Bei ihr ist die Torte aufgebrezelt: Nina Schmid aus Cham macht Bayerische Spezialitäten neu

Von Tanja Fenzl · 20. August 2025 um 05:00

Leberkäs, Presssack, Brezn, Schnitzel, Wurstsalat, Obazda – bekannte bayerische Spezialitäten, man kennt das ja. Wetten, nicht? Nina Schmid bringt typisch bayerisch Gerichte in ganz neue Zusammenhänge – und baut Leberkäs-Burger, Schnitzelkringl und Brezntorten. Die Hobbyköchin aus Untertraubenbach hat sich mit ihren ganz eigenen Kreationen inzwischen einen Namen im Catering gemacht.

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Dabei ist die 28-Jährige eher so ganz zufällig zu ihrem Nebengewerbe gekommen. „Ich habe mal im Internet diese Riesenbrezen gesehen, einer Freundin geschickt und sie gefragt, ob sie Lust hätte, dass ich ihr so etwas zum Geburtstag mache.“ Und weil die gelernte Industriekauffrau auf Instagram einen Foodblogg betreibt, postet sie die Breze dort.

„Das haben andere gesehen und wollten das auch, und so hat das angefangen“, erinnert sich Schmid, die eigentlich ohnehin gerne eine Ausbildung zur Köchin gemacht hätte. „Aber alle habe mir damals davon abgeraten.“

Über Umwege kommt sie doch noch zum Kochen

Schlechte Arbeitszeiten, Wochenend-Arbeit, wenig Geld sind die Argumente, die Freunde und Familie vorbringen und Nina Schmid dazu bewegen, ihren bereits unterzeichneten Ausbildungsvertrag aufzulösen und stattdessen einen Bürojob zu lernen. Zum Kochen kommt sie trotzdem auf Umwegen.

Aufgebrezelt: eine Torte mal anders - Foto: Nina Schmid

„Eine Freundin hat mich überredet, bei dem Kochwettbewerb von Küchen Eckert mitzumachen“, erinnert sich Schmid. Und die Jury ist so begeistert von ihr, dass sie es bis ins Halbfinale schafft und das Bundesland Bayern vertreten darf. „So ist irgendwie alles ins Rollen gekommen.“Inzwischen hat die 28-Jährige nicht nur ihren Foodblogg (@kochschmiede_), sondern ist auch Bosch Kochberaterin und hat schon für die Fußballspieler der DJK Vilzing bei Auswärtsspielen gesunde To-Go-Gerichte gekocht.

Kaspressknödl-Burger & Co

Heute ist Schmid sogar froh, dass sie nicht direkt Köchin gelernt hat. „Ich glaube, dann hätte ich viele Sachen gar nicht gemacht, so hobbymäßig und in der Freizeit macht man ja nicht auch noch das, was man hauptberuflich macht. Ich wäre sicherlich nicht da, wo ich jetzt bin“, überlegt sie.

Als Hobbyköchin mit Ambitionen kann sie ohne Druck mit viel Spaß einfach herumprobieren, was ihr liegt, Freude macht – und anderen schmeckt. Freundinnen sind die Probe-Esser, wenn Nina Schmid sich wieder ein neues Rezept ausdenkt, ob für Brezendratzerl, Schnitzelkringl, Schmankerlbecher, Antipasti – oder SchMIDI-Burger.

Burger kennt jeder, aber einen Leberkasburger gibt’s nicht überall.

Nina Schmid, Food-Bloggerin

Bayerisch steht ganz oben auf der Liste bei Nina Schmid, die ihre Kunden gerne mit Ausgefallenem überrascht. „Burger kennt jeder, aber einen Leberkasburger gibt’s nicht überall“, grinst sie, und erzählt, wie sie lange überlegt hat, wie sie einen gewünschten vegetarischen Burger zusammenstellt. Kaspressknödl mit Feldsalat und Sauerrahmdip und Krautsalat. „Da muss schon das kleinste Detail passen; ich stehe mir da vielleicht manchmal ein bisschen selber im Weg, aber es muss schon alles zusammenpassen, alles ixt perfekt durchdacht.“

Spezielle Soßen, spezielle Salate – Nina Schmid überlegt und probiert viel, ehe sie neue Gerichte anderen Leuten anbietet. - Foto: Nina Schmid

Dazu gehört, dass sie ihre Ware aus der Region bezieht. „Backwaren bekomme ich bei Bäcker Maurer in Schorndorf und Wurst und Fleisch bei der Metzgerei Luger in Penting“, sagt Schmid. „Da weiß ich, dass die Qualität stimmt.“ Um flexibel arbeiten zu können, hat sie erst kürzlich in einen riesigen Gastro-Kühlschrank investiert, der jetzt in ihrem kernsanierten Eigenheim in Untertraubenbach steht. Denn ob Buffet bei der Abschiedsfeier einer Behörde oder – im kommenden Winter – das Catering beim Kunsthandwerkermarkt in Wald – Nina Schmids guter Ruf sorgt dafür, dass die Aufträge immer größer werden.

Das Auge isst immer mit

„Da brauche ich dann schon Hilfe, ich habe ein paar Mädels, die unterstützen mich da“, sagt sie. Zumal bei Nina Schmid das Auge immer mitisst. „Es gibt doch nichts Schlimmeres als Wurstsalat im Eimer. Das muss schön ausschauen“, betont sie. Deko ist deshalb bei ihren Häppchen, Brotzeitbrettln oder Schmankerlbuffets mindestens so wichtig wie der Geschmack.

Ein paar Kräuter oder Blumen wirken schon Wunder.

Nina Schmid, Food-Bloggerin

„Ein paar Kräuter oder Blumen wirken schon Wunder“, weiß sie. Und so sucht auch die aufgebrezelte Torte, die sie schon für Hochzeiten gemacht hat, ihresgleichen. Trotzdem: Die Dauerbrenner sind immer noch die belegten Brezen, die sie auch in Form von Buchstaben oder Zahlen belegt, sowie der Schnitzelkringl – Schnitzel auf einem Brötchenring mit Saucen. „Das ist vor allem für Partys sehr beliebt.“

Deko ist wichtig am Buffet - Foto: Nina Schmid
Deko ist wichtig am Buffet - Foto: Nina Schmid
Deko ist wichtig am Buffet - Foto: Nina Schmid
Deko ist wichtig am Buffet - Foto: Nina Schmid
Deko ist wichtig am Buffet - Foto: Nina Schmid
Deko ist wichtig am Buffet - Foto: Nina Schmid
Deko ist wichtig am Buffet - Foto: Nina Schmid
Deko ist wichtig am Buffet - Foto: Nina Schmid
Deko ist wichtig am Buffet - Foto: Nina Schmid
Deko ist wichtig am Buffet - Foto: Nina Schmid

2000 Leute werden auf dem Markt erwartet, wo sie für die Verpflegung sorgen soll. „Wer hätte gedacht, dass aus einer Geburtstagsbreze für eine Freundin mal so etwas wird“, schüttelt sie den Kopf. Kann sie sich vorstellen, einmal komplett von ihrem Hobby zu leben? „Mal schauen, wenn es so sein soll, soll es so sein. Das lasse ich auf mich zukommen.“