Segnung und Übergabe: Erweiterte Metzgerei Breu in Pitzling geht in vierte Generation

Von Karl Pfeilschifter · 15. September 2025 um 05:00

„Das Metzgerhandwerk ist mehr als ein Beruf, es ist eine Berufung.“ Dies betonte der Obermeister der Metzger-Innung Oberer Bayerischer Wald, Bernhard Ruhland, bei der Einweihung der erweiterten Produktionsräume sowie des neu gestalteten Ladengeschäfts der Metzgerei Breu in Pitzling in der Gemeinde Pemfling.

Firmenchef Alois Breu begrüßte gemeinsam mit seiner Ehefrau Beate und Sohn Felix am Samstagnachmittag etwa 130 Gäste, darunter zahlreiche Ehrengäste, Vereinsvertreter, Nachbarn und Freunde. Er nannte sich ein jahrzehntelanger Einzelkämpfer im Schlachthaus. Als Sohn Felix die Meisterprüfung absolvierte, begann die Bauzeit für die erweiterten Produktionsräume.

Bauingenieur Georg Lankes erläuterte den Ablauf. Im Früh 2021 begannen die Planungen, welche im Dezember 2021 mit der Genehmigung abgeschlossen wurden. Nach einem Stillstand von zwei Jahren folgte die Meisterprüfung von Sohn Felix, der den elterlichen Betrieb weiterführt. Im August 2024 begannen die Abbrucharbeiten, Ende September die Bauarbeiten. Lankes erwähnte als Besonderheit die Heizung und die Spannbetondecke der Wurstküche. Mehr Strom, Kühlleistung und Wasser erforderten einen besonderen Anschlussraum. Auch der Laden wurde neu gestaltet, das Büro saniert.

Ein besonderer Termin

Landrat Franz Löffler sprach von einem besonderen Termin. So sei es in der heutigen Zeit außergewöhnlich, neue Produktionsräume einer Metzgerei einzuweihen. Dies solle aber kein Einzelfall sein, denn eine Metzgerei zu haben, solle mittlerweile selbstverständlich sein. So habe man Essen und Trinken rund um die Uhr.

Leider müsse man feststellen, dass die Produktion und das Verständnis der Verbraucher völlig entkoppelt seien und alles zur Selbstverständlichkeit geworden sei. Deshalb sei es auch nicht verwunderlich, wenn die Frage „Warum mache ich das? auftauche.

Wer kennt den Leberkäse nicht?

Landrat Franz Löffler in Bezug auf die bekannten Produkte der Metzgerei Breu

Genau in dieser schwierigen Zeit mache sich die Familie Breu auf den Weg und investiere viel Geld. Nahrungsmittel seien nach wie vor das Wichtigste, das man neben Gesundheit und Arbeit brauche, unterstrich der Landrat und stellte den Regionalbezug der Metzgerei Breu als etwas sehr Wertvolles heraus. Man müsse die Werte der heutigen Zeit pflegen, und dazu gehöre Ernährung mit Regionalbezug.

Der Obermeister der Metzger-Innung, Bernhard Ruhland (l.), und Geschäftsführerin Rosmarie Tragl-Kraus (r.) überreichten eine Ehrenurkunde und Blumen an die Breus. Karl Pfeilschifter - Foto: Karl Pfeilschifter

Lob zollte Löffler der Familie dafür, dass Sohn Felix in das Geschäft einsteigt. Dies bezeichnete er “das Highlight der Woche“. Es sei wichtig die Zukunft zu gestalten. Die Produkte der Metzgererei seien unbestritten. „Wer kennt den Leberkäse nicht?“, so der Landrat – und überreichte das Landkreiswappen.

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Von einem besonderen Tag für die Gemeinde Pemfling und den Landkreis sprach Pemflings Bürgermeister Franz Haberl. Er lobte den Handwerksbetrieb Breu, der seine Weichen für die Zukunft stelle. Die Qualität der Produkte Metzgerei Breu sei seit Jahrzehnten bekannt. Haberl erinnerte auch an das Wirtshaus Breu als Treffpunkt.

Landrat Franz Löffler (2. v. l.) überreichte als Anerkennung das Landkreiswappen. - Foto: Karl Pfeilschifter

Von einem besonderen Tag für die Metzgerei Breu, für die Region und auch für das gesamte Handwerk sprach Bernhard Ruhland, Obermeister der Metzger-Innung, und gratulierte zusammen mit Rosmarie Tragl Kraus, der Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, zur Betriebserweiterung, welche ein Zeichen für Wachstum und Zukunft sei. Es sei aber auch ein Zeichen von Vertrauen in die Arbeit, die Belegschaft und die Qualität der Produkte.

Betrieb, der für Qualität steht

Wer heute in einem Betrieb investiere, wer sich erweitere, Arbeitsplätze schaffe und in moderne Technik investierte, zeige „Wir glauben an unser Handwerk“, so der Obermeister. Er erinnerte daran, dass die Metzgerei Breu seit fast 100 Jahren für Qualität, Beständigkeit und das, was das Handwerk im Kern ausmache, ehrliche Arbeit, regionale Verwurzelung und die Weitergabe von Wissen und Werten über Generationen, stehe.

Wir glauben an unser Handwerk.

Bernhard Ruhland, Obermeister der Metzger-Innung

Mit Felix Breu, der 2024 seine Meisterprüfung abgelegt hat, stehe nun die vierte Generation an. Ruhland wünschte der Familie Breu viel Erfolg, gutes Gelingen und immer die richtige Mischung aus Tradition und Innovation. Zusammen mit Rosmarie Tragl-Kraus überreichte er eine Ehrenurkunde für über 70 Jahre Innungstreue. Betriebsberaterin Susanne Erhard verwies darauf, dass die Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz stolz auf solche Betriebe sei. Hier werde fast 100 Jahre lebendiges Handwerk erfolgreich gelebt. Diakon Martin Peintinger segnete dann die neu erstellten Räumlichkeiten.