Hängepartie um Nahversorgungszentrum in Wenzenbach soll enden – Gibt es neue Alternativen?

Die neue Westumfahrung soll vielerlei Segen über Wenzenbach (Landkreis Regensburg) bringen: leichtere Erreichbarkeit des Roither Bergs, der Mittelschule und der Turnhalle, besserer Anschluss von Fußenberg samt der dortigen Sandgrube und Entlastung der Unterlindhofstraße. Eng verbunden war die Umgehungsstraße aber stets mit dort geplanten Einkaufsmärkten. Auch Bürgermeister Sebastian Koch weiß: „Das treibendste Thema, das alle beschäftigt, ist: Wann gibt es endlich ein Nahversorgungszentrum?“
Auf der Projektinformationsseite „Zukunft Wenzenbach“ der Gemeinde ist eine Erläuterung des Zentrums mit Vollsortiment-Markt, Discounter, Drogeriemarkt und kleineren Läden sowie Gastronomie aus dem Sommer 2018 online nach wie vor zu lesen. „Die Realisierung des Nahversorgungszentrums samt angrenzender Wohnbebauung könnte bis zum Ende des Jahres 2022 vollendet werden“, heißt es dort.
Neuer Anlauf für Nahversorgungszentrum
Mittlerweile rollt auf der damals noch nicht einmal begonnenen Westumfahrung der Verkehr. Für das Nahversorgungszentrums sind dagegen noch nicht einmal Verträge mit Geschäftstreibenden geschlossen. Nun bekräftigt Koch, dass neue Dynamik in die Planung kommen soll: „Wir haben die Westumfahrung nicht zum Spaß gebaut.“
Alternative auf dem Tisch
„Wir haben verschiedene Varianten auf dem Tisch“, sagt Koch. Von dem bisherigen Konzept scheint sich der Wenzenbacher Gemeinderat nicht recht überzeugen zu lassen. Nun soll es eine individuellere, besser in die Topographie integrierte und daher weniger Flächen fressende Alternative geben – auf die sich allerdings auch Marktbetreiber und Genehmigungsstellen erst einlassen müssen.
Die angestrebte Ansiedelung von Vollsortimenter, Discounter und Drogeriemarkt ist nach wie vor aktuell. Besonders an ersterem scheint das neue Konzept zu hängen. Neben der ansprechenden Gestaltung des Nahversorgungszentrums ist der Erhalt eines innerörtlichen Marktes in der aktuellen Edeka-Dirnberger-Filiale eine Kardinalfrage im Planungsprozess.

Man sei mit mehreren Marktbetreibern einig, die Planungen seien weit fortgeschritten, sagte Koch in seiner Rede zum Sommerempfang der Gemeinde. „Was uns noch bremst, ist der Anspruch, nicht nur an der Westumfahrung, sondern auch im Ortskern eine Lösung zu finden“, führte der Bürgermeister aus. „Edeka Dirnberger wird das alte Konzept nicht umsetzen – das ist Fakt. Aber: Was vor sechs Jahren versprochen wurde, darf nicht sang- und klanglos verschwinden.“ Nur weil über mehrere Jahre nun eine Blockade geherrscht habe, könne man alte Zusagen nicht über Bord werfen. „Das gilt für alle Beteiligten“, sagt Koch nun. Die Grundstücke gehören laut ihm der Gemeinde und die bestimme auch die Richtung.
Ich sehe Edeka noch in der Pole Position, aber sie wären gut beraten, endlich mal den Motor zu starten.
Sebastian Koch, Wenzenbachs Bürgermeister
Man sei offen für neue Konzepte, aber auch bereit für Kompromisse. „Ich sehe Edeka noch in der Pole Position, aber sie wären gut beraten, endlich mal den Motor zu starten“, sagt Koch.
Thema „kann sich ziehen“
Der Mann, der im Rennwagen auf der Pole Position am Steuer sitzt, ist Raphael Dirnberger, Inhaber des innerörtlichen Edeka-Markts. Der räumt ein, dass das Thema Nahversorgungszentrum ein komplexes sei, das sich entsprechend ziehen könne. Doch: „Wir sind in guten Gesprächen. Ich bin da ganz positiv.“ Auch für die weitere Versorgung im Ortskern stehe das Konzept aus seiner Sicht. „Das ist nicht der Knackpunkt.“