Mit diesem Gericht wurde Julia Busch aus Schorndorf „Deutschlands beste Hobbyköchin“

Noch vor einigen Wochen stand Julia Busch aus Schorndorf im Landkreis Cham auf der sprichwörtlichen Bühne in Berlin. Für einen Moment schien die Luft selbst vor Stolz zu vibrieren. Mit ihren Bayerischen Maultioli – einer kreativen Neuinterpretation klassischer Kartoffelmaultaschen – hatte die passionierte Hobbyköchin die Jury verzaubert und sich den Titel „Deutschlands beste Hobbyköchin“ gesichert.
Der Lohn vieler arbeitsintensiver Wochen: eine Küche im Wert von 25.000 Euro, die nicht nur Preis, sondern auch Baustein ihres Eigenheimtraums ist.
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Fast einen Monat nach dem großen Triumph sitzt die 31-Jährige zwischen Kisten und Bauplänen – und blickt zurück auf eine Zeit voller Nervenkitzel, Kreativität und liebevoller Unterstützung durch Familie und Freunde.
Teilnahme im zweiten Anlauf
„Die ersten Tage nach dem Finale habe ich viele schöne Nachrichten bekommen“, erzählt die gebürtige Waldmünchnerin. Immer wieder seien ihre Eltern auf der Straße auf den Sieg der Tochter angesprochen worden. Glückwünsche kamen aber nicht nur aus dem Freundes- und Familienkreis, sondern auch von Mitbewerbern. „Dass sich Konkurrenten so ehrlich mitfreuen, ist keineswegs selbstverständlich“, sagt Julia rückblickend. Sobald die neue Küche steht, ist ein gemeinsames Essen mit den Teilnehmern geplant – eine Mitstreiterin hat sogar angekündigt, mit dem Wohnmobil anzureisen.
So intensiv die Wochen des Wettbewerbs waren, so unvermittelt begann Julias Weg nach Berlin. Über eine Anzeige des Küchenstudios Eckert in Cham, das lokale Qualifikationsrunden für „Deutschland kocht“ veranstaltete, wurde sie auf den Wettbewerb aufmerksam. Die Aussicht auf eine moderne Küche im neuen Eigenheim weckte zunächst ihr Interesse. „Ich dachte mir, ich habe ja nichts zu verlieren, also habe ich mich einfach beworben.“ Erst im zweiten Anlauf, nachdem ein anderer Kandidat abgesprungen war, gelang ihr der Sprung in die Runde. Von der lokalen Qualifikationsrunde über die nationale Jury bis zum Halbfinale in München folgte von da an ein Meilenstein auf den anderen.

Die Wahl ihres Gerichts, der Bayerischen Maultioli, war keine Laune, sondern vielmehr Rückkehr zu den eigenen Wurzeln. Aufgabe an die Kandidaten war, ein traditionelles Gericht neu zu interpretieren. Schon in ihrer Kindheit wurde zuhause frisch und mit Zutaten aus der Region gekocht – eine Tradition, die sie später im Fachunterricht Hauswirtschaft während der Schulzeit vertiefte. Für den Wettbewerb galt es, ein traditionelles Gericht neu zu interpretieren. Julia berief sich auf ihre kulinarische Biografie und verwandelte die Kartoffelmaultaschen ihrer Großmutter in eine herzhafte Variante mit Hack-Wildkräuter-Füllung – eine kulinarische Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die die Jury im Halbfinale in München schließlich überzeugte.
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Wenige Wochen vor dem großen Finale in Berlin kam kurzerhand Hilfe durch einen Sternekoch aus der Region. Auf den Rat des Experten hin verfeinerte Julia die Maultioli noch einmal und ergänzte sie um saisonale Zutaten: Steinpilze, Ziegenkäse, Spitzkohl, Rettich, Zwetschgen, Wildkräuterpesto und ein Rote-Bete-Apfel-Chutney.
Man darf keine Scheu vor Menschen haben.
Julia Busch, Siegerin bei „Deutschland kocht 2025“
Am Ende zog sie mit einer vegetarischen Variante ins Finale ein – eine Entscheidung, die sich auszahlen sollte. Die Kombination aus Regionalität, Kreativität und Geschmacksexplosion überzeugte die Jury und katapultierte die junge Schorndorferin auf das Siegertreppchen.
Höhen und Tiefen durchlebt
Rückblickend spricht Julia Busch von Höhen und Tiefen während der stressreichen Zeit: Der Wettbewerb sei nicht nur ein Test der Kochkunst, sondern auch der sozialen Kompetenz. „Man darf keine Scheu vor Menschen haben“, weiß sie heute. Durch ihre Arbeit in der Zulassungsstelle im Landratsamt Cham sei sie den Umgang mit vielen Menschen zwar gewohnt. Dennoch sei es herausfordernd, ständig unter kritischem Blick zu arbeiten.

Die familiäre Atmosphäre im Küchenstudio Eckert habe das Ganze enorm erleichtert. Während der Kochtermine war ihre Mutter quasi Julias rechte und linke Hand beim Schneiden und Anrichten. Ihre beste Freundin und ihr Vater standen im Hintergrund als seelische Unterstützung bereit. Alle drei sorgten für Stabilität in den entscheidenden Momenten.
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So prägend die vergangenen Monate für die junge Hobbyköchin auch waren, allzu viel Zeit zum Innehalten bleibt derzeit nicht. Das Projekt Hausbau bestimmt hat ihren Alltag fest im Griff. „Kaum aus Berlin zurück, ging es nahtlos in die Planung unserer Küche“, sagt sie. Erst vor wenigen Tagen waren sie und ihr Partner im Küchenstudio Eckert, um die Anschlüsse für die neue Küche zu planen. Der Gewinn ist dabei nicht nur Symbol, sondern echte Unterstützung für ihr Eigenheimprojekt.
Neue Küche als Herzstück des Eigenheims
Mehr als stolz über den Sieg „ihrer“ Teilnehmerin sind übrigens auch die Mitarbeiter von Küchen Eckert, in dessen Haus die Erfolgsgeschichte im Frühjahr begonnen hatte. „Ich bin unglaublich stolz auf unsere Kandidatin“, sagt Alois Eckert, der den Chamer Familienbetrieb gemeinsam mit seiner Frau und den beiden Töchtern führt. Dieser Erfolg sei mehr als nur ein Titel, sondern das Ergebnis von Willenskraft, Zielstrebigkeit und Leidenschaft.

Die Wochen seit Berlin haben ihr vor Augen geführt, wie viel Kraft in Gemeinschaft und in einem selbst liegt. Die Freude der Mitstreiter, die Begleitung von Familie und die vielen Begegnungen – all das hat den Triumph noch greifbarer gemacht. Die Bayerischen Maultioli stehen heute nicht nur für einen Sieg, sondern zeigen, wie aus einer regional verwurzelten Kochleidenschaft ein Sieg auf nationaler Bühne entstehen kann.