Klares Votum im Rat: Burglengenfelder Bürgerfest bleibt auch 2026 dreitägig

Von Thomas Rieke · 25. September 2025 um 15:00

Das Bürgerfest, das die Burglengenfelder (Landkreis Schwandorf) zuletzt im August 2023 feierten, ist als Party der Rekorde in Erinnerung geblieben. 70 Bands auf sieben Bühnen und ein vielseitiges kulinarisches Angebot lockten Zehntausende in die historische Altstadt. Trotz des Erfolgs legte die Verwaltung für das nächste Fest (14. bis 16. August 2026) dem Stadtrat am Mittwoch ein Papier mit Änderungsvorschlägen vor.

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Nach Angaben der Organisatorinnen hat das Bürgerfest 2023 Kosten in Höhe von rund 119.000 Euro verursacht. Die Einnahmen durch Standgebühren wurden mit insgesamt 35.000 Euro angegeben.

2023 gab es auch sehr kurzfristige Absagen

Beteiligte hätten gemeldet, dass es zunehmend schwieriger geworden sei, ausreichend Personal zu rekrutieren. Die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement habe nachgelassen. Nicht mehr alle Vereine seien daher in der Lage, an allen drei Tagen mitzuwirken. Einige hätten sich schon für 2023 gar nicht mehr beworben.

Die Lücken habe man durch externe Beschicker zu füllen versucht, hieß es. Doch die Zuverlässigkeit habe spürbar abgenommen. Es habe Absagen gegeben – teils nur wenige Tage vor Veranstaltungsbeginn.

Einsparpotenzial von 30.000 Euro

Aus all diesen Gründen regte die Verwaltung an, das Spektakel auf zwei Tage zu verkürzen. So ließen sich der Personalmangel leichter kompensieren und vor allem Kosten sparen – nämlich rund 30.000 Euro.

Erinnerung an 2018: Damals wagte sich Bürgermeister Thomas Gesche noch auf die Wasserrutsche der Wasserwacht, - Foto: Thomas Rieke, Archiv

Vor diesem Hintergrund, so die Überlegung der Organisatorinnen, ließe sich ein Wunsch des Wirtschaftsforums leichter erfüllen: eine Senkung der Standgebühren sowie der Gebühren für Biertischgarnituren. Das Niveau sei in Burglengenfeld überdurchschnittlich hoch. Eine einzige Tischgarnitur schlage bisher mit 70 Euro zu Buche. Doch die Mieter ärgerten sich immer öfter, dass die Sitzplätze auch von Besuchern genutzt würden, die sich ihre Verpflegung an anderen Ständen gekauft hätten.

Daher wurde eine Senkung auf 30 Euro je Tischgarnitur empfohlen, was zu einem Einnahmenverlust von 5000 Euro führen würde.

Schnell war klar: Mit einer Verkürzung des Festes konnte sich kaum jemand anfreunden. Aus Sicht von Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) machte dies kaum Sinn, weil der Aufwand für die Vorbereitung derselbe bliebe. Außerdem bedeuteten drei Tage eine bessere Risikostreuung, wenn sich das Wetter als launisch erweise.

FWL-Rat regt Reduzierung der Bühnen an

„Hier sollten wir keine Abstriche machen. Die drei Tage sollen bleiben“, meinten auch Markus Huesmann (CSU) und Sebastian Bösl (SPD). Wenn es ums Sparen gehe, solle man eventuell die Zahl der Bühnen und der Bands reduzieren, regte Josef Schießl (Freie Wähler Land) an.

Einzig Gregor Glötzl, Fraktionssprecher der BWG, plädierte für eine Festverkürzung. Schließlich gäben sich auch die Nachbarkommunen MaxhütteHaidhof und Teublitz damit zufrieden. Mit drei Tagen seien viele Vereine schlicht überfordert, meinte Glötzl. Dies führe indirekt zu einer Professionalisierung der Veranstaltung, weil vermehrt diejenigen zum Zuge kämen, die die Arbeit sicher stemmen und in Vorausleistung gehen könnten.

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Deutlich spannender war die Abstimmung in Sachen Gebührensenkung: Hier gab es am Ende ein 11:10 – auch weil Bürgermeister Gesche die Fraktionsgemeinschaft von SPD, Grünen und die Linke unterstützte. Deren Chef, Sebastian Bösl, hatte erklärt, er begrüße den Vorschlag, die Gastronomen und Budenbetreiber zu entlasten. Dies sei an sie ein gutes Signal: „Seht, es wird auch mal etwas günstiger!“ Allerdings verbinde er damit die Hoffnung, dass die Preise familienfreundlich blieben, damit sich jeder einen Festbesuch leisten könne.

Das falsche Zeichen an die Bevölkerung?

Markus Huesmann mahnte indes, so sehr man das Bürgerfest schätze, so sehr habe man auch die Pflicht, die Kosten im Blick zu behalten. Insofern sei eine Absenkung der Gebühren das völlig falsche Zeichen. Die Gastronomen würden alsbald ohnehin durch eine Reduzierung der Mehrwertsteuer etwas entlastet.

2. Bürgermeister Josef Gruber (CSU) stieß ins selbe Horn. Angesichts der geringen freien Finanzspanne der Stadt, die bei rund 500 000 Euro liege, und der kalkulierten Kosten für das Bürgerfest, sei es alles andere als ratsam, auf Einnahmen zu verzichten. Eine Halbierung der Gebühren für die Tischgarnituren gehe auf jeden Fall zu weit. Der gemeine Bürger würde so eine Entscheidung nicht nachvollziehen können, höre er doch sonst ständig, dass die Stadt kein Geld mehr habe.