Stadt Nittenau geht gegen Taubenplage vor: Zentraler Nistplatz an der Regentalhalle

Immer mehr Kot und sogar Vögel, die durch Lüftungsschächte ins Schulhaus gelangen: In Nittenau macht die wachsende Zahl von Tauben Probleme. Ende Juli hatten die Stadträte beschlossen, dagegen vorzugehen. Nun startet die Maßnahme bereits: An der Regentalhalle wird im September ein Taubenschlag aufgebaut.
Wer regelmäßig am Jahnweg vorbeikommt, hat die Vögel sicherlich schon bemerkt: Sie tummeln sich in großer Zahl im Bereich der Regentalhalle und der Grund- und Mittelschule und bevölkern die Dächer. Doch ist dies der einzige Hotspot für die Taubenschar? „Weitere auffällige Problembereiche“ in Nittenau seien derzeit nicht bekannt, sagt Alexandra Oppitz, Pressesprecherin im Nittenauer Rathaus.
Situation ist problematisch
Wie groß die Taubenpopulation an der Regentalhalle derzeit tatsächlich ist, dazu liegen der Stadtverwaltung keine Daten vor. „Konkrete Zählungen oder belastbare Schätzungen“ gebe es nicht, so Oppitz. Allerdings werde die Situation „seit etwa fünf Jahren als zunehmend problematisch wahrgenommen und entsprechend beobachtet“. Die Tauben bewohnen nicht nur die Dächer der Schule und der Regentalhalle, sondern auch Gebäudenischen – und geraten immer wieder in Lüftungsschächte und sogar in Innenbereiche. „Das Problem ist nicht mehr rein kosmetischer Natur, sondern hat auch funktionale Auswirkungen auf die Gebäudetechnik“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Der Taubenkot verstopfe die Ableitungen der Regenrinnen, weshalb es bereits zu Rückstauungen gekommen sei.
Nun will die Stadt das Problem gezielt angehen: Der Beschluss des Stadtrats von Ende Juli, einen Taubenschlag einzurichten, wird nun bereits umgesetzt. „Andere Maßnahmen wurden im Vorfeld geprüft, jedoch nicht weiterverfolgt. Der Taubenschlag stellt die zielführendste und kostengünstigste Lösung dar“, sagt Oppitz.
Andere Kommunen machten es vor
Installiert werden soll der Taubenschlag auf dem Dach der Umkleidegebäude bei der Regentalhalle. „Er wird so dimensioniert, dass der Großteil der Taubenpopulation dort untergebracht werden kann“, sagt Oppitz. Welche Kapazität er am Ende genau bekommen solle, werde das beauftragte Unternehmen festlegen. Dessen Vertrag mit der Stadt laufe seit dem 1. September 2025.
Mit dem Bau des Taubenschlags in Nittenau folgt die Stadt dem Vorbild anderer Kommunen, zum Beispiel Vilshofen. Im Dachboden des dortigen Jugendzentrums haben Bauhofmitarbeiter einen Taubenschlag mit Nistplätzen für 200 Vögel gebaut. Dort erhalten die Tiere Futter und legen ihre Eier ab – die dann gegen Plastik-Attrappen ausgetauscht werden, um die unkontrollierte Vermehrung der Vögel zu stoppen. Auch einen Großteil des Kots setzen die Vögel im Taubenschlag, was die Verschmutzung außerhalb reduzieren soll.
Die Frage, ob nicht Mitarbeiter des Nittenauer Bauhofs den Taubenschlag betreuen könnten, um Kosten zu sparen, ist im Rathaus mittlerweile geklärt. „Der Bauhof kann diese Aufgabe nicht leisten, da hierfür spezielle Aus- und Weiterbildungen erforderlich sind“, sagt Oppitz. Deshalb werde die beauftragte Fachfirma den Taubenschlag dauerhaft betreuen, sich um die Reinigung, das gezielte Anlocken der Vögel sowie den regelmäßigen Eiertausch kümmern.
Kosten: 800 Euro im Monat
Welche Kosten kommen für die Bekämpfung der Taubenplage nun auf die Stadt zu? Der Bau des Taubenschlags kostet laut Oppitz rund 700 Euro. Die laufende Betreuung der Vögel werde monatlich mit rund 800 Euro zu Buche schlagen. Nötig sei dies in rund sechs Monaten pro Jahr. Der Vertrag mit der Firma laufe zunächst bis zum 31. August 2028.
Wie schnell sich die Taubenpopulation an der Regentalhalle reduzieren wird, lässt sich derzeit noch nicht genau vorhersagen. Prognosen kann man allerdings treffen. „Erfahrungen aus anderen Kommunen zeigen, dass erste spürbare Verbesserungen in der Regel nach etwa ein bis zwei Jahren eintreten“, so Oppitz.