„Die Höhle der Löwen“: Regensburger Fertig-Pasta soll Deutschland erobern

Von Daniel Pfeifer · 21. September 2025 um 15:00

Die Idee entstand in der Corona-Zeit: Der Sizilianer Guido Mondi, der seit 45 Jahren das Lokal Taormina in Regensburg führt, und seine Tochter Sarina verkaufen Fertiggerichte nach Rezepten seiner (zunächst sehr skeptischen) 90-jährigen Mutter Carolina. Mit einem Auftritt in der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ wollen sie nun durchstarten.

Seit kurzem ist Guido Mondi wieder in Regensburg, zurück aus seiner sonnigen Heimat Sizilien. Die letzten heißen Spätsommertage verbrachte er zu Besuch bei seiner Mutter Carolina. Die heute 90-Jährige war es, die dem jungen Guido vor vielen Jahrzehnten sein erstes Kochrezept lehrte: Pasta al pomodoro. Bis heute bereitet sie es nach ihrem Familienrezept zu, mit frisch gepflückten sizilianischen Tomaten. Und zwar bis zu sechs Mal die Woche, wenn ihr Sohn zu Besuch ist. „Wir können das jeden Tag essen. Es ist das Lieblingsgericht von meiner Mama und mir“, erzählt Guido Mondi.

Die Tage, als Mamma Carolina ihrem Sohn beibrachte, wie man Pasta al pomodoro kocht, sind lange her. Sein weiterer Lebensweg führte Guido Mondi nach Regensburg, wo er vor fast 45 Jahren das Taormina in Königswiesen eröffnete. Als die Corona-Pandemie die Gastrowelt auf den Kopf stellte, saß er in seinem zeitweise geschlossenen Restaurant und blickte zurück auf diese ersten Rezepte seiner Mutter, und eine Idee reifte in ihm heran: Könnte man sie nicht als Edel-Fertiggerichte anbieten, damit jeder sie (wenn auch vielleicht nicht sechs Mal die Woche) nachkochen kann?

Große Träume: Bewerbung bei „Die Höhle der Löwen“

Über die kommenden Monate und Jahre machte er aus der Idee eine Realität. Der entstandene Online-Shop „Alla Mamma“ ist inzwischen schon im zweiten Jahr und Tochter Sarina übernimmt zunehmend Verantwortung für die Entwicklung des Sortiments, das Marketing und die Firma im Allgemeinen. Die Belegschaft ist, inklusive der Chefs, inzwischen auf acht Personen angewachsen. Seit sechs Monaten liegen die Produkte auch im Taormina zum Verkauf aus. Das Geschäft laufe gut an, sagt Sarina Mondi, doch da gehe noch mehr.

Und so wagten die beiden den Sprung auf die ganz große Bühne: Sie bewarben sich bei der Start-up-Fernsehsendung „Höhle der Löwen“, wo immer wieder einmal Erfinder aus Regensburg zu sehen sind – im letzten halben Jahr waren das drei Ingenieure mit einem Spielgerät und Café Jolie-Inhaber Christian Joachim mit einem Biersirup. Und tatsächlich kamen die Mondis dran und konnten den Investoren ihre Pasta präsentieren.

150.000 Euro von den „Löwen“?

Ob es ihnen gelang, einen „Löwen“ mit dem Angebot von 150.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile zu ködern, dürfen sie nicht verraten, bevor die Folge ausgestrahlt wurde – am Montag, 22. September, auf dem Fernsehsender VOX. Eines aber kann Sarina Mondi sagen: „Es war eine tolle Erfahrung. Ich war sehr aufgeregt, Papa hat mich noch beruhigt.“ Vater Guido schmunzelt nur: „Ich war genauso aufgeregt, ich wollte es nur nicht zeigen.“

Guido Mondi: „Mama war am Anfang strikt dagegen“

Ob nun „Löwen“ einsteigen oder nicht: Familie Mondi will ihren Regensburger Fertiggerichte-Shop weiter ausbauen. Dort verkauft sie 18 Sorten in Paketen. Mit 7,50 Euro pro Portion sind sie teurer als Fertiggerichte vom Supermarkt oder Discounter, sagt Sarina Mondi, doch das liege an teuren Zutaten und der Zubereitung in einer familiengeführten Fabrik in Italien. „Die Produkte könnten auch billiger sein, aber dann wäre es nicht mehr dasselbe“, sagt sie. Besonders wirbt sie damit, dass die Gerichte ungekühlt mehr als ein Jahr gelagert werden können. Und damit, dass es eine große strikt glutenfreie Auswahl gibt, die sogar bisweilen im Taormina in Regensburg für Menschen mit Zöliakie serviert werde.

Guido Mondi und seine Mutter Carolina (90) bei einer Geburtstagsfeier. - Foto: Mondi, privat

Doch von Regensburg zurück nach Sizilien, zu Mamma Carolina, bei der alles angefangen hat. Was hält sie eigentlich davon, dass ihre Familienrezepte nun eingeschweißt in Boxen zum Warmmachen in der Mikrowelle verkauft werden? „Mama war am Anfang strikt dagegen“, sagt Guido Mondi und lacht. Irgendwann habe sie aber ihren Frieden damit gemacht und auch einmal eine Pasta al pomodoro aus der Box gegessen – wenn auch keine natürlich je so gut sein könne wie das Original mit frischen sizilianischen Tomaten von der Mamma, sagt Guido Monti.