Das Oberpfälzer Grenzland in Bildern: Olaf Unverzart stellt neuesten Bildband vor

Von Ingrid Milutinovic · 9. September 2025 um 11:00

Olaf Unverzart ist ein echter Waldmünchener. 1972 in Kritzenast geboren, verbrachte er seine Kindheit und Jugendzeit dort mit seinen Geschwistern auf dem elterlichen Bauernhof. Nach dem Abitur studierte er künstlerische Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Nach dem Diplomabschluss arbeitet er freischaffend.

Auszeichnungen für Bilder

Mit seiner Familie lebt er in München und Waldmünchen. Neun Bücher hat er inzwischen veröffentlicht, in vielen Ausstellungen und renommierten bundesdeutschen Magazinen waren seine Bilder bereits zu sehen und zahlreiche Auszeichnungen (z.B. Villa Massimo) hat er für seine Fotografien bereits erhalten.

Olaf Unverzart gibt einen Einblick in sein Buch. - Foto: Ingrid Milutinovic

Sein Buch „Da hinten geht‘s nicht weiter“ zeichnet in Schwarzweiß-Bildern Architektur, Dorfstrukturen und Landschaften im Oberpfälzer Grenzlandgebiet. Zur Buchvorstellung am Sonntagnachmittag konnte Jürgen Lampatzer als Vorsitzender des Museumsvereins neben zahlreichen Waldmünchenern auch Maria-Luise Segl vom Kulturreferat des Landkreises Cham begrüßen. Das Thema des Buches passe perfekt in das Museum, sei doch das Thema Grenze hier beheimatet, sagte er.

Welches Interesse es an dem Bildband bestand gab, zeigte sich daran, dass einige sofort eines kauften und darin blätterten. Dabei wurden auch zahlreiche Erinnerungen wurden wach. Viele Ecken waren bekannt. Unverzarts Heimatfotografie ist dabei alles andere als heimattümelnd.

Früher gab es gefühlt nur drei Himmelsrichtungen.

Olaf Unverzart

Im Vortragssaal des Museums zeigte Unverzart in einer Präsentation die Bilder, die in der Zeit von 2020-2024 entstanden. Rund 120 seien im Buch, aber mehr als 400 habe er damals gemacht. „Zuerst waren die Bilder da,“ sagt er. Die Idee zum Buch sei erst danach gekommen.

Aufgenommen wurden die Bilder – natürlich alle in Schwarz-Weiß - mit einer Großbildkamera mit Tuch der Marke Sinar. Bei der Auswahl zeigte sich der ganz besondere Blick des Fotografen, die ganz speziellen Motive zu finden. Zuerst sei er per Fahrrad unterwegs gewesen, verrät er. Erst danach – eben weil die Kamera schwer und unhandlich sei – sei er mit dem Auto gefahren. So viele Jahre nach Grenzöffnung sei die Erinnerung an die Grenze noch immer gegenwärtig, erinnert er sich. Gerade in der heutigen Zeit so das Thema Grenze wieder aktuell.

Zur Beschreibung der Bilder las Unverzart aus dem Vorwort des Buches. Der Titel solle an die damalige Zeit erinnern. „Wir waren Zonenrandgebiet. Ein paar Kilometer weiter – dort wollte niemand hin“ erinnert er sich. Dass diese für Waldmünchen besondere Grenze auch noch Auswirkungen bis heute habe, wolle er in seinen Bildern festhalten. Es seien Bilder, die ohne weiteres auch aus einer anderen Zeit stammen könnten. Landschaften, alte Gebäude, Straßenzüge, aber auch moderne Windkraft- und Photovoltaikanlagen stellten einen Kontrast dar, der deutlichen kaum sein kann. Eine Gegend „östlich der A93 und nördlich der A3“ hat er in seinem Buch präsentiert.

Wie seine Fotografien entstehen, stellte Unverzart in einem kurzen Film „Soviel Zeit muss sein“ vor. Seine Nachbarn, Eltern, aber auch Personen, die er fotografierte, kommen hierin zu Wort. Auch er selber gibt in diesem Film einen Einblick in seine Arbeitsweise.

Viele Erinnerungen

Nach der offiziellen Vorstellung ab es vor dem Museum Gelegenheit, sich über das Buch auszutauschen. Bei kalten Getränken, Kaffee und von Unverzarts Mutter gebackenem Kuchen kamen bald Gespräche zustande. Die gezeigten Bilder waren für viele bekannt und bargen die eine oder andere Erinnerung.

■ Das Buch: Olaf Unverzart: „Da hinten geht‘s nicht weiter“, Amberg: Büro Wilhelm Verlag 2025, ISBN 9783948137908