Schmiererei in Neumarkts Altstadt aus Liebe zum BVB kostet Mann (32) fast Haus und Job

Eine unüberlegte Schmiererei bei einem Stopp auf der Durchreise in Neumarkt hatte für einen 32-Jährigen drastische Folgen. Vor dem Amtsgericht landete er wegen seiner ausufernden Liebe zum Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund. Sie kostete ihn fast Job, Haus und eine glückliche Beziehung.
Mehrere Stunden Fahrt nahmen der Angeklagte und sein Anwalt aus Dortmund in Kauf, um zum Gerichtstermin zu erscheinen. Obwohl die Tat, für die er sich am späten Dienstagmorgen verantworten musste, eher harmlos wirkte, hätte sie für den Dortmunder drastische Folgen haben können. Als er Anfang des Jahres in Neumarkts Altstadt eine Straftat begangen hatte, verbüßte er gerade eine Freiheitsstrafe, die auf Bewährung ausgesetzt war.
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An jenem Abend im Januar hielt ihn das aber nicht von einer Sachbeschädigung ab. „Ich war kurz nach Neujahr mit den Jungs unterwegs gewesen und habe mich extrem dumm verhalten“, sagte der 32-Jährige. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, einen Stromverteilerkasten in der Unteren Marktstraße mit einem Lackstift bemalt und einen anderen Kasten mit Aufklebern verunstaltet zu haben.
Schriftzug seiner Ultra-Gruppe an Kasten in Neumarkt geschmiert
Dazu bewegt hatte ihn die ausufernde Liebe zu seiner Stadt und vor allem zum dortigen Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund. Der Schriftzug auf dem Verteilerkasten zeigt den Namen einer Ultra-Gruppierung. Die Aktivitäten des 32-Jährigen in diesem Bereich haben ihm schon öfter Schwierigkeiten bereitet, wie beim Blick auf das Vorstrafenregister klar wurde.
Wegen Hausfriedensbruch, den er bei einem Auswärtsspiel gemeinsam mit vielen weiteren Fans begangen hatte, Diebstahl und einer gefährlichen Körperverletzung hatte er sich ein Jahr, vier Monate und zwei Wochen Freiheitsstrafe auf Bewährung eingehandelt.
Union-Berlin-Fan mit Tritten Riss im Kopf zugefügt
Ausschlaggebend dafür war letztere Tat. Bei einem Heimspiel traf er mit mehreren Komplizen auf ein Paar, das extra aus der Hauptstadt angereist war, um Union Berlin zu unterstützen. Der 32-Jährige vermutete in Stoffbeuteln der Berlin-Fans eine Block-Fahne. Beim Versuch, sie zu klauen, eskalierte der Dortmunder. Mit den anderen Ultras prügelte er so stark auf den Berliner ein, dass dieser einen Riss im Hinterkopf erlitt.
Meine Freundin hat mir den Kopf gewaschen.
der Angeklagte versichert vor Gericht, dass er sich verändert hat
Laut eigener Aussage hatte der Alkohol großen Einfluss auf seine Straftaten. Ein Punkt, den er nach eigener Aussage eingesehen hat. „Ich trinke keinen Alkohol mehr, wenn ich in die Öffentlichkeit gehe“, erklärte er. Auch sonst habe er sich gewandelt. „Meine Freundin hat mir den Kopf gewaschen.“
Ihr zu Liebe gehe er nur noch selten zu Spielen – und wenn, dann nüchtern und mit großem Abstand zu den Ultras. Der 32-Jährige baut gerade ein Haus und hat einen neuen Job angefangen. Wegen des Verstoßes gegen die Bewährungsauflagen forderte die Staatsanwaltschaft zwei Monate Haft als Konsequenz für die Sachbeschädigung. Dadurch würde er Haus, Job und das gute Verhältnis zu seiner Freundin verlieren, argumentierte der BVB-Fan.
Richter Marcel Dumke ließ es dann auch bei einer milderen Strafe bewenden. „Grundsätzlich gibt es keine zweite Chance“, sagte der Richter. Trotzdem beließ er es bei einer Geldstrafe von 2000 Euro.