Silbersee bei Treffelstein: Unterwegs auf abwechslungsreichen Pfaden in idyllischer Umgebung

Von Ferdinand Schönberger · 8. September 2025 um 11:00

Den Silbersee gibt es nicht nur bei Karl May, sondern auch zwischen Treffelstein und Tiefenbach. Der Name bezieht sich auf die Lichtreflexion des Wassers, das in der Sonne silbern glänzt und durch die geschützte Tallage wie eine metallische Fläche wirkt. Der künstlich angelegte, normal 55 Hektar große Stausee im Schwarzach-Oberlauf ist rund 1,5 Kilometer lang und bis zu 300 Meter breit. Er wurde in den Jahren 1965 bis 1968 als Wasserrückhaltebecken erbaut. Im 2012 sanierten Wasserkraftwerk werden jährlich etwa 300 000 kWh Strom produziert, wodurch knapp 80 Haushalte versorgt werden können.

Bereit zum Segeltörn: Segler vor dem Bootshaus - Foto: Ferdinand Schönberger

Ursprünglich gedacht als Hochwasserschutz hat sich der See deutlich gewandelt – ökologisch und in seiner Nutzung – und dient mittlerweile auch zur Erholung. Im Süden und Osten haben die Anliegergemeinden Treffelstein und Tiefenbach drei schöne Bademöglichkeiten mit Kies, Sandstrand und Liegewiesen sowie einem Zeltplatz geschaffen, die kostenlos genutzt werden können. Man kann zudem paddeln, segeln, windsurfen und angeln. Der Segelclub Waldmünchen-Treffelstein verfügt über ein Bootshaus am See. Das Nord- und Westufer wurden der Natur überlassen. So entstand ein wertvolles Biotop für viele Tiere.

Der romantische Rundweg

Der romantische Rundweg führt teils direkt am Ufer entlang, manchmal auch ein Stückchen weiter weg. Der Blick auf den idyllisch gelegenen See ist von fast überall möglich. Die Tour durch rauschendes Schilf, artenreiche Feuchtwiesen oder kühle Erlenwälder gewährt die Möglichkeit, Flora und Fauna der Region näher kennen zu lernen. Darüber geben Info-Tafeln Auskunft, die zudem über Landschaft und Geschichte des Silbersees berichten. Seit Oktober 2023 ist der Weg auch barrierearm gestaltetet.

Den Beginn und das Ende der „Naschmeile“ markiert je ein vom Sturm gefällter Apfelbaum.<?ZE?> - Foto: Ferdinand Schönberger

Startpunkt ist der Parkplatz am Ost-Einstieg (Anfahrt: Silberseestraße 52 von Treffelstein) mit sanitären Anlagen, einer Fahrrad-Ladestation und einem zeitweise geöffneten Kiosk. Von hier führt der mit Tb10 und Weiß-rot markierte Rundweg auf der asphaltierten Seestraße in etwa 25 Minuten zum südlichen Seeufer (Wanderparkplatz; ungefähre Navi-Adresse: Treffelstein Witzelsmühle 18). Es geht vorbei am Badestrand und an Liegewiesen, einem Kinderspielplatz und Volleyballfeld, an Schilfzonen und kleinen Buchten. Von Anfang an begleitet einem die „Naschmeile“ – ein Lehrpfad mit Obstbäumen und Beerensträuchern zum Pflücken und Essen. Nachdem wir noch zwei Unterstellplätze rechts passiert haben, gelangen wir über die Brücke des Überlaufbeckens und auf dem knapp 300 Meter langen Erddamm hinüber zum Schleusenhaus (+ 5 Minuten).

Ein Bohlenweg führt die Wanderer durch ein großes Kreuzotter-Schutzgebiet. - Foto: Ferdinand Schönberger

Der Parkplatz im Westen

Ab hier benutzen wir den geschotterten Waldweg, der dann durch Auwiesen zu einem weiteren Parkplatz leitet, dem West-Einstieg Steiner Seite mit Badestrand (+ 10 Minuten). Wir folgen der Markierung rechts weiter. Links entstand ein kleiner Lehrpfad „Streuobstwiese“. Einen freien Waldplatz überqueren wir gerade und biegen nach zehn Metern rechts auf einen befestigten Weg ab. Entlang des Biotops „Feuchtwiese“ zur Rechten und einem kurzen Wegstück durch den Wald erreichen wir den Beginn des Bohlenwegs „Lohe Steg“ im Kreuzotter-Schutzgebiet (+ 20 Minuten; Fahrräder schieben). Er ist etwa 200 Meter lang, wofür wir etwa 5 Minuten brauchen. Nach Überqueren einer kleinen Brücke zieht sich der Flurweg durch Wiesen und Äcker, bietet einen schönen Blick nach Tiefenbach und überrascht uns mit einem bunten Feld mit Sonnenblumen. Er zweigt hier nach Osten ab und läuft als Schotterweg der „Heiligen Wiese“ jenseits ein Stück am Waldrand entlang und hinein in den schattigen Wald (links ein Zubringer aus Tiefenbach).

Auf der Nordseite fließt die Schwarzach in den Silbersee. - Foto: Ferdinand Schönberger

Dann überqueren wir auf einer Brückenkonstruktion die Bayerische Schwarzach und den abzweigenden reaktivierten Triebwerkskanal (+ 35 Minuten), der bald von rechts nach links wechselt. Vorbei an Gneisfelsen und Infotafeln zum Lebensraum „Laichgewässer“ und „Biber“ marschieren wir in bezaubernder Umgebung aus dem Wald hinaus und entlang hoher Büsche zu den Mauerresten und dem Wasserrad der ehemaligen Sägmühle, die den Baumaßnahmen Silbersee zum Opfer fiel und wie der Ort in den Fluten versank. Dann erreichen wir, vorbei am Bootshaus des Segelclubs Waldmünchen-Treffelstein mit Zeltplatz, wieder unseren Ausgangspunkt (+10 Minuten). Am Kiosk (bis September bei gutem Wetter von Mittwoch bis Freitag 14-19 Uhr und Samstag/Sonntag von 12-19 Uhr geöffnet) gibt es Pizzen, Brotzeiten und Kuchen als Abschluss dieser schönen Wanderung. Bei der moderaten Tour mit einer Länge von 6,4 Kilometer sind im leichten Auf und Ab etwa 136 Höhenmeter zu überwinden. Sie ist für Familien mit Kinder geeignet und dauert je nach Tempo und Pausen etwa 1,5 bis 2 Stunden.