Social-Media-Expertin Vanessa Simbeck macht Firmen im Landkreis Cham online sichtbar

Zwischen Baggern und Baustellenhelm hält Vanessa Simbeck die Kamera im Anschlag: Die 28-Jährige aus Obertrübenbach sorgt dafür, dass Firmen im Landkreis Cham und darüber hinaus in den sozialen Netzwerken sichtbar werden. Ihren Weg in die Selbstständigkeit prägten klare Prinzipien – und eine besondere Strategie.
Dienstagmittag auf einer Baustelle in Mitterkreith bei Roding. Die Sonne brennt, ein Bagger frisst sich durchs Erdreich, irgendwo klappert Metall. Mittendrin: Vanessa Simbeck. Schwarze Kleidung, feste Haltung, Kamera im Anschlag. Neben ihr steht Auszubildende Saskia, die für ein kurzes Imagevideo posiert. Für heute ist die Baustelle ihr Büro – Staub, Stahl und Storyboard inklusive.
Die 28-Jährige aus Obertrübenbach ist selbstständige Social-Media-Managerin. Für eine Rodinger Baufirma produziert sie Inhalte für Instagram, LinkedIn & Co. – und macht aus Alltagsszenen kleine Schaufenster fürs Digitale.
Dass sie einmal ihre eigene Chefin sein würde, war kein Zufall. Mit Unternehmertum ist sie groß geworden. Die Firma ihrer Eltern – ein Vertrieb für Garderobentickets in der Gastronomie – hat sie früh gelehrt, dass Selbstständigkeit weniger Romantik als Realität bedeutet: anpacken, mitdenken, durchhalten. Seit dem frühen Tod ihres Vaters führt Simbeck die Firma neben ihrer Social-Media-Tätigkeit zusammen mit ihrer Mutter.
Nach der Gerhardinger-Realschule in Cham zog es sie nach Regensburg zur Ausbildung als Veranstaltungskauffrau. Später war sie in der Stadthalle Cham für die Koordination von Messen, Tagungen und Kongresse zuständig. Eine Weiterbildung zur Marketingfachwirtin folgte. Doch mit der Routine wuchs auch der Wunsch nach mehr Freiheit – und damit der Drang, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen.
„Learning by Doing“: Aus Nebenbei wird Beruf
Anfangs war Social Media nur ein Nebenprojekt. „Learning by Doing“, erinnert sich Simbeck. Schon in der Veranstaltungsbranche gehörte es zu ihren Aufgaben, Kanäle zu betreuen. Aus einzelnen Aufträgen erwuchs bald mehr. Mit jedem Projekt kam neues Equipment, mit jedem Kunden mehr Verantwortung. Aus dem Nebenbei wurde Stück für Stück ein Hauptberuf.

Ein Name fehlte noch. Und den fand sie fast zufällig: „Ich trage fast immer Schwarz“, erzählt sie. Freunde nannten sie irgendwann „Frau Noir“. Aus dem Spitznamen wurde ein Programm – Social Noir. Ein Titel wie ein Versprechen: reduziert, klar, eigenständig. Wie ihre Arbeit selbst.
Ich denke mich da wirklich tief rein. So, als wäre ich selbst eine feste Angestellte des Unternehmens.
Social-Media-Managerin Vanessa Simbeck
Heute bietet sie Unternehmen in der Region ein Rundum-Paket: Strategie, Konzept, Inhalt – alles aus einer Hand. Ausgangspunkt ist stets dieselbe Frage: Was will das Unternehmen erreichen? Neue Mitarbeiter? Mehr Sichtbarkeit? Ein besseres Image? Aus den Antworten formt sie Inhalte, die passen – visuell, sprachlich, glaubwürdig. „Ich denke mich da wirklich tief rein“, sagt Simbeck. „So, als wäre ich selbst eine feste Angestellte des Unternehmens.“
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Für viele Firmen füllt sie eine entscheidende Lücke. „Im Alltagsgeschäft bleibt oft keine Zeit für Social Media“, sagt sie. Ihre Kunden bleiben daher meist langfristig: über Monate, oft über Jahre. Sie pflegt Kanäle, plant, produziert und postet – immer in Absprache, nach Plan. Gekaufte Reichweite? Spielt bei ihr kaum eine Rolle. Sie setzt lieber auf Substanz statt Schein, auf langsames, organisches Wachstum. „Kontinuität ist alles“, betont sie.
Einzelkämpferin versus Medienagenturen
Mit ihrer Spezialisierung grenzt sie sich bewusst von klassischen Agenturen ab, die vieles anbieten, aber selten vertiefen. Vanessa Simbeck hingegen ist in der schnelllebigen Branche eine Einzelkämpferin. „Ich bin eine One-Woman-Show“, sagt sie.
Doch gerade das ist ihr Vorteil: keine langen Wege, keine verschachtelten Hierarchien – stattdessen direkte Kommunikation und schnelle Reaktion. Sie versteht sich als kreative Sparringspartnerin, die mitdenkt, statt bloß abzuarbeiten.
Social Media ist kein Selbstläufer.
Social-Media-Managerin Vanessa Simbeck
Auch Workshops gehören zu ihrem Repertoire. Sie richtet sich damit an Unternehmen, die ihre Kanäle selbst betreuen wollen. Ob Fotografie, Videoschnitt oder Plattformlogik – Simbeck vermittelt praxisnahes Wissen. „Ich gebe mein Know-how gerne weiter“, sagt sie. „Denn Social Media ist kein Selbstläufer.“ Der größte Fehler sei es, die Plattformen zu ignorieren. „Social Media besteht aus viel mehr als nur Tanzvideos auf TikTok“, fügt sie an. „Ein bisschen Professionalisierung kann Wunder wirken.“

So vielfältig wie ihre Kunden sind auch ihre Einsatzorte: Büro, Bus – oder sogar ein Boot. Baustellen gehören längst zum Alltag. Die meisten Auftraggeber stammen aus den Landkreisen Cham, Regensburg und Straubing – aus der Region, in der auch sie verwurzelt ist.
YouTube, Instagram oder doch besser LinkedIn?
Und die Zukunft? Gibt es die eine Plattform, die alle anderen verdrängen wird? Simbeck schüttelt den Kopf. „Keine Plattform hat das Monopol“, sagt sie. „Für manche passt YouTube, für andere Instagram oder LinkedIn. Entscheidend sind Zielgruppe und Botschaft.“ Wichtig sei vor allem, dass Inhalte in der Flut des Internets nicht untergehen. „Qualität und Authentizität sind das, was wirklich heraussticht.“
Eineinhalb Jahre ist es nun her, dass Vanessa Simbeck den Sprung in die Selbstständigkeit wagte – in einer Branche, die sich schneller wandelt, als ein Newsfeed scrollt. In dieser Zeit hat sie sich mit Ausdauer, Genauigkeit und Vertrauen eine stabile Basis geschaffen. „Ich bin unendlich dankbar für jeden neuen Kunden“, sagt sie. Denn jeder Auftrag bringt eine neue Geschichte mit. Und genau das macht ihren Beruf für sie so lebendig.