Jetzt geht es los: Seniorenheim in Neumarkt wird für zehn Millionen Euro saniert

Die Diakonie erneuert den Altbau des Martin-Schalling-Hauses in Neumarkt und stockt den Anbau aus den 80er Jahren auf. Ab Oktober starten die Arbeiten, um das Pflegeheim zu modernisieren. Doch das hat seinen Preis – nicht nur für den Bauherren, sondern auch für Angehörigen von Bewohnern.
Die Tinte ist trocken: Dr. Elke Kaufmann, die geschäftsführende Vorständin der Diakonie Neumarkt, Altdorf, Hersbruck (NAH), hat den Vertrag für die Sanierung des Martin-Schalling-Hauses mit der Baufirma Züblin unterschrieben. Ab Oktober wird das Seniorenheim am Schlossweiher saniert und erweitert.
Bei einem offiziellen Pressetermin am Dienstagnachmittag stellt Kaufmann die Pläne vor. „Wir investieren in ein noch schöneres Zuhause für Menschen mit Pflegebedarf und Demenz.“ Kaufmann ist sich sicher, dass sich die Bewohner des Seniorenheims nach dem Umbau besser im Haus zurecht finden werden. Zudem sollen die Wege für Pflegekräfte im Haus kürzer werden, weil die Betreuung nach dem Umbau auf einer Etage stattfindet – und nicht auf mehreren Stockwerken.

Dafür wird der bestehende Erweiterungsbau aus den 1980er Jahren um ein Geschoss aufgestockt. Die Bewohner ziehen ins Obergeschoss. Dort, wo sich derzeit ebenerdig 17 Zimmer für Senioren befinden, sollen später zwölf kleine Apartments für Pflegekräfte und Auszubildende entstehen.
Kaffee trinken mit Blick auf Schlossweiher in Neumarkt
Ein neuer Treffpunkt soll zudem ein nicht-gewerbliches Café werden, in dem Angehörige die Gelegenheit haben, mit ihren Liebsten auf der neuen Seeterrasse am Schlossweiher einen Kaffee zu trinken. Nach der Sanierung sollen den Bewohnern größere Zimmer zur Verfügung stehen und zusätzliche Pflegeplätze geschaffen werden. Geplant ist zudem, den Eingangsbereich barrierefrei zu gestalten.
Der Bausenat des Neumarkter Stadtrats hatte im April grünes Licht für den Umbau gegeben, Ende Juli überreichte dann Gesundheitsministerin Judith Gerlach einen symbolischen Scheck über knapp 3,7 Millionen Euro Zuschuss. Im Oktober kann der Umbau nun losgehen.
„Nach wochenlangen Verhandlungen zwischen der Diakonie NAH, dem Generalunternehmer Züblin und der Projektsteuerung CPB wurde das Vertragswerk fixiert“, werden die Beteiligten der Firma CPB-Projekt- und Baumanagement GmbH & Co.KG in einer Pressemeldung zitiert.

Deren Vertreter Joachim Vetter und Frauke Weiß freuen sich nach eigenen Angaben ebenso wie Dekanin Christiane Murner, dass die Sanierung nun startet. Denn das Martin-Schalling-Haus sei ein Herzstück der Diakonie und der Kirche in Neumarkt, sagt Murner, die eine der Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Diakonie NAH ist. „Ich danke allen Unterstützern aus Politik und Stadtgesellschaft und den Mitgliedern des Aufsichtsrats“, sagt Murner.
Auch die Mitarbeitenden freuen sich laut Einrichtungsleiterin Beate Völkl sehr, dass der Altbau aus dem Jahr 1966 saniert (Elektrik, Sanitäranlagen) und der Erweiterungsbau aufgestockt wird. „Es herrscht eine Aufbruchstimmung im Team mit dieser tollen Zukunftsperspektive“, wird Völkl zitiert.
Beiträge im Seniorenheim werden angepasst
Nach eineinhalb Jahren intensiver Planung wagt die Diakonie nun die Sanierung, wie Tobias Schäfer, Dekan in Hersbruck und zeitgleich einer der Vorsitzenden des Aufsichtsrats, sagt. Dekanin Murner nennt das Projekt eine Herkulesaufgabe – angesichts der wirtschaftlichen Situation.

Die Diakonie rechnet mit über zehn Millionen Euro Baukosten, wie Kaufmann sagt. Die Sanierung sei aber immer noch günstiger als ein Neubau. Dennoch werde man früher oder später die Preise für die Bewohner nach oben anpassen müssen, sagt Murner.
Dafür sollen Senioren nach der Sanierung die „Perlensituation am Weiher“, wie Murner die Idylle am Schlossweiher betitelt, noch mehr genießen können – unter anderem auf der Terrasse mit Blick auf das Gewässer.
Bis dahin müssen Mitarbeitende und Bewohner aber mit Baulärm und Umzügen rechnen, wie Andreas Böker von der Firma Züblin gesteht. Im Wechsel wird am Alt- und Erweiterungsbau gewerkelt. Los geht es ab Oktober im Ost-Flügel (Altbau), der sich links neben dem Haupteingang befindet. „Bestenfalls sind die Arbeiten im Oktober 2028 fertiggestellt“, gibt Böker das Ziel aus.