Nach langer Planung: Die Westumgehung von Wenzenbach ist eröffnet

Die Gemeinde Wenzenbach (Landkreis Regensburg) eröffnet am Dienstagabend eine neue Umgehungsstraße mit einer beeindruckenden Brücke. Dieses Bauprojekt, das rund elf Millionen Euro gekostet hat, verspricht eine deutliche Entlastung für den Verkehr und eine Verbesserung der Lebensqualität der Anwohner.
Die Planung für das Projekt erstreckte sich über einen Zeitraum von rund zehn Jahren. Während dieser Zeit wurden zahlreiche Prüfungen und Genehmigungsverfahren durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Umgehungsstraße den Anforderungen des Verkehrs und der Umwelt gerecht wird. Die lange Planungsphase zeigt nicht nur die Komplexität solcher Infrastrukturprojekte, sondern auch das Engagement, ein nachhaltiges und funktionales Verkehrssystem zu schaffen.
Mehr als nur Asphalt
Bei der Freigabe betonte Bürgermeister Sebastian Koch, dass die Eröffnung einer Straße per se kein besonders emotionaler Moment sei – entgegen der Eröffnung des Kinderhauses, was ein buntes Fest war – aber wer weiß, was hinter dieser Straße steckt, der erkenne schnell: Die Westumfahrung sei weit mehr als nur Asphalt, Leitpfosten und eine Brücke. Sie sei das Ergebnis von zehn Jahren Arbeit. „Dies ist ein klares Bekenntnis zur Zukunft unserer Gemeinde“, so Koch. Die ersten Planungen begannen bereits 2015. Seitdem sei verhandelt worden, Fördermittel beantragt, Baupläne erstellt und Naturschutzauflagen erfüllt worden. „Moderner Straßenbau wird nicht gegen die Natur, sondern mit der Natur gedacht“, erinnerte der SPD-Politiker, und wies auf den Umstand hin, dass schützenswerte Arten wie Fledermäuse und Turteltauben geschützt werden mussten – was wiederum eine Menge an finanziellen Mitteln verschlang.

Doch das Ergebnis könne sich sehen lassen: 795 Meter Straße, ein 56 Meter langes Brückenbauwerk, zwei neue Bushaltestellen und ein durchgängiger Geh- und Radweg, der in den überregionalen Weg in Richtung Regensburg und nach Falkenstein münde.
Das Ganze habe seinen Preis: Die Gesamtkosten betragen 10,78 Millionen Euro. „Allein die Brücke schlug mit fünf Millionen Euro zu Buche – inklusive Vogelschutzwand“, so Koch. Ohne Hilfe hätte das die Gemeinde Wenzenbach wohl nicht stemmen können. Hier sprang die Regierung der Oberpfalz der Gemeinde zur Seite und förderte das Projekt mit 5,13 Millionen Euro, wie Michael Breu, Leiter des Amtes für Straßenbau bei der Regierung der Oberpfalz, betonte. „Der Freistaat setzt jährlich hohe Finanzmittel für Investitionen zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden ein“, so Breu. Er erinnerte daran, dass sich durch diese Umgehung eine deutliche Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in Wenzenbach einstellen werde.
Die Unterlindhofstraße erhalte eine deutliche Entlastung, da die Verkehrsteilnehmer vom Baugebiet Roither Berg sowie von den Ortsteilen Fußenberg, Sandhof, Roith und Thannhausen direkt zur B 16 und der Kreisstraße R 6 gelangen können. Durch die entstehende Verkehrsentlastung in der beengten Unterlindhofstraße sei das Projekt gleichzeitig eine Investition für die Sicherheit der Schüler auf dem Weg zur Grund- und Mittelschule, so Breu. Er erinnerte zudem daran, dass der zunächst festgelegte Förderhöchstbetrag von 4,6 Millionen Euro wegen der immens gestiegenen Baukosten nochmals um mehr als eine halbe Million aufgestockt wurde.
4400 Fahrzeuge pro Tag
Bürgermeister Koch indes stellte fest, dass laut Verkehrsprognose künftig – bei der Realisierung des Nahverkehrszentrums – rund 4400 Fahrzeuge pro Tag diese Straße nutzen werden. Gleichzeitig werde die Unterlindhofstraße um rund 1300 Fahrzeuge pro Tag entlastet. „In Sachen Nahversorgung (NVZ) sind wir – und das sage ich ganz offen – sehr weit. Es gibt Übereinkünfte mit mehreren Marktbetreibern, die Planungen sind fortgeschritten“, so Koch, verhehlte aber nicht, dass man bemüht sei, mit Edeka nicht nur im NVZ, sondern auch im Ortskern eine Lösung zu finden.
Nachdem die Geistlichkeit den Segen erteilt hatte, durchschnitten der fast vollzählig angetretene Gemeinderat sowie die Planer und Bauer der Straße symbolisch ein rotes Band: „Jetzt ist der Weg frei – für weniger Verkehr in engen Gassen, für mehr Mobilität, für mehr Zukunft“, gab Bürgermeister Sebastian Koch allen mit auf den Weg.