Teurer Aussetzer: Freunde werfen mit Mülltonne Laterne in Neumarkt kaputt

Die vier Freunde, die am Mittwoch auf der Anklagebank im Amtsgericht Neumarkt sitzen, können die Verhandlung nicht ganz ernst nehmen. Sie müssen immer wieder lachen, obwohl ein Urteil berufliche Konsequenzen haben könnte. Ein Angeklagter hofft, den Richter beim Kaffeetrinken wiederzutreffen – und das alles wegen einer Wette.
Mit breitem Grinsen im Gesicht stolzieren die vier Angeklagten in das Amtsgericht Neumarkt. Die Freundesgruppe wirkt unbeeindruckt von den etwa 20 Zuschauern, der Sicherheitskontrolle und Richter Dr. Marcel Dumke, der mehrere prall gefüllte Prozessakten mitbringt. Als er ihre Namen aufruft, können sich drei von ihnen das Lachen nicht verkneifen.
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Die vier Männer scheinen den Grund, warum sie am Mittwoch auf der Anklagebank sitzen, nicht besonders ernst zu nehmen.
Die Freundesgruppe war bei der Tat angetrunken
Die gute Laune der Gruppe ist auf dem Höhepunkt angelangt, als der Staatsanwalt die Anklage verliest: Im Winter 2024 hatte es einen 27-Jährigen, einen 22-Jährigen und einen 21-Jährigen aus Neumarkt sowie einen 21-Jährigen aus dem Landkreis mitten in der Nacht in den LGS-Park verschlagen. „Wir hatten getrunken und Scheiße im Kopf gehabt“, rekapituliert der Mann aus dem südöstlichen Landkreis. „Dann kamen wir auf eine blöde Wette.“
Die angetrunkenen Freunde hatten einen Mülleimer so lange gegen eine Laterne geworfen, bis diese erlosch. Wegen des Lärms dauerte es nicht lang, bis die Männer Besuch von der Polizei bekamen.
Ich werfe in den Raum, dass der Betrag nicht ganz schlüssig ist.
Thomas Lößl, Verteidiger
Als es am Mittwoch um die Rechnung der Stadtwerke Neumarkt geht, schaltet sich Anwalt Thomas Lößl ein. „Ist das jetzt irgendwie ein Scherz?“, fragt er. Das Leuchtmittel, das nachgefüllt werden musste, kostet 46 Euro. Trotzdem liegt die Rechnung und damit der angegebene Schaden bei 585 Euro. Der preistreibende Grund sind die 8,5 angegebenen Arbeitsstunden der Monteure. So lange braucht man laut Lößl nicht mal mit zwei Kaffeepausen. „Ich werfe in den Raum, dass der Betrag nicht ganz schlüssig ist“, sagt Lößl.
Ein Kaffee mit dem Richter?
Um die Zweifel aus dem Weg zu räumen, bräuchte es normalerweise einen Gutachter und einen zweiten Verhandlungstermin, fährt der Verteidiger fort. Weil das Gericht die vier Verfahren gegen Zahlung von 500 bis 750 Euro – abhängig von Vorstrafen – einstellt, sind eine Fortsetzung der Verhandlung und Gutachter aber hinfällig.
Ich mag Sie gern.
Der 22-jährige Mülleimerwerfer aus Neumarkt zu Richter Dumke
So verschwindet einer nach dem anderen von der Anklagebank. Den 22-Jährigen ermahnt Dumke noch, dass sie sich schon zum dritten Mal vor Gericht sehen würden. „Ich mag Sie gern. Vielleicht treffen wir uns mal beim Kaffeetrinken“, erwidert der Neumarkter. Was alle vier versprechen: Sie wollen sich in Zukunft zügeln. Alle hätten derzeit gut bezahlte Jobs, die sie nicht verlieren wollen. Erst recht nicht wegen einer zu süffisanten Nacht.