Nach Großbrand auf Biohof bei Nittenau: Familie Doll plant den Wiederaufbau

Schwere Tage liegen hinter Florian Doll und seiner Frau Ina: Nach dem verheerenden Brand ist auf ihrem Biobauernhof in Harthöfl im Landkreis Schwandorf nichts mehr, wie es einmal war. Doch die Familie lässt sich nicht unterkriegen und plant bereits den Wiederaufbau.
Knapp zwei Wochen ist es nun her, als kurz nach Mitternacht die Katastrophe über den weithin bekannten Erlebnisbauernhof hereinbrach. Florian Doll (42) und seine Frau Ina (40) wurden von der Sirene und lauten Knallgeräuschen der Photovoltaik-Anlage wach. Ein Bewohner aus dem Ortsteil Gunt hatte offenbar den Feuerschein über Harthöfl gesehen und Alarm geschlagen. Beim Blick nach draußen kam für die Dolls der große Schock. „Die Flammen waren an die 25 Meter hoch, es brannte lichterloh“, sagt Florian Doll. Er sei sofort hinausgelaufen, um die Tiere freizulassen.
Zerstörung auf dem Anwesen nahe Nittenau ist groß
Das Ausmaß der Zerstörung auf dem Hof ist beträchtlich. 19 Schweine sind verendet. Der Abferkel- und der Mastschweinestall, die Deckstation, eine Scheune mit Saatgut, das Schlachthaus, das neue Kühl- und Gefrierhaus, der Dachstuhl des Hofladens sowie rund 100 Strohballen seien ein Raub der Flammen geworden, bilanziert Florian Doll. Der 42-Jährige und seine Frau führen den Betrieb mittlerweile in achter Generation. „Der Hof ist das Lebenswerk meiner Eltern. Es ist schrecklich, wenn man jetzt vor den Schutt- und Aschebergen steht“, sagt Florian Doll.

Doch aufgeben kommt für die Familie nicht in Frage. „Allmählich können wir die Situation akzeptieren. Wir schauen wieder nach vorn – es muss weitergehen“, sagt der 42-Jährige. Eine gehörige Portion Kraft bekommt die Familie durch die außergewöhnliche Welle an Hilfsbereitschaft, die sie seit dem Brand erfährt. Nicht nur Nachbarn, Freunde und Bekannte packen bei den Aufräumarbeiten an. Auch etlichen Landwirte und Firmen aus der Gegend stehen den Dolls mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem wird die Familie seit dem Brand mit warmem Mittagessen versorgt. Selbst die Feriengäste sind geblieben. „Das ist eine brutale Solidarität, die wir erleben. Es macht uns Mut, dass so viele Leute hinter uns stehen“, sagt Florian Doll.
Planungen für den neuen Stall laufen an
Für ihn und seine Frau ist klar: Sie wollen den Hof wieder aufbauen – so schnell wie möglich, denn ohne Stall für die rund 200 Schweine geht es auf Dauer nicht. Übergangsweise ist der Abferkelstall im Pferdestall untergebracht, die Schweine haben im Schafstall Unterschlupf gefunden. Für die Tiere geht das Leben auch im Provisorium weiter: Zwei Tage nach dem Brand hat eine der Sauen elf gesunde Ferkel zur Welt gebracht – ein Moment, der Familie Doll weiter Mut macht.
Das ist eine brutale Solidarität, die wir erleben. Es macht uns Mut, dass so viele Leute hinter uns stehen
Florian Doll, Landwirt
Ihren Tierbestand werden die Dolls in den nächsten Wochen wegen des Platzmangels aber erst einmal reduzieren. Auch beim Hofladen müssen sich die Kunden auf Änderungen einstellen: Er bleibt erst einmal geschlossen. Doch Geflügel wollen die Dolls weiterhin anbieten – nach telefonischer Vorbestellung unter (094 36) 88 88.