Herbst ist Flohzeit: Neumarkter Tierärztin erklärt, wie man die Plagegeister wieder los wird

Von Mittelbayerische Zeitung · 1. Oktober 2024 um 10:57

Der Herbst ist da – und mit ihm auch vermehrt wieder Katzen- und Hundeflöhe. Wenn draußen die Temperaturen sinken, suchen sich die Tiere wärmere Orte wie Wohnungen oder Ställe, um sich zu vermehren. Das Problem: Die Parasiten vermehren sich blitzschnell in der Wohnung. Wie man sie erkennt und vor allem, wie man sie los wird, erklärt die Neumarkter Tierärztin Karen von Trauwitz.

Übertragen werden die Plagegeister aber auch, wenn Hunde oder Katzen mit einem befallenen Artgenossen spielen. Dann springen die Flöhe über. Das kann auch passieren, wenn die Vierbeiner Kontakt mit infizierten Igeln oder Mäusen haben.

Doch wie erkennt man, ob ein Tier Flöhe hat? Bei den meisten Tieren lösen Flöhe einen starken Juckreiz aus. Dieser muss jedoch nicht durchgängig erkennbar oder auffällig sein. Einige Tiere springen manchmal auch erschrocken und plötzlich auf, beißen sich oder werden sogar aus dem Schlaf gerissen.

Des Weiteren ist bei einigen Tieren zu erkennen, dass sie Fell verlieren und kahle Stellen bekommen. Außerdem sind Hautrötungen sowie Verschorfungen ersichtlich.

Leider gibt es ebenfalls Tiere mit einer Flohallergie – und die leiden dann besonders stark unter einem Befall. Sie reagieren konkret auf den Speichel der Flöhe. Das kann so weit gehen, dass die Tiere sich durch das viele Lecken und Beißen selbst einen sogenannten „Hot Spot“ zufügen. Das heißt, es entsteht eine nässende Dermatitis, also eine Entzündung der Haut.

Kamm hilft, Flöhe bei Hunden zu erkennen

Deshalb ist es wichtig, dass der Besitzer schnell erkennt, wenn sein Liebling Flöhe hat. Kämmen Sie deshalb regelmäßig das Fell Ihres Tieres mit einem Flohkamm. Legen Sie die dabei gegebenenfalls herausgekämmten dunklen Krümel auf ein feuchtes Tuch. Verfärben sich diese anschließend rötlich, ist das ein Zeichen für Flohkot, also Flohbefall.

Wenn Sie erst einmal Flöhe in Ihren vier Wänden haben, ist es sehr schwer, sie wieder loszuwerden. Denn Flöhe vermehren sich extrem schnell und breiten sich im ganzen Haus aus.

Deshalb bekämpfen Sie die Parasiten am besten an zwei Fronten: am Tier und in Ihrem Zuhause. Der erste Schritt ist es, das Tier bei Ihrem Tierarzt vorzustellen. Wenn ein Flohbefall diagnostiziert wird, wird ein passendes Spot-On-Präparat gegen Flöhe aufgetragen oder eine Tablette zur Einnahme mitgegeben. Darüber hinaus gibt es auch noch Shampoos und Sprays oder Halsbänder gegen Flöhe. Andere vierbeinige Mitbewohner sollten ebenfalls zusätzlich prophylaktisch gegen Flöhe behandelt werden.

Außerdem sollten die Tiere parallel zur Behandlung gegen Flöhe auch entwurmt werden, um einer Infektion mit dem Gurkenkernbandwurm entgegenzuwirken.

Als zweiten Schritt müssen Sie Ihr häusliches Umfeld gegen Flöhe behandeln: Waschen Sie den Schlafplatz Ihres Tieres möglichst heiß, idealerweise bei mindestens 60 Grad. Bei diesen Temperaturen werden Flöhe und eventuell dort abgelegte Eier zuverlässig abgetötet.

Neumarkter Tierärztin rät: Schlafplatz des Hundes reinigen

Trocknen Sie den gewaschenen Schlafplatz nicht frei an der Luft, um einen erneuten Befall zu verhindern. Geben Sie die Kissen oder Decken stattdessen lieber in den Trockner, wo sie weiterer Hitze ausgesetzt sind. Denken Sie auch an weiches Spielzeug Ihres Hundes. Selbst in diesen Gegenständen können sich Floheier und -larven verstecken. Kann man das Spielzeug nicht waschen, können Sie es auch einfrieren. Saugen Sie außerdem alle Böden, Teppiche, Vorleger und Sofas regelmäßig und gründlich ab. Achtung: Vergessen Sie nicht, den Staubsauger nach jedem Gebrauch zu leeren, damit sich dort keine Eier weiterentwickeln können! Außerdem sollten sie Ihre gesamte Wohnung mit einem passenden Umgebungsspray besprühen.

Flöhe sind sehr lästige Tierchen, welche man sich schneller einfängt, als wieder loswird. Das liegt nicht nur daran, dass die aktuellen Flöhe getötet werden müssen. Die Eier und Larven loszuwerden, ist der Trick und die Hauptaufgabe. Da diese winzig klein und sehr robust sind, kann es also immer wieder vorkommen, dass Sie den einen oder anderen Floh entdecken, so dass das ganze Programm wieder von vorne beginnen muss.

Kämmt man eine Katze oder einen Hund mit einem speziellen Flohkamm, kann man erkennen, ob das Tier Flöhe hat. Foto: Ina Fassbender, dpa
Flöhe vermehren sich extrem schnell, weshalb nicht nur die Tiere selbst, sondern unbedingt auch ihre Eier entfernt werden müssen. Foto: Frank May, dpa