Feuer am Erlebnisbauernhof bei Nittenau: Dramatische Szenen kurz nach Mitternacht

Von Martin Kellermeier, Cornelia Lorenz · 28. August 2025 um 16:25

Blitzschnell handeln ein Landwirt, seine Familie und Anwohner, als sie in der Donnerstagnacht in Harthöfl bei Nittenau von Flammen aufgeschreckt werden. Pferde, Schafe und einige Schweine können sie ins Freie retten. Kurze Zeit später steht der Stall der Tiere dann auch schon in Vollbrand und die Sorgen sind groß. Denn ein beträchtlicher Teil der Schweine stand noch in ihren Boxen.

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Die Integrierte Leitstelle Oberpfalz-Nord hatte gegen 0.10 Uhr Großalarm ausgelöst. Der Feuerschein war kilometerweit zu sehen und erhellte den Nachthimmel weit über die Ortschaft Harthöfl hinaus. Dort standen Teile eines über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Bauernhofs in Flammen, der auch seit Jahrzehnten von Urlaubern geschätzt wird.

Der betroffene Bio-Hof zählt viele Tiere. Etwa 250 bis 300 Schweine, rund 200 Schafe, 15 Pferde und zwölf Ziegen hatten hier nach Angaben des Landratsamts ihre Heimat. Auch diverses Geflügel, darunter 350 Hühner und 60 Enten, finden sich in der Auflistung des Tierbestands.

Kurz nach Mitternacht heulten die Sirenen: Das Feuer auf dem Bauernhof bei Nittenau machte den Nachthimmel taghell und war kilometerweit zu sehen. - Foto: Martin Kellermeier

Feuerwehr kann ein Übergreifen auf weitere Gebäude verhindern

An der Einsatzstelle angekommen, machten die ersten Einheiten der Feuerwehr um den Steflinger Kommandanten Harald Ettl offenbar alles richtig. Sie schafften es, den Brand auf einen Stall und ein Nebengebäude, in dem auch Pferde untergestellt waren, zu begrenzen. „Die Entscheidungen in den ersten Minuten des Einsatzes waren goldrichtig und zielgerichtet“, lobte Kreisbrandrat Christian Demleitner, der den Großeinsatz zusammen mit Ettl leitete.

Die Feuerwehr war mit 45 Fahrzeugen vor Ort. - Foto: Martin Kellermeier
Auch ein Radlader brannte vor dem Stall aus. - Foto: Martin Kellermeier
Der stundenlange Einsatz war kräftezehrend. - Foto: Martin Kellermeier
Über sechs Kilometer Schlauchleitung wurden von mehreren Weihern gelegt, um ausreichend Löschwasser zu haben. - Foto: Martin Kellermeier
Lichterloh brannte der Stall. - Foto: Martin Kellermeier
Etliche Atemschutzträger waren gefordert. Sie kamen nicht nur aus dem Landkreis Schwandorf. - Foto: Martin Kellermeier

Ein Kraftakt von mehr als 300 Kräften der Feuerwehr war erforderlich, um die verbliebenen Gebäude des großen Bauernhofes zu halten. Über sechs Kilometer Schlauchleitung wurden von mehreren Weihern gelegt, um ausreichend Löschwasser zu haben. Daneben wurde ein Pendelverkehr von Tanklöschfahrzeugen eingerichtet, und auch Landwirte brachten mit ihren Güllefässern tausende Liter Wasser – und das alles bei beengten Zufahrtsstraßen.

Sachschaden kratzt wohl an der Millionenmarke

Als gegen 2 Uhr das Feuer unter Kontrolle war, wurden die Ausmaße des Schadens nach und nach ersichtlich. Dieser dürfte an der Millionenmarke kratzen. Ein ausgebrannter Radlader stand im Hof, von dem Stall blieben nur verkohlte Balken übrig. Die Ursache für den Großbrand in Harthöfl ist noch unklar. Fremdverschulden könne aber wohl ausgeschlossen werden, hieß es von der Polizei.

Dutzende Schweine verendeten nach Angaben der Beamten in den Flammen. Einige Zuchtsauen und ihre Ferkel überstanden das Feuer dagegen nahezu unversehrt. „Dank einer Betondecke sind diese Tiere durchgekommen“, berichtete Demleitner.

Das Ausmaß des Brandes hat wieder einmal gezeigt, wie professionell und engagiert unsere Feuerwehren sind.

Christian Demleitner, Kreisbrandrat

Für den Kreisbrandrat und die 24 eingesetzten Feuerwehren aus drei Landkreisen war es eine lange Nacht. Auch am Donnerstagvormittag waren einige Kameraden noch mit den Nachlöscharbeiten beschäftigt. Diese zogen sich bis zum Mittag hin. „Das Ausmaß des Brandes hat wieder einmal gezeigt, wie professionell und engagiert unsere Feuerwehren sind“, stellte Demleitner fest. Er erwähnte auch das THW Schwandorf, das unter anderem mit einem Radlader und einem Bagger die Nachlöscharbeiten unterstützt hatte.

Der Rettungsdienst stand mit insgesamt fünf Rettungswagen und einem Notarzt für den Ernstfall parat. Wie Einsatzleiter Dominik Schmid berichtete, erlitten vier Personen leichte Verletzungen, darunter ein Feuerwehrmann. Dieser zog sich bei den Löscharbeiten Verbrennungen zu, so Schmid.

Ein Bild der Zerstörung bot sich am Tag nach dem verheerenden Ereignis. - Foto: Cornelia Lorenz

Nittenaus Bürgermeister Benjamin Boml (FW) war noch in der Nacht vor Ort, um sich ein erstes Bild von der Lage zu machen. Das Unglück mache ihn sehr betroffen, erklärte er. Der betroffene Betrieb gelte bei der Umstellung auf biologische Landwirtschaft in der Region als Vorreiter und sei auch bei Urlaubern sehr beliebt. Die Familie könne jederzeit auf die Unterstützung der Stadt zählen. „Wir stehen in jedem Fall parat“, sagte der Rathauschef.

Im Überblick: Sie waren in Harthöfl bei Nittenau im Einsatz

• Feuerwehr: Aus den Landkreisen Schwandorf, Cham und Regensburg kamen Einheiten der Feuerwehr. Insgesamt waren 24 Wehren mit 45 Fahrzeugen vor Ort. Die Einsatzleitung hatten Steflings Kommandant Harald Ettl und Kreisbrandrat Christian Demleitner inne. Sie wurden von weiteren Führungskräften der Kreisbrandinspektion unterstützt.

• Rettungsdienst: Fünf Rettungswagen, drei davon mit Ehrenamtlichen besetzt, und ein Notarzt waren im Einsatz. Zudem eilten ein Kriseninterventionsteam sowie die Schnelleinsatzgruppe Betreuung nach Harthöfl. Aufseiten des Rettungsdienstes war Dominik Schmid der Einsatzleiter.

• Weitere: Auch die Polizei forderte der Großbrand. Wertvolle Hilfe leistete das THW Schwandorf. Die Helfer konnten mit schwerem Gerät, darunter einem Radlader und einem Bagger, die Nachlöscharbeiten unterstützen.