflich arbeitet. In Vollzeit hilft sie kranken, behinderten und alten Menschen in verschiedenen Einrichtungen in der Region. Weil sie bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt ist, wird die Altenpflegerin dort eingesetzt, wo ihre Hilfe gerade am nötigsten ist. Circa alle acht Monate wechselt sie die Einrichtung. Mal ist Neumeyer in einem Krankenhaus, mal in einem Seniorenheim, mal in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung.

Eva Neumeyer eröffnet in Rappersdorf Hundephysiotherapie

Nach der Arbeit als Altenpflegerin behandelt sie Hunde mit verschiedenen Problemen: nach einem Kreuzbandriss oder Bandscheibenvorfall, Hunde mit Handicap oder mit altersbedingten Komplikationen. Sie betont dabei: „Ich bin keine Ärztin.“

In ihrer Praxis Canis Amor gibt sie trotzdem ihr Bestes – aus Liebe zu Hunden. Neumeyer freut sich, wenn zur Eröffnung Interessierte in Rappersdorf vorbeikommen. Am Samstag, 1. November, ist von 10 bis 16 Uhr dort Tag der offenen Tür. Zuvor feiert sie aber selbst: Am Sonntag wird Neumeyer 38 Jahre alt.